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Kretschmer will mehr recycelte Rohstoffe auf dem Markt

Noch immer ist es billiger, Rohstoffe abzubauen, als den Abfall wiederzuverwenden. Michael Kretschmer fordert deshalb von der Bundesregierung einen rechtlichen Rahmen für die Kreislaufwirtschaft.

Von Luisa Zenker
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Ministerpräsident Michael Kretschmer lässt sich von Thomas Krampitz und Adrian Valenas erklären, wie aus alten Elektrogeräten Rohstoffe gewonnen werden. Der Innovationsbeirat Sachsen traf sich an diesem Mittwoch in Freiberg zum Thema Kreislaufwirtschaft.
Ministerpräsident Michael Kretschmer lässt sich von Thomas Krampitz und Adrian Valenas erklären, wie aus alten Elektrogeräten Rohstoffe gewonnen werden. Der Innovationsbeirat Sachsen traf sich an diesem Mittwoch in Freiberg zum Thema Kreislaufwirtschaft. © dpa

Dresden. Die Deutschen schmeißen jährlich Millionen Tonnen Müll weg. Doch der dreckige Abfall könnte die Wirtschaft ankurbeln. So zumindest sehen es die hochrangigen Experten vom sächsischen Innovationsbeirat unter Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), die sich an diesem Mittwoch in Freiberg mit der Kreislaufwirtschaft beschäftigten. „Nicht mehr die Banane, sondern die Schale ist interessant“, bringt es Regionalminister Thomas Schmidt (CDU) auf den Punkt.

Schmidt verweist damit auf das Unternehmen Lausitzer Naturfaser, das aus Bananenschalen und Holzresten neue Essensverpackungen sowie Bauteile für Züge und Autoteile herstellt. An diesem Mittwoch präsentierten neun sächsische Unternehmen, dass sie bereits fleißig anpacken, und aus Müll wieder eine kostbare Ressource herstellen können.

Um das weiter auszubauen, unterstützt die Europäische Union den Freistaat mit 70 Millionen Euro für innovative Vorhaben aus der Kreislaufwirtschaft, hinzu kommen weitere 18 Millionen Euro aus dem sächsischen Landeshaushalt.

Doch neben Geld brauche es für die Kreislaufwirtschaft einen rechtlichen Rahmen, fordert Michael Kretschmer an diesem Mittwoch die Bundesregierung auf. „Der Einsatz von wiedergewonnen Rohstoffen muss Priorität werden. Momentan ist der Abbau von neuen Rohstoffen preiswerter als die Aufbereitung.“ Zudem müsse die interdisziplinäre Recycling-Forschung gestärkt werden.

Um hierfür auch junge Menschen zu begeistern, hat der Beirat eine Poster-Ausstellung zum Thema Kreislaufwirtschaft erstellt. Sie soll an sächsischen Schulen Jugendliche auf ein Studium oder eine Ausbildung in der Materialkunde neugierig machen.

Und trotz all der Bemühungen: Das große Ziel einer 100-prozentigen Kreislaufwirtschaft sei nicht realistisch, sagen der Ministerpräsident sowie der Rektor Klaus-Dieter Barbknecht von der TU Freiberg. „Wir werden in Zukunft eine Recyclingquote von 80 oder 90 Prozent erreichen.“ Wann das in Sachsen sein wird, darauf will sich der Beirat nicht festlegen.