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Arbeit und Bildung

Wirtschaftliche Auswirkungen der Krise

Die Folgen der Pandemie für die globale Wirtschaft sind bereits jetzt deutlich spürbar und werden auf unabsehbare Zeit auf diese nachwirken.

© Gerd Altmann

Während einige Branchen womöglich mit einem blauen Auge davonkommen werden, trifft die Pandemie andere Wirtschaftszweige mit voller Wucht. Fest steht: die Corona-Krise wird an keiner Branche unbemerkt vorbeiziehen. Doch wie werden die jeweiligen Branchen sich neu aufstellen? Welche langfristigen Effekte ergeben sich für einzelne Wirtschaftszweige? 

Tourismusbranche - Individualreisen und Nachhaltigkeit werden zunehmen

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Weltweite Reisewarnungen, geschlossene Grenzen und die Unsicherheit, in welcher Form Urlaub für Reisende dieses Jahr möglich sein wird. “Die Corona-Pandemie wird bei vielen Menschen psychologisch ein Umdenken befördern”, glaubt Anna Banicevic, Gründerin und CEO von Zizoo, der weltweit größten Buchungsplattform für Bootsurlaube. Sie ist der Überzeugung, dass die bereits vor der Krise zu beobachtenden Trends zum Individualurlaub und zur Nachhaltigkeit durch die Corona-Krise einen weiteren zusätzlichen Schub erleben werden: “Einhergehend mit einem wachsenden Fokus auf Nachhaltigkeit wird das Sicherheitsbedürfnis bei der Urlaubswahl eine zunehmende Rolle spielen. Perspektivisch gesehen werden Kreuzfahrten und Massentourismus abnehmen, während Reisen im Kleinen zunehmen werden”. Zizoo hatte zuletzt einen deutlichen Anstieg für Bootsurlaube an Nord- und Ostsee verzeichnen können.

IT-Sicherheit wichtiger denn je

Die Gefahren durch Cyber-Kriminalität sind in der Corona-Krise nicht geringer geworden - im Gegenteil. Viele Unternehmen haben zu Beginn der Beschränkungen oft hastig auf Home-Office Lösungen umgestellt, ohne dass die geeignete Infrastruktur vorhanden war. Dies hatte für Angreifer oft ein leichtes Spiel zur Folge. “Viele Unternehmen waren nicht auf eine dezentrale IT vorbereitet und haben die Gefahren einer Schatten-IT unterschätzt.”, erklärt Jan Bindig. Der Geschäftsführer von datarecovery kennt die Gefahren für Unternehmen nur zu gut und erklärt: “Die Investition in IT-Sicherheit war schon lange vor der Krise ein wichtiges Thema. Gerade die eigenen Mitarbeiter sollten regelmäßiger geschult werden um auch für Cyberangriffe besser sensibilisiert zu sein.”

So geschieht es oftmals, dass beispielsweise Phishing Mails geöffnet werden, die das Firmennetz und Speichermedien infiltrieren. Doch auch hier ist nicht direkt alles verloren. “Oft treten Datenverluste erst als Folgeschaden von Cyberattacken auf. Zum Beispiel durch eine Überlastung von Serversystemen und deren Festplatten.” Spezialisierte Firmen können hier je nach Ausmaß des Schadens auf dem betroffenen Medium Abhilfe schaffen und verloren geglaubte Daten rekonstruieren - oft als letzte Rettung.

Grundsätzlich gilt, dass Unternehmen geeignete organisatorische Maßnahmen, die sich in der IT-Sicherheitsarchitektur wiederspiegeln, treffen sollten. Darüber hinaus ist IT-Sicherheit ein agiler Prozess, denn Angreifer werden immer kreativ bleiben, um mögliche Schwachstellen auszunutzen. Hier proaktiv zu agieren kann im Zweifel den Geschäftsbetrieb retten.

Gesundheitsmarkt - Digitalisierung schreitet voran

Entscheidend wird sein inwieweit die Corona-Krise auch als Chance verstanden wird, die Digitalisierung im Gesundheitswesen, mit Fokus auf dem Patientenwohl, voranzutreiben. Ein gutes Beispiel, wie schnell auf die sich ändernden Rahmenbedingungen reagiert wurde, ist die Einführung der Sonderregelung im Krankheitsfall per Telefon eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausgestellt zu bekommen.

“Ärzte werden schneller auf qualitativ bessere Informationen zugreifen können, um z.B. auch bei kommunikativ eingeschränkten Patienten auf aktuellen Daten basierende Entscheidungen treffen zu können.”, bewertet Julius Knoche, Geschäftsführer des Branchensoftware-Dienstleisters NOVENTIcare die Möglichkeiten voranschreitender Digitalisierung. So wurde von Seiten der NOVENTI proaktiv reagiert und das eRezept, welches flächendeckend ab Januar 2021 geplant ist, in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse bereits jetzt genutzt im Infektionswege beim Arzt oder Apothekenbesuch weitgehend auszuschließen. Gerade in der Pandemie-Situation können so Schnittstellenproblematiken gelöst und die Versorgungsqualität gesteigert werden.

Doch auch in der Pflege spielt der Einsatz von Software eine immer größere Rolle. In einer von Fachkräftemangel geprägten Branche, können digitale Systeme administrative Arbeit übernehmen und das Pflegen wieder zum sozialen Beruf am Menschen werden lassen. Hier spielt gerade die Entwicklung der elektronischen Patientenakte, die durch die Einführung des Digitale-Versorgung-Gesetz neuen Schub erhalten hat, eine große Rolle. “Dies ist wichtig, um Innovationen an den Schnittstellen zwischen den systemrelevanten Akteuren zu ermöglichen.”, führt Julius Knoche aus.

Das Digitale Versorgungsgesetz war bereits ein weltweit einmaliger Vorstoß der deutschen Politik um Innovationsräume im E-Health-Bereich zu schaffen. Die Corona Krise hat die Digitalisierung zusätzlich beschleunigt. Die Krise nötigt zur Effizienzsteigerung, Innovation oder teilweise auch einfach nur zu Notlösungen.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem externen Redakteur E. Vetter.

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