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Zittau: Kaufland Ost soll abgerissen werden

Der Stadtrat wird sich am Donnerstag mit einem entsprechenden Antrag beschäftigen. So soll es danach mit dem Supermarkt weitergehen.

Das Kaufland an der Christian-Keimann-Straße in Zittau soll abgerissen werden.
Das Kaufland an der Christian-Keimann-Straße in Zittau soll abgerissen werden. © Thomas Eichler (Archiv)

Zittau. Die Zeiten des ehemaligen Lautex-Werkes an der Christian-Keimann-Straße könnten bald endgültig vorbei sein. Der Textilbetrieb ist schon fast 30 Jahre nicht mehr in dem Gebäude-Komplex beheimatet. Ihm folgten die Einkaufsmärkte Massa, Real und ab 1999 Kaufland. Die Gebäude auf dem Areal inklusive des sogenannten Pförtnerhauses sollen abgerissen werden. Eine Ausnahme ist das Bürogebäude auf dem heutigen Parkplatz, das einem anderen Eigentümer gehört.

Danach soll ein neuer Markt gebaut werden. Das neue Gebäude würde weiter nach Osten rücken. Die Verkaufsfläche soll 6.100 Quadratmeter und damit um rund ein Drittel kleiner werden als die, auf denen Kaufland, Repo, Dänisches Bettenlager und weitere kleine Händler jetzt Waren verkaufen. "Die Abmessung des Ersatzneubaus soll einschließlich überdachter Eingangsflächen 76 mal 108 Meter betragen", heißt es vonseiten der Zittauer Stadtverwaltung. "Das Gebäude ist hauptsächlich eingeschossig mit einer Gebäudehöhe von circa acht Metern geplant, einzelne Technikaufbauten können diese Höhe überragen." Nur ein Gebäudeteil soll zweigeschossig und zwölf Meter hoch werden.

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Dafür könnten an der Westseite viele zusätzliche Parkplätze entstehen. Die im südlichen Teil des Geländes bleiben erhalten. Die Zufahrt zum Kaufland-Areal soll dann nur noch aus Osten möglich sein. Die am heutigen Pförtnerhaus, beim Dänischen Bettenlager würde geschlossen. Parallel zum Neubau will Kaufland die Brücken über dem Pfort- und Hospitalmühlgraben erneuern.

Damit will der Handelsriese den Standort fit für die Zukunft machen. "Teile der Kaufland-Filiale in der Christian-Keimann-Straße wurden bereits Anfang 1900 als Industrieobjekt errichtet und über die Jahre stets an die wechselnden Nutzer angepasst", teilte Alisa Götzinger von der Unternehmenskommunikation der Firmenzentrale in Neckarsulm auf SZ-Anfrage mit. "Die Anforderungen an einen zukunftsorientierten, energieeffizienten Markt kann das Gebäude leider nicht mehr erfüllen." Der neue Markt soll modern, ansprechend, barrierefrei, umweltfreundlich und energieeffizient sein. So sind zum Beispiel eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach, die Nutzung der Abwärme durch Kraft-Wärme-Kopplung, Elektro-Tanksäulen auf dem Parkplatz und energiesparende Kühlschränke und -truhen vorgesehen. Die Zahl der Mitarbeiter soll stabil bei 110 bleiben.

Ob die Pläne so umgesetzt werden können, steht noch nicht fest. Da hat unter anderem die Stadt Zittau ein Wörtchen mitzureden. Am Donnerstag wird sich der Stadtrat in seiner öffentlichen Sitzung ab 17 Uhr im Bürgersaal des Rathauses mit dem Thema beschäftigen. "Nach partnerschaftlichen Gesprächen mit der Stadt Zittau haben wir uns entschieden, eine Bauvoranfrage für einen Ersatzneubau unserer Filiale einzureichen", so die Unternehmenssprecherin. "Selbstverständlich möchten wir auch den Stadtrat in den Entscheidungsprozess einbinden und begrüßen es daher sehr, dass dieser hierzu beraten wird." Natürlich hoffe man auf eine positive Entscheidung. Zu weiteren Details der Pläne wie die zukünftige Belegung von Verkaufsflächen mit anderen Händlern will sich Kaufland vor der Entscheidung im Stadtrat nicht äußern.

Die Stadträte stehen vor einer kniffligen Entscheidung. Eigentlich müssten sie das Projekt ablehnen, um die Innenstadthändler zu schützen. Schließlich hat Zittau den Verkauf bestimmter Waren, die an der Christian-Keimann-Straße zu haben sind und auch nach dem Neubau zu haben sein sollen, nur innerhalb des Stadtringes erlaubt. "Allerdings wird mit dem Ersatzbau-Vorhaben im Sinne des städtischen Einzelhandelskonzeptes eine Reduzierung der Verkaufsflächen an einem Handelsstandort in städtischer Randlage um etwa 3.500 Quadratmeter erreicht, wobei insbesondere innenstadtrelevante Potenziale in den Sortimenten Dekorationsartikel, Bett- und Tischwaren freigesetzt werden", heißt es in der Beschlussvorlage für die Räte. Stimmt Zittau nicht zu, bliebe es sehr wahrscheinlich bei der Verkaufsfläche von über 9.600 Quadratmetern und dem Verkauf von noch mehr Waren, die eigentlich den Innenstadthändlern vorbehalten sind.

Das Problem ist den Zittauer Räten und der Verwaltung nicht neu. Bereits in den vergangenen Jahrzehnten gab es immer wieder Streit über den Verkauf dieser Waren an der Christian-Keimann-Straße und an anderen Stellen in der Stadt wie zum Beispiel im Humboldtcenter mit Toom und Rewe. Diese Auseinandersetzungen gingen sogar bis vor's Gericht.

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