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Zittau

Theater: FDP fordert Konzept statt Abbau

Der Kreisverband Görlitz spricht vom Herzstück der Kulturlandschaft - und sieht in der Spar-Debatte den Freistaat Sachsen in der Pflicht. Viel Zeit bleibt nicht.

Symbolbild
Symbolbild © Thomas Eichler (Archiv)

Der FDP-Kreisverband macht sich große Sorgen um die Zukunft des Gerhart-Hauptmann-Theaters. So sind nach Aussagen des Vorsitzenden Hans Grüner für den Standort Görlitz erhebliche finanzielle Mittel nötig, um Bausubstanz und Technik zu erhalten. Das Gebäude in Zittau ist hingegen rekonstruiert. Das benötigt nur relativ geringe finanzielle Mittel zur Modernisierung der Technik. Aber: "Spielfähige Ensembles und zugehöriges sonstiges Personal und ihre tarifgerechte Bezahlung müssen wir als Herzstück unserer Kulturlandschaft begreifen", so der FDP-Direktkandidat für die Bundestagswahl im Herbst. "Sie sind ein Erbe unserer Vorgänger, die nie an deren Sinnfälligkeit gezweifelt haben."

Grund für die Äußerungen ist das Sparkonzept für die Standorte in Görlitz und Zittau, wonach Ensembles aufgelöst werden oder mit Bautzen fusionieren sollen - ohne dass es eine politische oder gesellschaftliche Mehrheit im Kreis Görlitz sowie in den Städten gäbe, die als Gesellschafter diesen Umstrukturierungen zwingend zustimmen müssten.

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Das Auslagern oder Schließen von Sparten sei der falsche Weg, findet Hans Grüner. Dies sei der Anfang von Überlegungen zur Verödung des Kulturraumes. "Wir Menschen brauchen aber Kultur und ihre Träger, wie sehr, zeigt sich gerade jetzt in den Einschränkungen durch die Pandemie", sagt der Vorsitzende.

Der FDP-Kreisverband fordert deshalb ein nachhaltiges Konzept für die Entwicklung und nicht den Abbau der Theater Görlitz und Zittau. Dabei sieht Hans Grüner vor allem den Freistaat Sachsen in der Pflicht, da weder die Trägerstädte noch der Landkreis gegenwärtig wirtschaftlich in der Lage seien. "Ohne sofortige und auf Dauer gesicherte Unterstützung durch ihn haben die Theater keine Chance, den Bürgern die gewünschten Kulturangebote zu machen."

Viel Zeit bleibt nicht mehr, denn der Kulturpakt läuft zum 31. Dezember 2022 aus. Damit konnte bisher auch die Theaterbelegschaft nach Tarif bezahlt werden. Die jetzigen Gesellschafter sehen jedoch keine Möglichkeiten, für die künftig benötigten Mittel aufzukommen. Bis Ende des Jahres sollen nun Vorschläge erarbeitet werden.

Milliarden würden in Bund und den Ländern zurzeit für unterschiedlichste Zwecke ausgegeben, so Hans Grüner. "Über ihre Sinnfälligkeit lässt sich sicher im Einzellfall streiten, aber Geld bereitzustellen ist offensichtlich machbar." (SZ)

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