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Wird Zittaus Gebirge DAS Outdoor-Land?

Mit einer spritzigen Idee will Olbersdorfs Bürgermeister Schwung ins eingefahrene Tourismusmarketing bringen. Aber hat er auch Zittaus OB auf seiner Seite?

Die O-See-Challenge ist beste Werbung für das Zittauer Gebirge.
Die O-See-Challenge ist beste Werbung für das Zittauer Gebirge. © Rafael Sampedro

"Sachsens schöne Alpen!" So titelte das Hamburger Outdoormagazin "Walden", eine junge GEO-Zeitschrift für Abenteuer vor der Haustür, letztes Jahr über einen Reisebericht aus dem Zittauer Gebirge. Die mehrseitige Reportage ist eine Lesefreude und ein Augenschmaus mit großartigen Fotos über eine Rucksacktour dreier junger Leute.  

Die Autoren, drei Freunde aus Berlin, sind begeistert von diesem kleinen Zipfelchen Deutschland. Sie bestaunen die Landschaft, die Bergbauden, die Felsenformationen. Sie wandern zu Fuß von Gipfel zu Gipfel, geben Sandsteingebilden Namen, zählen Marschzeiten und Höhenmeter. 

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Outdoor-Abenteuer vor der Haustür - das ist schon seit einer ganzen Weile ein wachsender Trend im Tourismus. Kleine Fluchten aus dem Alltag suchen, viel bewegen an der frischen Luft, entspannen in der Natur, wandern, radfahren, Wassersport treiben - der Trend wird immer beliebter. Hinzu kommt der aktuelle Trend zu mehr Nachhaltigkeit im Tourismus und Einfachheit: "Sternenhimmel statt fünf Sterne", heißt der Slogan, der immer beliebter wird. Die Verkaufszahlen in der Outdoor-Branche steigen rasant.

Outdoor-Abenteuer als neue, große Chance

Und genau hier sieht Olbersdorfs Bürgermeistermeister Andreas Förster (FDP) jetzt eine große Chance. Und er sieht DIE Gelegenheit, das Zittauer Gebirge als DAS Outdoor-Land ins Bewusstsein und die Hinterköpfe zu bringen. Die Betonung, betont er, liegt tatsächlich auf DAS.  

Dabei ist die Idee aus Olbersdorf gar nicht neu. Schon vor zehn Jahren hatte Andreas Förster versucht, das "Outdoor-Land" als einprägsame Marke in der Tourismuswerbung der Region zu etablieren. Es entstand ein Netzwerk, es wurden Flyer und Broschüren gedruckt, eine Webseite aufgebaut

Nur beim Tourismuszentrum des Naturparks Zittauer Gebirge, das unter dem Dach der Zittauer Stadtentwicklungsgesellschaft arbeitet und für das Tourismusmarketing der Region zuständig ist, kam Förster mit seiner Idee nie so richtig an. Irgendwann schlief das Projekt ein.

Jetzt aber, angeregt auch von der weltweit erfolgreichen O-See-Challenge und nicht zuletzt von der begeisterten Reportage in der Zeitschrift "Walden", sehen die Macher von damals eine neue, große Chance für das Outdoor-Land gekommen. "Wir sehen in diesem Bereich ein großes touristisches Potenzial", sagt Karsten Hummel, Chef des kommunalen Olbersdorfer Wohnungsunternehmens KWV, selbst begeisterter Outdoor-Sportler und einer der Mitinitiatoren des Outdoor-Land-Projekts. "Wir glauben, dass genau das die größte Zugkraft für unsere Region hat."

Zittaus OB sieht auch noch andere Prioritäten

Aber glaubt das auch Zittaus Oberbürgermeister Thomas Zenker (Zkm), der Vorsitzender der Touristischen Gebietsgemeinschaft (TGG) ist - und in dieser Funktion auch der Chef des Tourismuszentrums? Wenn die Idee aus Olbersdorf tatsächlich zur gemeinsamen Strategie für das Zittauer Gebirge werden soll, dann braucht sie den Zittauer OB und die Mitarbeiter des Tourismusbetriebs.

Doch Thomas Zenker stellt zuerst einmal klar, dass die Touristische Gebietsgemeinschaft mehr ist als nur das Zittauer Gebirge. "Der Naturpark hat viele Kleinode", sagt er. Ein großes Pfund in der Außenwahrnehmung sei aber - und das unstrittig - das Zittauer Gebirge mit seiner wunderbaren Natur und Landschaft.

Dem werde in der Öffentlichkeitsarbeit auch Rechnung getragen, findet Zenker und erklärt: "Es zeichnen sich immer wieder neue Trends im Freizeitverhalten der Menschen ab, denen die TGG mit ihren Mitgliedern und Partnern Raum geben möchte."

Entsprechend wichtig sei dabei das Thema "Aktiv" in allen Veröffentlichungen und Zuarbeiten für das Marketing anderer Vermarktungsebenen bei der MGO und dem Freistaat. "Daneben sind aber auch besonders die Themen Familie und Kultur wichtige Linien unseres Marketings", betont der Chef der TGG.

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"Seit zwei Jahren wird mit dem Netzwerk Outdoorland darüber verhandelt wie die Außenwirkung des Themenkomplexes ,Aktiv/Natur' verbessert und noch mehr im Sinne der Aktivsportler erfolgen könnte", erklärt der OB. Es sei aus Sicht der TGG also sehr erfreulich, wenn die Gemeinde Olbersdorf das Netzwerk jetzt wieder stärker reaktivieren möchte. Deshalb hätten sowohl die ZSG als auch der Oberbürgermeister Unterstützung und Mitarbeit zugesagt.

Ob man aus diesen Worten schlussfolgern kann, dass das Zittauer Gebirge nun wirklich DAS Outdoor-Land werden kann? Mancher in Olbersdorf ist da auch diesmal wieder skeptisch.  

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