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Zittau: Ibex-Werk erneut von Insolvenz betroffen

Die PWK Automotive Gruppe als Eigentümer hat mit Umsatzeinbrüchen zu kämpfen. Schuld ist die Chipkrise. Doch wie geht's nun weiter?

Blick auf das Ibex-Werk in Zittau.
Blick auf das Ibex-Werk in Zittau. © Rafael Sampedro (Archiv)

Der Zittauer Automobilzulieferer Ibex im Industriegebiet Weinau ist erneut von einer Insolvenz betroffen. Die zuständige PWK Automotive Gruppe aus Krefeld hat am Mittwoch beim dortigen Amtsgericht in Krefeld einen entsprechenden Antrag gestellt.

Als Grund für die Insolvenz nennt das Unternehmen den weltweiten Chipmangel, der sich seit dem Frühjahr dieses Jahres zunehmend negativ auf die internationale Automobil-Produktion auswirkt. "Dies führte zu deutlich sinkenden Umsätzen", teilen die Geschäftsführer der Gruppe Ulrich Hannemann und Roland Heller mit. Ein Effekt, der sich in den vergangenen zwei Monaten noch verstärkte: Über 30 Prozent der Bestellungen wurden storniert.

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Allerdings will PWK das Verfahren in Eigenverwaltung durchstehen. Das Unternehmen sieht darin die Chance, die Chipkrise zu überwinden und sich für die Zukunft neu aufzustellen. Es hat nun drei Monate Zeit, einen Restrukturierungsplan vorzulegen. In der Zwischenzeit läuft der Geschäftsbetrieb unverändert weiter.

PWK ist Hersteller von Komponenten für die Automobil-Industrie. Der Stammsitz ist seit der Gründung 1898 in Krefeld. Die Kernkompetenzen liegen in der Entwicklung und Produktion von Sicherheitsteilen für Fahrwerke, Bremsen, Stoßdämpfer und Komfort im Auto. Das Unternehmen verfügt nach eigenen Angaben über eine große Bandbreite von Umformverfahren und Anlagen zur weiteren Bearbeitung der Produkte. An vier Standorten sind 500 Mitarbeiter tätig, davon 300 in Krefeld, weitere 200 in Gelenau, Schönbrunn und Zittau.

Bereits im Februar 2016 stellte die Firma Gebrüder Kunze und ihre Schwestergesellschaft Ibex Automotive einen Antrag auf Insolvenz, weil zu hohe Schulden die Unternehmen erdrückten und die Zahlungsunfähigkeit drohte. Die mehrmonatige Suche nach Kapitalgebern konnte nicht rechtzeitig abgeschlossen werden. Deshalb suchten die Insolvenzverwalter nach einem neuen Investor, den sie Ende Januar 2017 präsentieren konnten: PWK. Das übernahm damals die drei Standorte in Gelenau, Schönbrunn und Zittau samt 400 Mitarbeitern.

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