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Familie aus Wachau erlebt Solidaritätswelle

Auf Sächsische.de erzählten die Baldermanns vom Leben mit einem schwerbehinderten Kind. Ihre Geschichte hat vielen Menschen Mut gemacht.

Ein Artikel auf Sächsische.de hat vergangene Woche viele Leser berührt. Seitdem erhalten die Baldermanns viel Zuspruch - und notwendige Spenden.
Ein Artikel auf Sächsische.de hat vergangene Woche viele Leser berührt. Seitdem erhalten die Baldermanns viel Zuspruch - und notwendige Spenden. ©  privat

Wachau. Alles, aber nicht normal sind sie gewesen: Die letzten eineinhalb Wochen bei der Familie Baldermann aus Wachau bei Radeberg. "Wir kamen gerade aus dem Dänemark-Urlaub zurück, als der Artikel veröffentlicht wurde", erzählt Anne Baldermann. 

Am 11. August erschien in der Sächsischen Zeitung eine Reportage über ihren neunjährigen Sohn Matteo. Matteo wurde mit einem Gendefekt geboren und konnte lange Zeit nur über eine Kanüle in seinem Hals atmen. 

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...und lassen Sie sich elektrisieren.

Es folgten schwierige Jahre mit zahlreichen Operationen und Herausforderungen. Doch die Baldermanns hatten die Hoffnung nie aufgegeben, dass sich Matteos Situation eines Tages bessert. Der Text begleitet diese Achterbahnfahrt der Gefühle - und beschreibt auch die Erleichterung der Familie, als die letzte wichtige Operation trotz Corona-Pandemie erfolgreich stattfinden kann. 

Herzzerreißende Briefe und viele Spenden

Der Artikel und das zugehörige Video hätten offensichtlich viele Menschen berührt, so Mutter Anne. Auch sie selbst habe beim Anschauen mit den Tränen kämpfen müssen. "Es war einfach sehr emotional, das nochmal zu sehen."

Über die sozialen Medien und per Mail hat sie bereits in den ersten Tagen unzählige Kommentare und Zuschriften erhalten, der Inhalt wurde häufig geteilt. "Viele wünschen uns weiterhin viel Kraft und geben uns auch das Feedback, dass sie es toll finden, Geschichten mit einem positiven Ausgang zu lesen, der Mut macht", sagt die Schulbegleiterin. 

Eine Zuschrift ist der Mutter von drei Söhnen besonders im Gedächtnis geblieben. Eine ältere Dame aus Dresden habe der Familie einen "herzzerreißenden Brief" geschrieben - ohne Straße und Hausnummer. Gefunden hat er den Briefkasten der Baldermanns trotzdem. Die Seniorin erzählt ihnen unter anderem davon, dass auch sie Vögel zuhause habe und bietet ihnen einen Käfig an, falls sie Bedarf hätten. 

Eine Pension aus dem Nachbarort habe sich ebenfalls bei den Baldermanns gemeldet. "Falls wir Eltern mal durchatmen möchten, haben uns die Betreiber angeboten, jederzeit bei ihnen zu übernachten", erzählt Anne Baldermann. Nie hätte sie so viele schöne Reaktionen erwartet, sagt sie. 

Selbst beim Fußballverein TSV Wachau, über den ein Spendenkonto eingerichtet wurde, weil die Baldermanns sich schon lange den Wunsch einer Delfintherapie mit der ganzen Familie erfüllen möchten, laufen immer wieder Mutmacher-Mails ein. Apropos Spenden: In gerade mal einer Woche sind bereits 4.000 Euro zusammengekommen. Zu dieser Welle der Solidarität fällt der dankbaren 35-Jährigen nur ein Wort ein: "Wahnsinn".

Drehtag mit dem MDR: "Richtige Action"

Wie geht die Familie damit um, plötzlich in der Öffentlichkeit zu stehen? "Matteo war total stolz. Er hat den Artikel am nächsten Tag mit in die Schule genommen und ihn allen gezeigt", sagt Baldermann und lacht. Bereits am Schultor hätten Eltern, mit denen sie bisher keinen Kontakt hatte, sie erkannt und scherzhaft von den "neuen Stars" gesprochen. 

Und der Trubel könnte noch ein wenig anhalten. Denn eine alte Bekannte, die mit Vater Tino Baldermann vor Jahren den Motorrad-Führerschein machte, arbeitet mittlerweile beim MDR und wurde über Sächsische.de auf die Geschichte aufmerksam. 

So kam es, dass am Freitag, den 14. August, ein Filmteam des TV-Magazins "Brisant" auf dem Hof der Baldermanns drehte. Wieder Kameras, wieder Interviews. Beim zweiten Mal seien alle weniger nervös gewesen, erzählt Matteos Mutter. Auch Joshua, der älteste Sohn, der beim Dreh mit dem DDV-Videoteam etwas kamerascheu gewesen war, habe dieses Mal keine Angst mehr gehabt, sich zu versprechen. Denn er weiß jetzt: "Es kann ja alles geschnitten werden." 

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Ausgestrahlt wird die Geschichte der Familie am Freitag, den 21.August um 17.15 Uhr bei "Brisant" in der ARD und um 18.10 im MDR. Die Sendung kann noch fünf Tage im Anschluss in der ARD-Mediathek abgerufen werden.

Sie möchten für Matteo und seine Familie spenden?

Verwendungszweck: „Matteos Delfintherapie“

Empfänger: TSV Wachau

IBAN: DE42 8509 5004 76051610 19

BIC: GENODEF1MEI

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