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Bautzen

Bischof Bilz lädt Sorben zum Gespräch ein

Die Kirchgemeinden zwischen Göda und Bischofswerda werden zusammengelegt. Dagegen gibt es Widerstand. Nun soll der Landesbischof vermitteln.

Die sorbisch geprägte Kirchgemeinde Göda hat Widerspruch gegen die Zusammenlegung mit den Gemeinden in Bischofswerda, Burkau, Demitz-Thumitz, Pohla-Uhyst und Gaußig zu einem sogenannten Schwesterkirchverhältnis eingelegt.
Die sorbisch geprägte Kirchgemeinde Göda hat Widerspruch gegen die Zusammenlegung mit den Gemeinden in Bischofswerda, Burkau, Demitz-Thumitz, Pohla-Uhyst und Gaußig zu einem sogenannten Schwesterkirchverhältnis eingelegt. © Steffen Unger

Göda. Die evangelisch-lutherische Kirchgemeinde Göda hat nach ihrem Widerspruch gegen die Zusammenlegung mit den Gemeinden in Bischofswerda, Burkau, Demitz-Thumitz, Pohla-Uhyst und Gaußig eine Einladung zu einem Gespräch mit dem sächsischen Landesbischof Tobias Bilz erhalten. Wie die Kirchgemeinde mitteilt, soll dieses am 26. Februar stattfinden.

„Ich verbinde das Gesprächsangebot mit der Hoffnung und der Erwartung, dass die spezifischen Belange der sorbischen Gemeindeglieder nun wirklich Akzeptanz an der Spitze unser Landeskirche finden und sich in einer unsere Bemühungen um das sorbische kirchliche Leben unterstützenden Gemeindestruktur niederschlagen“, erklärt Gerhard Schneider, Leiter der sorbischen Gemeindekreises Bjesada in Hodźij/Göda.

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Hintergrund der Einladung ist der eingereichte Widerspruch gegen die Zusammenlegung der Kirchgemeinden in Göda, Bischofswerda, Burkau, Demitz-Thumitz, Pohla-Uhyst und Gaußig zu einem sogenannten Schwesterkirchverhältnis. Die Pläne seien mit dem Landeskirchen-Gesetz zum besonderen Schutz der Sorben nicht vereinbar, teilte die Kirchgemeinde in einem Schreiben an das sächsische Landeskirchenamt vor einer Woche mit.

Sorben: Starke Einschränkungen durch Strukturreform

Die Kirchgemeinde begründet den Widerspruch mit einer zu groß geplanten Struktureinheit. Das Schwesterkirchverhältnis würde weit über das sorbische Siedlungsgebiet hinaus reichen und wäre nach eigenen Angaben mit starken Einschränkungen von Rechten der Sorben verbunden. „Je größer die Struktureinheiten, desto stärker wirken sich mit der geografischen Entfernung auch die damit naturgemäß einhergehenden mentalen Entfernungen aus“, heißt es in dem Schreiben.

Bereits Mitte Januar hatte die Initiative Serbski Sejm in einem Brief an die Landeskirche Sachsen die Zusammenlegung der sorbisch geprägten Kirchgemeinde Göda mit anderen Gemeinden scharf kritisiert. Göda ist seit 2020 Sitz der sorbischen Superintendentur und des sorbischen Kirchgemeindeverbandes. (SZ/te)

Der Beitrag wurde am 2. Februar um 16.52 Uhr aktualisiert.

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