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Kreis Bautzen: Hier packen Jugendliche an

Trotz einiger Hürden wegen Corona findet am Wochenende die beliebte 48-Stunden-Aktion statt. In Neukirch plant der Jugendbeirat ein besonderes Projekt.

Machen bei der 48-Stunden-Aktion am Wochenende mit: Saskia Jacob, Jasmin Dubsky und Jasmin König (v.l.) gestalten in Neukirch einen Pavillon neu, der vorher mit verfassungswidrigen Symbolen beschmiert war.
Machen bei der 48-Stunden-Aktion am Wochenende mit: Saskia Jacob, Jasmin Dubsky und Jasmin König (v.l.) gestalten in Neukirch einen Pavillon neu, der vorher mit verfassungswidrigen Symbolen beschmiert war. © SZ/Richard Walde

Neukirch/Lausitz. Der Pavillon im Park von Neukirch, südlich der Zwieback-Fabrik, wird wieder schön. Verantwortlich dafür ist der Neukircher Jugendbeirat, der im Rahmen der 48-Stunden-Aktion am Wochenende dort etwas Besonderes vorhat. "Es ist geplant, dass wir die Wände des Pavillons im Park von Neukirch mit Graffiti erneuern, die zur Gemeinde passen", erzählt Jasmin König, die sich seit vier Jahren ehrenamtlich für die Jugend in Neukirch engagiert.

Ihre Mitstreiter, beispielsweise Saskia Jacob und Jasmin Dubsky, haben noch nicht so viel Erfahrung. Denn sie wurden erst am vergangenen Freitag als neue Jugendbeiräte gewählt. "Der neue Beirat wird erst am 1. Januar 2022 offiziell den Dienst beginnen, aber jetzt läuft schon die Übergangszeit, in der der Staffelstab ganz in Ruhe übergeben wird", erzählt Candy Winter vom Verein Valtenbergwichtel, die sowohl bei der kreisweiten Aktion als auch beim Jugendbeirat ihre Finger im Spiel hat.

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"Bis jetzt war der Pavillon auch schon ein Hingucker, aber eben überhaupt kein schöner", erzählt Saskia Jacob. Denn zahlreiche verfassungswidrige Symbole waren an die Wände geschmiert worden. "Der Park sah relativ blöd aus mit den ganzen Hakenkreuzen, deshalb wollen wir das einfach verbessern", fügt Jasmin Dubsky an. Auf den Pavillon kommen sollen jetzt beispielsweise der Turm des Valtenbergs und die Neukircher Kirche. "Nicht irgendwelche schlimmen Graffiti oder Schmierereien", beruhigt König.

60 Gruppen nehmen an der Aktion teil

Damit am Wochenende alles klargeht, wurde schon vorgesorgt. "Bereits am Sonnabend, also einen Tag nach der Beiratswahl, haben wir den Pavillon neu gestrichen mit Deckfarbe, nachdem er am Freitag schon grundiert wurde", erzählt König. So sei gewährleistet, dass die Graffiti, die am Wochenende draufkommen sollen, gleich besser aussehen und herausstechen. "Wir wollen, dass der Pavillon wieder ein positiver Hingucker wird", sagt Jasmin König.

Insgesamt nehmen im Landkreis Bautzen weniger Gruppen als in den Jahren vor der Corona-Pandemie an der 48-Stunden-Aktion teil. "Normalerweise sind es um die 90, knapp 100 Gruppen", sagt Candy Winter. In diesem Jahr haben allerdings nur 60 Teams ihre Teilnahme zugesichert, ähnlich viele wie 2020. Das habe aber nichts mit Desinteresse zu tun. "Es gab ein paar Gruppen, die im Vorfeld etwas gemacht haben oder jetzt etwas nicht machen können, zum Beispiel Bäume pflanzen, weil da jetzt nicht die Zeit dazu ist", fügt sie an.

Denn eigentlich sollte die 48-Stunden-Aktion bereits im Juni stattfinden, musste coronabedingt allerdings verschoben werden. "Wir wussten zu dem Zeitpunkt nicht, was die Vorschriften sagen werden und ob Gruppen so etwas überhaupt machen dürfen, denn wir haben natürlich eine große Verantwortung", sagt Winter. Auch jetzt werde darauf geachtet, das Ansteckungsrisiko so gering wie möglich zu halten. Viele Aktionen sollen ohnehin draußen an der frischen Luft stattfinden.

Von Jugendfeuerwehren über Schulklassen, Vereine, Jugendclubs bis hin zu einzelnen Freundeskreisen sind alle möglichen Gruppen bei der 48-Stunden-Aktion vertreten, die kleine Projekte im Landkreis Bautzen in Angriff nehmen. In Steinigtwolmsdorf baut der Karnevalsclub beispielsweise einen Sandkasten mit Sonnensegel im Freibad. Schüler des Ferdinand-Sauerbruch-Gymnasiums in Großröhrsdorf starten eine Reinigungsaktion an der Röder.

Die besten Projekte werden ausgezeichnet

Die Junge Gemeinde Elstra macht Bushaltestellen und Fahrradwege in und um den Ort sauber. In der Oberschule Malschwitz wird der Speiseraum neu gestaltet. Der Ortschaftsrat Rothnaußlitz baut ein Buswartehäuschen im Ortsteil Pottschapplitz. Zwei Jugendfeuerwehren gestalten die Ortsmitte von Laußnitz neu, und der Jugendclub Ringenhain kümmert sich um den neu entstehenden Spielplatz in der Siedlung.

Das alles in erster Linie für den guten Zweck, aber auch mit der Aussicht, den Sonderpreis der Sparkassen zu gewinnen. Denn auch 2021 werden wieder die besten Projekte der 48-Stunden-Aktion im Nachgang ausgezeichnet. Dabei werden von einer Jury unter anderem die Punkte Gemeinnützigkeit, Aufwand, Nachhaltigkeit und Ideenreichtum bewertet. Außerdem gibt es in der Kategorie "Tier- und Umweltschutz" einen Sonderpreis, der wie die anderen Preise auch 250 Euro einbringt.

"Wenn am Wochenende um die 1.000 Leute unterwegs sein werden, um ehrenamtlich etwas auf die Beine zu stellen, ist das schon ordentlich", betont Winter stolz. "Gerade in so einem verrückten Jahr mit Hin- und Herschieben sind wir sehr froh, dass so viele motivierte Menschen mitmachen", fügt sie an.

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