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Bessere Fotos mit dem Smartphone

Das Smartphone ist unser steter Begleiter und entsprechend nutzen wir es nicht nur als alltägliches Tool für Mails, Nachrichten und Co., sondern auch als Kamera.

© Bildquelle: William Iven / Pixabay

Moderne Smartphones können dank ihrer lichtstarken Sensoren und vieler integrierter Softwaretools ganz fantastische Fotos machen. Doch um dieses Potential auch zu nutzen, sollten Fotografen einige Tipps und Tricks beachten - die wichtigsten davon haben wir in diesem Artikel zusammengestellt. 

Die Technik - das sollte ein Handy für gute Fotos leisten können

Lange Zeit galt die Zahl der Megapixel als einfacher Richtwert für gute Fotos. Das war leider so noch nie ganz richtig, denn die Megapixel sollten immer in Relation zur Sensorgröße betrachtet werden und die ist bei Smartphones bauartbedingt recht klein. Zudem mehr Megapixel sich negativ auf die Videoqualität auswirken, Smartphones machen daher meist Kompromisse. Die meisten Modelle bieten Auflösungen zwischen 12 und 16 Megapixel, selbst für Vergrößerungen oder Diashows auf dem 4k-Fernseher gibt es hier mehr als ausreichend Bildpunkte.

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Hinter dem Objektiv (oder den Objektiven) verbirgt sich ein Bildsensor, der die Bilddaten in digitale Pixel übersetzt. Manche sind besonders lichtempflindlich oder bieten eine bessere Farbdarstellung als andere, im Zweifelsfall lohnt sich ein genauer Blick in technische Daten oder Fotos des Wunschsmartphones.

Smartphone Flaggschiffe wie die Samsung Galaxy-Reihe oder die iPhones besitzen längst mehrere Objektive . Diese bieten meist ein Standardobjektiv für mittlere Distanzen, ein Teleobjektiv für Porträts und weit entfernte Objekte und ein Weitwinkelobjektiv für Landschaften und Panoramas. Wer häufig Fotos mit dem Smartphone macht, sollte Wert auf mehrere Objektive im Handy legen. Je lichtstärker diese sind, desto besser werden Fotos auch im Dunkeln. Die Lichtstärke wird mit dem Blendenwert angegeben (bspw. f2.0 oder f2.8). Je geringer der Blendenwert ist, desto lichtstärker ist das Objektiv.

Als Grundregel lässt sich aber festhalten, dass selbst Smartphones der Mittelklasse heute die technischen Erforderlichkeiten für gute Fotos mehr als nur erfüllen. Vieles von dem, das die tatsächliche Ästhetik eines Fotos ausmacht, hat weniger mit der Technik des Telefons und dafür mehr mit er Technik des Fotografierenden zu tun. 

Die volle Kontrolle

Besitzer einer DSLR oder Fotografen, die noch mit einer analogen Spiegelreflexkamera groß geworden sind, würden sich auch bei vielen Smartphones über mehr manuelle Einstellmöglichkeiten freuen, heutzutage sollte das ein Handy für gute Fotos leisten können.

In der Software unveränderbar ist beim Smartphone lediglich die Blende, die ist - anders als bei Wechselobjektiven von DLSRs - fest verbaut. Belichtungszeit und Fokus hingegen werden von der Software geregelt. Während die Kamera App dies automatisch regelt, entspricht das eben nicht immer den Gestaltungswünschen des Fotografen. Kurz auf den Bildschirm tippen, justiert Schärfe und Belichtung nach, eine Stelle im Bild länger zu halten, arretiert hingegen den Fokus und gibt den manuellen Belichtungsregler frei.

So lassen sich auch Makro-Aufnahmen oder Silhouetten vor dem Sonnenuntergang fotografieren. 

Die Bildgestaltung

Um einmal Martin Scorsese zu zitieren: Kino ist eine Frage von dem, was im Bild ist und was nicht im Bild ist. Genau dies gilt auch für Fotos. Welche Personen, Objekte, Sehenswürdigkeiten, Hintergründe oder Lichter also im Bild sind und an welcher Stelle sie sich befinden, ist entscheidend für die Ästhetik des Bildes. Selbst professionelle Fotografen verbringen Jahre damit, ihr Framing zu perfektionieren.

Für Einsteiger sollten sich einige (frei interpretierbare) Grundregeln merken. Werden Menschen von unten fotografiert, wirken sie mächtiger, kraftvoller und autoritärer. Von oben fotografiert hingegen niedlicher, jünger und unschuldiger. Diese Dynamik von "Macht" im Bild erkennt man auch beim Fotografieren epischer Bauwerke, die aus unserer Perspektive vom Boden aus betrachtet noch erhabener wirken.

Bei der Positionierung im Bild gelten perspektivische Regeln aus der Kunst. So kann es etwa besonders ansprechend wirken, Objekte in der Bildmitte zu zentrieren. So entsteht eine lange und ansehnliche Flucht. Soll nicht zentriert werden, kann die Zwei-Drittel-Regel angewandt werden. Person oder Objekte werden hierbei so positioniert, dass sie in einem vertikalen oder horizontalen Drittel des Bildes landen. Fotokunst ist aber subjektiv und schön ist, was gefällt. Darum gilt bei der Bildgestaltung, dass freies Experimentieren erwünscht und erlaubt ist. 

© Bildquelle: Pexels / pixabay

Der Porträtmodus

Ein Merkmal professioneller Fotos ist die Relation von Schärfe zu Unschärfe. Das Freistellen des Hintergrundes ist ein Merkmal großer Bildsensoren bzw. klassischen 35mm-Films und lichtstarker Objektive. Smartphones mit Teleobjektiven können das auch technisch nachstellen, in der Software besitzen viele Kamera Apps inzwischen auch einen Porträtmodus, der Gesichter erkennt und stellt Hintergründe unscharf. Bei guten Lichtverhältnissen produziert diese Option sehr ansehnliche Porträts, die die Grenzen zwischen Smartphone- und professioneller Fotografie aufweichen. 

Zoomen mit den Füßen

Smartphones bieten eine Zoomfunktion, warum sollte diese also nicht genutzt werden? Selbst mit Teleobjektiv schaltet jedes Smartphone irgendwann in den digitalen Zoom, hierbei wird lediglich ins Bild gezoomt. Entsprechend werden die Ergebnisse unscharf ohne klare Kanten und verwackeln leicht. Profis zoomen mit den Füßen, gehen also einfach näher ans gewünschte Motiv heran. 

Licht und Beleuchtung

Fotografie bedeutet wortwörtlich übersetzt Zeichnen mit Licht. Ohne Licht kann kein Bild entstehen und schlechte Lichtverhältnisse sorgen meist für noch schlechtere Bilder. Es lohnt sich also, ein gewisses Augenmerk auf gute Lichtverhältnisse zu legen. Zu vermeiden sind dunkle Räume, hochstehende Mittagssonne und allzu harsche Kontraste. In Innenräumen findet sich das beste Licht gegenüber von Fenstern, bewölkter Himmel und schattige Lichtverhältnisse sind draußen am besten für wohl gestaltete Bilder. Natürlich können harte Kontraste, viel Dunkelheit und überstrahlte Hintergründe auch gestalterisch genutzt werden, wenn Fotografen sich dessen bewusst sind. 

Bessere Fotos mit dem Smartphone

Fotografieren ist Übungssache und erfordert nicht einfach nur Talent, sondern auch eine Auseinandersetzung mit Technik und Bild, kurz: Jede/r kann richtig Fotografieren erlernen. Moderne Smartphones sind ein ideales Tool, um auch unterwegs ansprechende Bilder zu machen. Es wäre also falsch, das Smartphone nur als Werkzeug für schnelle Selfies oder Schnappschüsse zu betrachten - mit dem richtigen Fotografen dahinter ist jedes Telefon die potentielle Leinwand für kunstvolle Bilder.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit der externen Redakteurin S. Kühnlein

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