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Bischofswerdaer Tierpark freut sich über viele Paten

Ein Ehepaar aus Neukirch hat gerade die 100. Tierpatenschaft abgeschlossen. Dass die Wahl auf einen Ara fiel, hat einen besonderen Grund.

Tino Berthold und seine Frau Anna Paula Wolff haben aus Neukirch die Patenschaft für zwei Aras im Tierpark Bischofswerda übernommen.
Tino Berthold und seine Frau Anna Paula Wolff haben aus Neukirch die Patenschaft für zwei Aras im Tierpark Bischofswerda übernommen. © SZ/Uwe Soeder

Bischofswerda. Tino und Anna Paula Wolff Berthold aus Neukirch haben die 100. Tierpatenschaft im Tierpark Bischofswerda übernommen - und zwar für einen der beiden Aras. Dass sie sich gerade für ein Tier aus den Tropen entschieden haben, hat einen besonderen Grund.

"Er kommt aus derselben Gegend wie ich, denn ich stamme aus Brasilien", erzählt Anna Paula Wolff Berthold gegenüber Sächsische.de. Dass sie mit ihrem Engagement gerade das Jubiläum getroffen haben, freut die beiden besonders. "Dass es die 100. Tierpatenschaft ist, ist eine schöne Sache, aber wir wussten das im Vorfeld natürlich nicht", betont Tino Berthold.

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Die einjährige Patenschaft soll den Tierpark gerade in Zeiten, da Einnahmen durch Besucher unsicher sind, finanziell unterstützen. "Wir wollten jemandem durch diese Krise helfen, weil es viele betrifft und die Tiere können sich nicht wehren", betont Berthold. Er selbst kenne den Tierpark von Kindesbeinen an, da er oft mit der Schulklasse oder den Eltern hier gewesen sei. Auch mit dem gemeinsamen Sohn war Familie Berthold schon oft zu Besuch.

"Wir haben viele Veränderungen mitbekommen - was hier geleistet wurde, ist beachtlich", betont Tino Berthold. Früher habe man vom Kindergarten gegenüber aus oft die lauten Rufe des Pfaus gehört. Doch auch an viele andere Tiere und Geschichten könne er sich sehr gut erinnern. Mit der Tierpatenschaft werden viele weitere Besuche im Tierpark folgen. "Wenn das Wetter wieder besser wird, kommen wir wieder öfters her."

Die beiden Aras sind äußerlich kaum zu unterscheiden - nur im Verhalten: Einer ist schüchterner als der andere.
Die beiden Aras sind äußerlich kaum zu unterscheiden - nur im Verhalten: Einer ist schüchterner als der andere. © SZ/Uwe Soeder

Mehrere Patenschaften für ein Tier

Obwohl der Tierpark im vergangenen Jahr sehr oft geschlossen bleiben musste, können die Mitarbeiter Erfreuliches berichten. "Wir haben in der schweren Zeit viele Spenden bekommen, und die Zahl der Tierpatenschaften ist in die Höhe geschossen", sagt Yvonne Beier vom Tierpark. Vor rund einem Jahr habe es 70 bis 80 aktive Tierpatenschaften gegeben, heute seien es bereits über 100.

"Es werden viele Patenschaften verlängert, aber einige fallen auch wieder weg, weil sie geschenkt worden sind", erklärt Yvonne Beier. Das Geld der Paten werde in jedem Fall direkt für die Tiere eingesetzt. Da die Kosten für die Tiere die Einnahmen einer Patenschaft überschreiten, sind auch mehrere Paten für ein und dasselbe Tier möglich. "Der Braunbär kostet beispielsweise 360 Euro im Jahr, aber die kleinen Tiere fangen bei 60 Euro an", sagt Beier.

Die beiden Aras hatten bisher jeweils einen Paten, der 96 Euro pro Jahr zahlt. Nachdem Familie Berthold eine Patenschaft abgeschlossen hatte, hätte sie sich entscheiden müssen, für welches Tier diese gelten sollte. "Wir wollen aber keine halben Sachen machen und schließen deshalb auch noch eine zweite Patenschaft ab", erklärt Tino Berthold. Bei jährlichen Futterkosten von 500 bis 600 Euro pro Tier freut sich der Tierpark darüber besonders.

Geboren in der Berliner Innenstadt

Somit haben sowohl der 19-jährige Robert als auch der 22-jährige Ariane zwei Paten. Um zu verstehen, warum auch Ariane ein männliches Tier ist, muss man die Geschichte der Tiere kennen. Beide kommen ursprünglich aus einer Neubauwohnung in Berlin und sind Geschwister aus verschiedenen Gelegen.

"Uns hat die Behörde angerufen, dass eine Frau einen Ara abzugeben hat", erzählt Tierparkleiterin Silvia Berger. Da sei man sofort nach Berlin gefahren und habe Robert nach Bischofswerda gebracht. "Die Besitzerin hatte Ärger bekommen wegen des Krachs", sagt Silvia Berger.

Nach drei Jahren sei in Berlin dann ein weiteres Jungtier geschlüpft, und auch dieses wurde von Silvia Berger abgeholt. "Damals wussten wir nicht, welches Geschlecht die Tiere haben", erklärt sie. Auf den Namen Ariane sei man gekommen, da dieser dem Namen der Berliner Besitzerin ähnele.

Eine DNA-Analyse gab schließlich Aufschluss über das Geschlecht der Tiere, die beide männlich und äußerlich kaum zu unterscheiden sind. Sie würden sich manchmal streiten, dann müssten die Pfleger aufpassen, dass sie nicht zwischen die Fronten geraten.

Weitere Kooperationen geplant

Für Malermeister Tino Berthold und seine Frau wird es dazu nicht kommen, denn sie dürfen die Tiere nur von außerhalb des Geheges betrachten. Sie wollen den Tierpark auch weiterhin unterstützen. "Ich habe in der Vergangenheit schon manchmal etwas gespendet", betont Tino Berthold. Doch auch mit seinen Fachkenntnissen könne er dienen.

"Wenn der Tierpark Farben oder Dienstleistungen eines Malers braucht, können wir da sicher etwas arrangieren", erklärt er. Und auch die Tierpatenschaften sollen den Tierpark längerfristig unterstützen, obwohl sie jeweils nur für ein Jahr abgeschlossen werden. "Es soll keine Eintagsfliege sein, denn wir wollen das auf jeden Fall weitermachen", betont der Neukircher.

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