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Sachsen

CDU-Generalsekretär sieht keine Krise

Die CDU hat in den vergangenen 30 Jahren die Geschicke Sachsens geprägt. Auch künftig will sie die Nummer 1 bleiben. Allerdings gibt es die Austritte in Freital.

Alexander Dierks (l-r), CDU-Generalsekretär in Sachsen, Oliver Schenk (CDU), Chef der Staatskanzlei in Sachsen, und Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen.
Alexander Dierks (l-r), CDU-Generalsekretär in Sachsen, Oliver Schenk (CDU), Chef der Staatskanzlei in Sachsen, und Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen. © Sebastian Kahnert/dpa

Dresden. Der sächsische CDU-Generalsekretär Alexander Dierks sieht seine Partei nach den Austritten mehrerer Mitglieder in Freital nicht in einer Krise. «In den letzten zwei Jahren haben wir eine gute Mitgliederentwicklung, also deutlich mehr Ein- als Austritte», sagte der 32-Jährige in Dresden. Insgesamt habe die Partei derzeit rund 10.200 Mitglieder. Die CDU sei seit ihrer Gründung vor 75 Jahren breit aufgestellt. «In ihr vereinigen sich konservative, über christlich-soziale bis hin zu liberalen Strömungen. In der CDU Sachsen sind diese Strömungen deutlich erkennbar und Vertreter aller Strömungen bringen sich konstruktiv in Diskussionen innerhalb der Partei ein. Das macht uns zur starken Volkspartei der Mitte.»

In der Vorwoche war bekannt geworden, dass Freitals Oberbürgermeister Uwe Rumberg, CDU-Stadtchef Peter Pfitzenreiter und sieben andere Parteimitglieder der Union den Rücken kehrten. «Innerhalb des Stadtverbandes und des Vorstandes der CDU Freital gab es immer wieder große inhaltliche Differenzen zu verschiedenen politischen Themen», hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Betroffenen. Die Schnittmengen mit der CDU seien geringer geworden. Es habe sich der Eindruck verstärkt, dass kontroverse Diskussionen im Stadtverband der CDU nicht erwünscht seien. Dierks wollte die Vorgänge nicht weiter kommentieren. Bei den Austritten handle es sich um ganz persönliche Entscheidungen.

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«Die CDU ist Volkspartei, gemeinsam mit der CSU die vielleicht letzte verbliebene in Deutschland. Das ist für uns keine Worthülse, sondern Verpflichtung und Auftrag», sagte Dierks. Volkspartei bedeute, verschiedene Interessen zum Ausgleich zu bringen und die Gesellschaft zusammenzuhalten: «Parteien, die Polarisierung und Spaltung als Konjunkturprogramm für den eigenen Erfolg befeuern, handeln zutiefst verantwortungslos und nur im eigenen Interesse.» Die sächsische Union mit ihrem Landeschef Michael Kretschmer mache «Politik auf Augenhöhe im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern».

Dierks: Starkes Fundament und klare Visionen

Dierks erinnerte daran, dass die Union in ihrer Geschichte viele Herausforderungen gemeistert hat: «Dabei haben sich auf einem festen Fundament auch Antworten auf Fragen der Zeit geändert - weil sich die Welt, Europa, Deutschland und die Gesellschaft ebenfalls verändert haben. Politik ist eben kein Dogma». Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe Deutschland und Europa während ihrer Amtszeit gestärkt aus vielen Krisen geführt: «Gerade die vergangenen Monate haben gezeigt, dass die Bundeskanzlerin und die CDU großes Vertrauen in der Bevölkerung genießen.»

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«Die CDU ist eine Partei mit einem klaren Wertefundament. Dazu zählen beispielsweise das Bekenntnis zur Sozialen Marktwirtschaft oder zur europäischen Einigung», sagte Dierks: «Gleichzeitig erwarten die Menschen zurecht, dass wir kraftvoll neuen Herausforderungen begegnen und eine klare Vision für die Zukunft haben.» Dabei spielten sowohl das neue Grundsatzprogramm als auch eine starke Führungsmannschaft eine zentrale Rolle: «Wir wollen Deutschland auch in Zukunft aus der starken Mitte heraus gestalten. Dazu braucht es nicht zuletzt Optimismus und Neugier für kommende Entwicklungen.» (dpa)

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