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Das ist die aktuelle Corona-Lage in Sachsen

Schüler in Quarantäne, Großdemo in Leipzig verlegt, Ministerpräsident besucht Hotspot Wittichenau, Impfungen werden vorbereitet. Ein Überblick.

Sie Lage ist düster: Am Dresdner Neumarkt sind Sonnenschirme, Tische und Stühle von Restaurants geschlossen.
Sie Lage ist düster: Am Dresdner Neumarkt sind Sonnenschirme, Tische und Stühle von Restaurants geschlossen. ©  dpa/Robert Michael

Dresden. Der Anstieg der Neuinfektionen in Sachsen beschleunigt sich weiter. Innerhalb von 24 Stunden kamen bis Freitagmittag 1.777 neue Fälle hinzu. Den höchsten Zuwachs (in absoluten Zahlen) verzeichneten die Stadt Dresden und der Erzgebirgskreis. Damit stieg die Gesamtzahl der Infektionen seit Beginn der Pandemie auf 24.170. Die Zahl der Toten stieg um 11 auf jetzt 386.

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Die Sieben-Tages-Inzidenz - die Zahl der Neuinfektion pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen - liegt in Sachsen bei 146 und damit deutlich über dem kritischen Wert von 50. 1.089 Menschen müssen sich derzeit wegen einer Erkrankung stationär behandeln lassen, 247 auf einer Intensivstation. 

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) meldete sich am Freitagnachmittag bei Twitter und rief dazu auf Gerüchte und Falschinformationen zu beenden. Er mahnte an, dass die Zahl der Corona-Patienten im Freistaat steig steigt und Intensivbetten zunehmend benötigt werden.

400 Schüler in Quarantäne

In der ersten Woche nach den Herbstferien sind insgesamt 111 Schüler in Sachsen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nach Angaben des Kultusministeriums befinden sich derzeit etwa 400 Schüler in Quarantäne. Auch bei 52 Lehrkräften wurde eine Infektion gemeldet. „Die Neuinfektionen von Schülern und Lehrern gehen fast ausschließlich auf Infektionen außerhalb von Schulen in den Ferien zurück“, sagt Kultusminister Christian Piwarz (CDU) im Interview mit Sächsische.de

Großdemonstration in Leipzig

Die Stadt Leipzig steht an diesem Samstag vor einem extrem herausfordernden Versammlungsgeschehen. Neben der „Querdenken“-Demonstration mit erwarteten rund 20.000 Menschen, die aus Gründen des Infektionsschutzes von der Innenstadt ins Messegelände verlegt ist, sind 26 weitere Versammlungen angemeldet, teilte die Stadtverwaltung mit.

Am Wochenende wollen Tausende Menschen bei einer Demonstration in Leipzig gegen die von Bund und Ländern beschlossenen Corona-Maßnahmen protestieren
Am Wochenende wollen Tausende Menschen bei einer Demonstration in Leipzig gegen die von Bund und Ländern beschlossenen Corona-Maßnahmen protestieren © dpa

Vorbereitung auf Impfungen

Es gibt zwar noch keinen zugelassenen Impfstoff, doch die Bundesländer sollten bereits bis Anfang kommender Woche erste Anmeldungen beim Bund einreichen. Demnach hat Sachsen eine Million Impfdosen und 1,2 Millionen Spritzen und Kanülen bestellt, teilte das Gesundheitsministerium mit. Derzeit werde überlegt, welche Personengruppen zuerst geimpft werden. Sachsen überlegt derzeit, sowohl feste, große Impfzentren in Hallen einzurichten als auch mobile Teams mit Impfstoff durchs Land zu schicken.

Bautzner Landrat will Kitas und Schulen nicht schließen

In der Oberlausitz erhöht Bautzens Landrat den Druck, die rasant gestiegenen Corona-Infektionen in den Griff zu bekommen. "Der Landkreis Bautzen gilt mit einen Inzidenzwert von mehr als 300 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern in sieben Tagen zu den am stärksten betroffenen Landkreisen in Deutschland", sagte Landrat Michael Harig (CDU) am Freitag. Er appellierte an die Einwohner, die Maßnahmen und Kontaktbeschränkungen einzuhalten. "Nur wenn es uns gelingt, die Infektionszahlen zu drücken, können wir Schließungen von Schulen und Kitas sowie weitere Kontaktbeschränkungen und Maßnahmen verhindern." 

Zugleich kündigte das Landratsamt eine Aufstockung des Personals im Gesundheitsamt von 60 auf mehr als 300 Mitarbeiter an. Auch die Bundeswehr springt ein - 20 Soldaten helfen seit Freitag bei der Kontaktnachverfolgung im Landkreis. "Wir erwarten zudem weitere Soldaten, die im Rahmen der Abstrichteams eingesetzt werden können", sagte Oberstleutnant Eric Gusenberger vom Landeskommando Sachsen. Außerdem könnten Soldaten Pflegeeinrichtungen unterstützen. Mehr als 280 Soldaten seien derzeit im Corona-Einsatz in fast allen Landkreisen im Freistaat - bis auf das Vogtland.

Kretschmer besucht Corona-Hotspot Wittichenau

Die Kommune mit weniger als 6.000 Einwohnern aber 158 bestätigten Infektionen ist aktuell der Corona-Hotspot im von Covid-19-Infektionen ohnehin stark betroffenen Landkreis Bautzen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat den Ort am Freitag zusammen mit dem Bautzner Landrat Michael Harig und Amtsärztin Jana Gärtner besucht. Sie sprachen mit Bürgermeister Markus Posch, Pfarrer Wolfgang Křesák und der Leitung des Malteserstifts St. Adalbert zu sprechen. Das Stift ist seit Montag stark betroffen. Über 30 Bewohner und Mitarbeiter wurden positiv auf das Corona-Virus getestet.

Ministerpräsident Michael Kretschmer hat am Freitag die Gemeinde Wittichenau im Landkreis Bautzen besucht
Ministerpräsident Michael Kretschmer hat am Freitag die Gemeinde Wittichenau im Landkreis Bautzen besucht ©  dpa/Sebastian Kahnert

Millionen Masken vorrätig

Der Freistaat verfügt aktuell über rund 5,6 Millionen Mund-Nasen-Bedeckungen der Schutzklasse FFP-2. Hinzu kommen nach Angaben des Gesundheitsministeriums rund 66.000 Masken der höheren Schutzklasse FFP-3 sowie mehr als acht Millionen OP-Masken. Zudem sind mehrere Millionen Einmalhandschuhe sowie Tausende Schutzkittel und Ganzkörperanzüge auf Vorrat vorhanden. Das Land beliefert mit den Masken und der Schutzausrüstung etwa Gesundheitsämter, Pflegeeinrichtungen, Rettungsdienste, aber auch Horte und Bestatter. 

In einem Dresdner Lager werden rund 2.500 Liter Desinfektionsmittel vorgehalten, diese dienen allerdings eher der Versorgung der Regierung. Über einen Rahmenvertrag mit einem sächsischen Hersteller sei jederzeit eine umgehende Nachbestellung möglich, hieß es. Die Vorräte bewertete das Gesundheitsministerium als ausreichend - auch im Hinblick auf das zentrale Reservelager.

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