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350 Impftermine in Dresden abgesagt

Man hat endlich einen Impftermin und wird dann weggeschickt: So haben es jetzt einige Dresdner erlebt, weil die Impfungen mit Astrazeneca gestoppt wurden.

Im Impfzentrum in der Messe Dresden ist am Montag kaum Betrieb, auch weil Impfungen abgesagt werden mussten.
Im Impfzentrum in der Messe Dresden ist am Montag kaum Betrieb, auch weil Impfungen abgesagt werden mussten. © Christian Juppe

Dresden. Das Impfdesaster zieht weiter seine Kreise. Dieses Mal liegt es nicht daran, dass zu wenig Impfstoff da wäre. Es ist der Falsche oder besser, der, der an diesem Montag kurzfristig von der Bundesregierung gestoppt wird. Im Dresdner Impfzentrum bedeutet das an diesem Nachmittag, dass Menschen, die einen Termin hatten, wieder weggeschickt werden müssen.

Die Entscheidung kommt überraschend. Auch Ulrike Peter, Sprecherin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Dresden, welches das Impfzentrum in der Messe Dresden betreibt, wird etwas später von "sehr kurzfristig" sprechen. Es ist gegen 16 Uhr, als das DRK hier in der Landeshauptstadt davon erfährt, dass die Impfungen mit Astrazeneca gestoppt werden. Mit sofortiger Wirkung. Noch für den selben Tag werden laut Peter 350 Termine storniert.

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"Es ist gut, dass diese Vorsichtsmaßnahme ergriffen wird"

Alle Menschen mit Termin werden sofort kontaktiert. "Einige waren aber auch bereits im Impfzentrum und mussten wieder weggeschickt werden", sagt die Sprecherin am späten Nachmittag. Bereits gegen halb sechs ist am Impfzentrum alles ruhig. Keine enttäuschten Wartenden, keine Menschen, die den Stoff gerade verabreicht bekommen haben.

Grund für den Impfstoff-Rückzug sind Meldungen von Thrombosen der Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung mit Astrazeneca. Deshalb sind weitere Untersuchungen notwendig, ob ein Zusammenhang mit dem Wirkstoff besteht. Die Europäische Arzneimittelbehörde soll dann entscheiden, ob sich das auf die Zulassung des Impfstoffs auswirkt.

Für Dienstag werden im Impfzentrum weitere acht Termine für Impfungen mit Astrazeneca abgesagt. "An dem Tag werden dann ausschließlich Zweitimpfungen mit dem Wirkstoff von Biontech durchgeführt", sagt Peter.

Man müsse nun abwarten, wie lange die Impfungen mit dem gestoppten Stoff ausgesetzt werden. Momentan sei alles in der Schwebe. "Aber es ist ja gut, dass diese Vorsichtsmaßnahme ergriffen wird."

Alle Zweitimpfungen ausgesetzt

Astrazeneca wird seit Mitte Februar in Dresden verimpft. Da zwischen den beiden Impfterminen sechs Wochen liegen müssen, sind die Betroffenen frühestens Anfang April mit der zweiten Spritze dran.

Bis dahin hofft man nicht nur hier auf Klärung der Frage, ob der Impfstoff weiter zugelassen ist oder nicht. Werden nun alle, die bisher den Wirkstoff von Astrazeneca erhalten haben, komplett neu geimpft? Darauf hat an diesem Abend noch niemand in dem Zentrum eine Antwort. Derzeit sind auch alle Zweitimpfungen ausgesetzt.

In der Dresdner Messe werden mittlerweile täglich rund 1.150 Impfungen gegen das Coronavirus vorgenommen. Zum Teil mit Stoffen von Biontech, aber bisher auch mit denen von Astrazeneca. Mehrere Tausend Dresdner dürften bereits mit dem Stoff geimpft worden sein, der jetzt gestoppt wurde.

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