merken
PLUS Sachsen

Sachsen: Viele Schulen und Kitas müssen schließen

Die Bundesnotbremse trifft Sachsens Schulen. Nur vier Regionen liegen derzeit unter dem Grenzwert für Präsenzunterricht.

In Sachsen werden vielerorts die Schulen ab Montag wieder leer sein.
In Sachsen werden vielerorts die Schulen ab Montag wieder leer sein. © dpa

Dresden. In Sachsen müssen bereits am kommenden Montag Schulen und Kindertageseinrichtungen wieder schließen. Das teilte das Kultusministerium am Donnerstag mit.

Nach dem geänderten Infektionsschutzgesetz des Bundes, das am Freitag in Kraft tritt, ist ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 165 nur noch Distanzunterricht erlaubt. „Damit bestehen für die Bundesländer keine Spielräume mehr, auf lokale Hotspots oder besonderes Infektionsgeschehen vor Ort zu reagieren“, teilt das Kultusministerium mit.

Augusto
Leben und Genuss
Leben und Genuss

Für Genießer genau das Richtige! Leckere Ideen, Lebensart, Tradition und Trends gibt es in der Themenwelt Augusto.

Aktuell liegen nur die Städte Dresden und Leipzig sowie die Landkreise Leipziger Land und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge unterhalb von 165. Ausnahmen gibt es für die Schülerinnen und Schüler an den Förderschulen und in den Abschlussklassen. Hierzu zählen an Gymnasien die Jahrgangsstufen 11 und 12 sowie auch die 4. Klassen an den Grundschulen. Sie können ihre Schulen weiterhin besuchen.

Dort, wo die Schulen geöffnet bleiben, ist ab Montag Wechselunterricht verpflichtend. Dies gilt auch für die Grundschulen. Sind die Schulen geschlossen, wird für Kinder bestimmter Personen- und Berufsgruppen eine Notbetreuung eingerichtet.

Notbetreuung in den Kitas

Auch Kitas müssen ab Montag in den Regionen mit einer Inzidenz über 165 schließen, sie dürfen nur noch eine Notbetreuung anbieten. In den Regionen, die unter dem Grenzwert liegen, können Kindertageseinrichtungen im eingeschränkten Regelbetrieb mit festen Gruppen und Bezugspersonen geöffnet bleiben. Gleiches gilt auch für die Horte. In den Kindertagespflegestellen findet Regelbetrieb statt. Wer die Notbetreuung nicht in Anspruch nimmt, dem werden die Elternbeiträge erstattet, teilt das Kultusministerium mit.

Die Testpflicht in den Einrichtungen bleibt bestehen. Schülerinnen und Schüler, Hortkinder und Lehrkräfte sowie Erzieherinnen und Erzieher müssen sich weiterhin für den Besuch der Schule oder Kita zweimal pro Woche testen lassen.

Blumenläden statt Schulen

Sachsen hat die Änderung des Gesetzes im Bundesrat kritisiert. „Die vorgesehene Regelung ist aus Sicht des Freistaats nicht geeignet“, heißt es in einer Protokollnotiz. „Schulschließungen sollten immer das letzte Mittel darstellen.“

Kultusminister Christian Piwarz (CDU) hatte von „dunklen Wochen“ gesprochen, die vor den Schulen lägen. Er kritisierte mangelnde inhaltliche Kompetenz des Bundes in der Bildungspolitik und sprach von Mängeln im Gesetzentwurf.

Der sächsische Lehrerverband zeigte sich enttäuscht. "Viele Lehrerinnen und Lehrer äußerten ihr Unverständnis darüber, dass die großen Anstrengungen, die wir in Sachsen für die Sicherheit in den Schulen und die Gewährleistung des Präsenzunterrichtes unternommen haben, bei der Gesetzgebung des Bundes keine Beachtung fanden", teilt der Verband mit. Mit dem Mund-Nasen-Schutz, Impfangeboten für Lehrkräfte und das weitere Schulpersonal sowie der Testpflicht an den Schulen sei der Unterricht unter Pandemiebedingungen sicherer geworden. Der Lehrerverband spricht sich "entschieden" gegen den Einsatz von Lehrkräften in der Notbetreuung aus. "Die Lehrerinnen und Lehrer arbeiten beim täglichen Unterricht im Wechselmodell sowie bei der Erstellung und Betreuung von Lernaufgaben an der Belastungsgrenze", hieß es.

Weiterführende Artikel

Geimpfte: Mehrheit steht hinter weiteren Lockerungen

Geimpfte: Mehrheit steht hinter weiteren Lockerungen

Zwei Drittel der Deutschen dafür, 1.188 neue Fälle in Sachsen, Polen bald kein Hochinzidenzgebiet mehr, Ansturm auf Impftermine in Sachsen - unser Newsblog.

So ist die Lage in den Schulen in Sachsen

So ist die Lage in den Schulen in Sachsen

Sachsens Schulen sind nur in drei Regionen geöffnet. Bisher wurden nur wenige Infektionen festgestellt. Die Abiturprüfungen laufen. Ein Überblick.

Macht endlich wirklich was für Familien!

Macht endlich wirklich was für Familien!

In Sachsen bleiben heute viele Schulen zu. Das ist Mist. Aber es geht wohl nicht anders. Warum Familien jetzt mehr Unterstützung brauchen.

Corona-Notbremse: Was sich ab Samstag ändert

Corona-Notbremse: Was sich ab Samstag ändert

Der Bundesrat hat das geänderte Infektionsschutzgesetz passieren lassen. Nun müssen vielerorts in Sachsen Schulen schließen. Auch Baumärkte machen dicht.

Auch der Landesschülerrat kritisiert die Entscheidung. „Die Lerndefizite sind groß, die psychische Belastung für Schülerinnen und Schüler wächst“, sagte Sprecherin Joanna Kesicka. Es sein dringend nötig, Lern-Rückstände aus dem letzten Jahr aufzuholen. Doch das Gesetz trage dazu in keiner Weise bei und setze die falschen Schwerpunkte. „Eine Homeoffice-Pflicht für weite Teile der Wirtschaft wird abgelehnt, Schülerinnen und Schüler hingegen werden kurzerhand wieder vor den heimischen Bildschirm geschickt.“ Gartencenter und Blumenläden würden nach dem neuen Infektionsschutzgesetz eine höhere Priorität als Schulen erhalten.

Mehr zum Thema Sachsen