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So begehrt sind Friseurtermine in Dresden

Ab Montag wird in den Salons wieder geschnitten, gefärbt und geföhnt. Wann es die nächsten freien Termine gibt und ob der Haarschnitt nun teurer wird.

Dresdner Friseure gehören zu den ersten, die nach der Schließung ab Montag wieder öffnen dürfen. Bei der Terminvergabe ist Geduld gefragt.
Dresdner Friseure gehören zu den ersten, die nach der Schließung ab Montag wieder öffnen dürfen. Bei der Terminvergabe ist Geduld gefragt. © Symbolfoto: Roland Schlager/APA/dpa

Dresden. Die Mützen verschwinden und so langsam wird es offensichtlich: Viele Dresdner sollten nun den Profi wieder an ihr Haupt lassen. Ab kommendem Montag fallen die langen Spitzen, werden graue Haare wieder farbig, kehren Frisuren auf die Köpfe zurück. Dann öffnen in der Landeshauptstadt die Salons, die Terminvergabe läuft auf Hochtouren.

Dabei ist es gar nicht so einfach, zeitnah noch einen der begehrten Plätze auf dem Friseurstuhl zu bekommen. Wie das funktioniert und was noch zu beachten ist.

Welche Regeln gelten ab Montag beim Friseurbesuch?

Wenn ab Montag die Friseure wieder öffnen dürfen, ist das nur unter Einhaltung strenger Hygienekonzepte erlaubt. Viele der Regeln galten bereits im vergangenen Jahr: Abstand halten - deshalb dürfen weniger Kunden gleichzeitig im Salon sein - Maskenpflicht für jeden im Salon, die Terminvergabe ist nur telefonisch oder online möglich.

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Neu ist nun, dass im Geschäft eine OP- oder FFP2-Maske getragen werden muss. Außerdem ist es nun vorgeschrieben, dass sich die Salonbetreiber und alle Mitarbeiter regelmäßig auf das Coronavirus testen lassen müssen.

Der Test muss wöchentlich erfolgen, die Kosten müssen die Salonbetreiber übernehmen. "Eine Kostenübernahme durch den Freistaat ist nicht vorgesehen", stellt das sächsische Sozialministerium klar.

Wo können Friseure sich auf Corona testen lassen?

Die Tests können in Testzentren, Apotheken oder beim Arzt vorgenommen werden. In Dresden gibt es mehrere Standorte, an denen der Schnelltest gemacht werden kann. Eine andere Möglichkeit: Entsprechend geschultes Personal nimmt die Tests an der Arbeitsstätte vor.

Dafür hat sich Madlen Wenerski entschieden, die ihren Salon in der Ostra-Allee betreibt. Zwei Mitarbeiterinnen wurden vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) darin eingewiesen, wie die Schnelltests funktionieren und wie sie angewendet werden. Der Lehrgang dauerte gut 1,5 Stunden, erzählt sie.

Für viele Friseure ist das der einfachere und preiswertere Weg. "Wenn ich meine Mitarbeiter extern testen lasse, kostet mich das 500 Euro pro Woche", sagt Madlen Wenerski. Nun hat sie sich für 500 Euro in einer Online-Apotheke einen kompletten Monatsvorrat gekauft. "Die Sache mit den Schnelltests verlief zuerst sehr chaotisch. Niemand wusste genau, wie das ablaufen soll." So müssen die Tests etwa entsprechend zertifiziert sein.

Inzwischen ist die Lieferung der Online-Apotheke da, am Donnerstag bespricht Madlen Wenerski mit ihrem Team ausführlich, welche Standards und Regeln ab Montag gelten und wie die Testung funktioniert. In ihrem Salon wird das immer montags erledigt, weil dann - sollte ein Test positiv ausfallen - zumindest das Wochenende noch dazwischen lag und ihre Kollegen in dieser Zeit keinen Kontakt untereinander hatten.

Im Falle eines positiven Tests werde die Kollegin zu ihrem Arzt geschickt, der dann noch einen PCR-Test machen muss. Ob sie den kurzfristigen Ausfall am selben Tag kompensieren kann, damit der Kunde nicht umsonst in den Salon kommt, könne sie jetzt noch nicht sagen. "Aber wir bemühen uns in jedem Fall darum, dass alle Termine eingehalten werden."

Auch Christoph Steinigen, Chef des Director's Cut in der Neustadt, hat zwei seiner Mitarbeiter ausbilden lassen, um die Kollegen zu testen. "Das spart Geld und die Wege in ein Testzentrum", sagt er.

Wird der Haarschnitt jetzt teurer?

Definitiv, sagt Madlen Wenerski. Fünf bis zehn Euro wird sie pro Termin auf den bisherigen Preis aufschlagen. "Wir haben deutlich mehr Ausgaben, allein durch die wöchentlichen Tests." Dazu komme, dass die Anzahl der Kunden im Salon reduziert werden muss. Zudem müsse sie die finanziellen Verluste der vergangenen Monate, als ihr Salon geschlossen war, auffangen. "Nach dem ersten Lockdown hatten wir einen Hygienezuschlag von zwei Euro. Das reicht jetzt aber nicht mehr aus." Nun erhöht Madlen Wenerski die Preise generell.

Der Hygienezuschlag fällt auch bei Christoph Steinigen weg, aber die Preise habe auch er, wie viele andere Dresdner Friseure, anpassen müssen, da die Hygienemaßnahmen teuer sind. Innungschefin Beatrice Kade kritisiert, dass nur die Friseure in Sachsen diese Teste machen lassen müssen. "Das ist eine zusätzliche Belastung für die Friseure, die wochenlang gar keinen Umsatz hatten."

Wie werden die Friseurtermine vergeben?

Die Telefone laufen heiß, die Online-Buchungssysteme arbeiten auf Hochtouren - seit bekannt ist, dass die Dresdner Friseure ab Montag öffnen dürfen, bemühen sich die Kunden um einen Haarschnitt. Damit es fair zugeht, sagt Madlen Wenerski, haben ihre Mitarbeiter an der Rezeption zunächst alle Kunden angerufen, die einen Termin in der Schließzeit gehabt hätten. "Das ist nun erledigt."

Jetzt können alle anderen Kunden einen Termin vereinbaren - wobei die kommenden drei Wochen nahezu ausgebucht sind. "Wer einen längeren Termin benötigt, zum Beispiel zum Haare färben, hat ab 20. März die Möglichkeit dazu", sagt Madlen Wenerski. Um den Ansturm zu bewältigen, öffnet sie ihren Salon auch an den ersten drei Samstagen, insbesondere für die aufwendigeren Termine. "Für den schnellen Herrenschnitt finden wir aber bestimmt auch zwischendurch noch eine Lücke."

Auch bei Christoph Steinigen sind die ersten drei Wochen komplett ausgebucht. "Die Kunden haben uns überrannt und sehnen sich nach einem schönen Erlebnis, bei dem man Corona mal ausklammern und über etwas Schönes sprechen kann", sagt er.

Auf Sächsische.de möchten wir ganz unterschiedliche Erfahrungsberichte von Corona-Infizierten aus Dresden teilen. Wenn Sie die Erkrankung bereits überstanden haben und uns davon erzählen möchten, schreiben Sie uns an [email protected]ächsische.de.

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