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Wirtschaft

Abgesagte Firmenfeiern treffen Wirte hart

In der Corona-Pandemie werden viele Firmen 2020 auf eine Weihnachtsfeier verzichten. Damit fällt für die Gastronomie eine wichtige Einnahmequelle weg.

Bisher halten sich viele Familien mit einer Reservierung rund um die Weihnachtstage noch zurück. Ob sich das ändern wird, hängt wohl vom Verlauf der Corona-Pandemie ab.
Bisher halten sich viele Familien mit einer Reservierung rund um die Weihnachtstage noch zurück. Ob sich das ändern wird, hängt wohl vom Verlauf der Corona-Pandemie ab. © Marcus Brandt/dpa (Symbolfoto)

Erfurt. Vielen Gaststätten, Kneipen und Bars erwarten dem Branchenverband zufolge sehr wenige Reservierungen für Betriebsweihnachtsfeiern. Vorbuchungen für Firmenweihnachtsfeiern seien bisher „nur zaghaft“ eingegangen, sagte der Geschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands Thüringen, Dirk Ellinger, der Deutschen Presse-Agentur.

„Geht es der Wirtschaft gut, gibt es viele und große Weihnachtsfeiern.“ Da viele Unternehmen vor allem angesichts der wieder stark steigenden Zahlen von Corona-Infektionen um ihre Zukunft bangten, hätten sie kaum Interesse an solchen Veranstaltungen, so Ellinger.

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Die Sprecherin des Verbands der Wirtschaft Thüringens, Ute Zacharias, bestätigte den Eindruck Ellingers. In keiner der Firmen, mit denen sie diesbezüglich gesprochen habe, finde in diesem Jahr eine Weihnachtsfeier statt, sagte sie. „Das ist in allen Firmen seit Bestehen das erste Mal, dass eine Weihnachtsfeier ausfällt.“

Allerdings würden manche Unternehmen darüber nachdenken, ihre Weihnachtsfeier ins nächste Jahr zu verschieben. Einige planten Frühjahrs- oder Sommerfeste. „Andere lassen ihren Beschäftigten ein Präsent zukommen, in sehr wenigen Einzelfällen ist eine Sonderzahlung vorgesehen oder bei kleineren Firmen ein Spaziergang an der frischen Luft mit Bratwurst und Glühwein“, sagte Zacharias. In den Chef-Etagen der Thüringer Wirtschaft gebe es das Bedürfnis, den Mitarbeitern, danke zu sagen und ihnen gegenüber Wertschätzung auszudrücken.

Manche Unternehmen erzielen im Dezember sonst 20 Prozent des Jahresumsatzes

Neben den Zukunftssorgen vieler Unternehmen erschwert laut Ellinger ein anderer Faktor die Anmeldung von Weihnachtsfeiern in diesem Jahr: die Unsicherheit darüber, unter welchen Bedingungen die Gastronomie oder Hotellerie in den nächsten Wochen überhaupt noch wird arbeiten können. Diese Unsicherheit habe die Politik zu verantworten, weil es inzwischen eine Vielzahl von teilweise widersprüchlichen Corona-Regeln gebe.

Dies sei für seine Branche umso schwerer zu ertragen, weil viele Restaurants, Gaststätten und ähnliche Betriebe in der Vor-Corona-Zeit mit Weihnachtsfeiern einen nicht kleinen Teil ihres Umsatzes gemacht hätten. Bis zu 20 Prozent des Jahresumsatzes seien in manchen Unternehmen der Branche im Dezember erzielt worden, sagte Ellinger.

Ähnlich wie Gaststätten und Hotels müssen sich auch Catering-Anbieter in diesem Jahr auf weniger Aufträge für Firmenweihnachtsfeiern einstellen. Neben den klassischen Caterern war das auch für manchen Fleischer in der Vor-Corona-Zeit ein gutes Geschäft. Der Landesinnungsmeister des Fleischerhandwerks Thüringen, Thomas Hönnger, sagt: „Aus meiner Sicht ist davon auszugehen, dass es in diesem Jahr deutlich weniger Feiern als bisher geben wird und die betroffenen Betriebe hier mit Einbußen rechnen müssen.“ Jedoch würden die Fleischer wahrscheinlich sehr unterschiedlich getroffen werden. Für sein Unternehmen zum Beispiel hätten Unternehmensweihnachtsfeiern bislang kaum eine Rolle gespielt.

Bisher kaum Reservierungen an den Weihnachtstagen

Ob Gaststätten und Restaurants wenigstens mit den Weihnachtsessen von Familien in diesem Jahr in einem nennenswerten Umfang Geld verdienen werden, ist bislang noch offen - allerdings stehen die Chancen wohl nicht allzu gut. Entsprechende Reservierungen gibt es laut Ellinger in den meisten Gaststätten und Restaurants derzeit kaum, dafür sei Weihnachten noch zu weit weg.

Die Geschäftsführerin des Deutschen Familienverbandes in Thüringen, Susanne Zwiebler, erklärte, das gemeinsame Essen in Gaststätten hänge ohnehin von den Infektionszahlen zur Weihnachtszeit ab. Sie vermutet, dass das Weihnachtsfest in den Familien im Freistaat in diesem Jahr etwas kleiner ausfalle. „Voraussichtlich vorwiegend zu Hause und im engeren Familienkreis“, sagte sie.

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Viele Menschen würden wahrscheinlich aus Verantwortungsbewusstsein anderen Familienangehörigen gegenüber je nach aktueller Lage auf Reisen, Besuche oder gemeinsame Feier verzichten - oder diese teilweise ins Internet verlegen: mit Videoanrufen oder Familienspielen über das Internet, schätzt Zwiebler. (dpa/th)

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