merken
PLUS Dresden

Frido Pflüger an Corona gestorben

Der ehemalige Direktor des Dresdner St.-Benno-Gymnasiums ist tot. Der Jesuiten-Pater starb in Uganda an den Folgen einer Covid-19-Infektion.

Den Jesuiten-Pater Frido Pflüger kannten viele Dresdner, da er das St.-Benno-Gymnasium mit aufbaute und später leitete. Nun starb er an einer Corona-Infektion.
Den Jesuiten-Pater Frido Pflüger kannten viele Dresdner, da er das St.-Benno-Gymnasium mit aufbaute und später leitete. Nun starb er an einer Corona-Infektion. © Steffen Füssel

Dresden. Elf Jahre lang hat der Jesuitenpfarrer Frido Pflüger in Dresden gelebt, ab 1992 das katholische St. Benno-Gymnasium mit aufgebaut und die Schule bis 2003 geleitet. Am Sonntagabend wurde überraschend bekannt, dass der 74-Jährige in der Nacht zu Sonntag in Uganda an den Folgen einer Covid-19-Infektion verstorben ist. Das teilte der Jesuitenorden in München mit. Sein Leben lang widmete sich Pflüger den Flüchtlingen auf dieser Welt. Nun starb er ausgerechnet am Weltflüchtlingstag.

Frido Pflüger ist am 18. Februar 1947 in Albbruck im Landkreis Waldshut geboren und trat nach dem Abitur am 13. Juni 1966 in den Jesuitenorden ein. Er studierte Philosophie und Theologie in Pullach, Innsbruck und Tübingen. Von 1971 bis 1973 war er Erzieher und Mathematiklehrer am Kolleg St. Blasien im Schwarzwald. Am 2. Oktober 1976 wurde er in München zum Priester geweiht. Von 1975 bis 1981 absolvierte er in Tübingen ein Zweitstudium der Mathematik und Physik und war anschließend Lehrer für Mathematik, Physik und Astronomie am Jesuitenkolleg in St. Blasien.

Anzeige
So meistert Ihr die internationale Zukunft
So meistert Ihr die internationale Zukunft

Im Herzen Europas ausgebildet für alle Aufgaben im Rest der Welt: Die Hochschule Zittau/Görlitz setzt mit einem neuen Studiengang Maßstäbe.

Während des Tertiats auf den Philippinen 1986/87 arbeitete er zum ersten Mal für drei Monate mit dem Jesuiten-Flüchtlingsdienst (JRS). „Im Lager Bataan, wo damals vietnamesische Boat People untergebracht waren, lernte er, was es heißt, Menschen zu begleiten“, schreibt der Jesuitenorden im Nachruf auf den Pater. Von 1988 an war Pflüger stellvertretender Schulleiter am Kolleg St. Blasien. Doch Pflüger hatte längst sein Lebens-Anliegen gefunden, das ihn bis zum Tod prägen sollte: Flüchtlinge, die Ärmsten der Armen, die alles aufgegeben und hinter sich gelassen haben.

Rückflug-Ticket nach Deutschland war gebucht

Doch bevor er sich ganz auf diese Arbeit konzentrieren konnte, entsandten die Jesuiten Pflüger kurz nach der Wende nach Dresden. Dort half Pflüger ab 1992 beim Aufbau des katholischen St.-Benno-Gymnasiums, zwei Jahre später wurde er dessen Schulleiter und blieb es bis 2003. Der Pater war beliebt bei seinen Schülern, geachtet und geschätzt bei den Eltern.

Auch für Stadt und Politik war Pflüger ein allseits geschätzter Gesprächspartner. Es gelang ihm, durch seine ganz besonders herzliche, offene, direkte Art, mit Menschen umzugehen, das katholische Gymnasium zu starten und für seine Besonderheit in mitten eines wenig christlich geprägten Umfelds Sympathien und Beachtung zu gewinnen.

Doch er wollte zurück nach Afrika, als seine Aufgabe in Dresden vollbracht war. Von 2003 bis 2006 ging Pflüger für die Jesuiten nach Adjumani, Norduganda, wo damals 100.000 Flüchtlinge aus dem Südsudan gestrandet waren. Von 2006 bis 2008 war Pflüger Delegat des deutschen Provinzials für ignatianische Pädagogik. Danach ging er nach Nairobi/Kenia und leitete von 2008 bis 2012 als Regionaldirektor den JRS Ostafrika, nach seiner Rückkehr nach Deutschland war er von 2012 bis 2018 Leiter des JRS Deutschland in Berlin. 2018 ging er wieder zurück nach Afrika und arbeitete als Country Director für die Jesuiten in Uganda.

Weiterführende Artikel

Zuversicht statt Angst

Zuversicht statt Angst

Jesuitenpater Frido Pflüger mag Dresden, die Dresdner und hat eine Idee für die Stadt.

„Vor allem die letzten anderthalb Jahre während der Corona-Pandemie waren für ihn eine besondere Herausforderung“, so der Orden. Seine Rückkehr nach Deutschland sei geplant gewesen. Für den 18. Juli habe er bereits einen Flug nach Berlin gebucht. Wegen einer Covid-19-Infektion musste er dann seit dem 15. Juni im Krankenhaus in Kampala behandelt werden. Nun wird er voraussichtlich dort beerdigt.

Mehr zum Thema Dresden