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Das ist der Corona-Plan für den Dresdner Striezelmarkt

Dresdens berühmter Weihnachtsmarkt findet statt. Allerdings komplett anders. Welche Änderungen es gibt und ab wann Maskenpflicht und Alkoholverbot gelten.

Der Striezelmarkt wird in diesem Jahr deutlich anders.
Der Striezelmarkt wird in diesem Jahr deutlich anders. © Archiv: Sven Ellger

Dresden. "Wir versuchen, das Unmögliche möglich zu machen", so Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP). Damit meint er, eine unter Corona-Bedingungen möglichst unbeschwerte Vorweihnachtszeit zu realisieren. Dafür aber muss sich der Striezelmarkt deutlich ausdehnen. Welche Orte genau genutzt werden, ab wann verschärfte Regeln gelten und weshalb Verkehrschaos programmiert ist. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was passiert auf dem Altmarkt?

Der Hauptplatz für den Striezelmarkt wird wie gewohnt der Altmarkt sein. Allerdings werden dort nicht mehr alle Stände und Attraktionen aufgebaut. Auf dem Altmarkt werden laut OB Hilbert 180 von 230 Ständen stehen. Händler, die beispielsweise erzgebirgische Holzkunst, Glaskunst und ähnliches anbieten, kommen alle auf den Altmarkt. Auch die Schauwerkstatt und -backstube werden dort aufgebaut.

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Dazu kommt ein großer Gastro-Bereich mit Essen und Getränken wie Glühwein. Dieser Gastro-Garten wird eingezäunt. Allerdings bleiben die Zäune zunächst offen. Auch eine Bühne ist dort vorgesehen.

Was ist vor dem Kulturpalast geplant?

Die Kindererlebniswelt verschwindet komplett vom Altmarkt. „Die Häuser dort aufzubauen, ist nicht sinnvoll, weil unter Corona-Bedingungen maximal zwei bis drei Kinder gleichzeitig herein dürften“, erläutert Hilbert. Stattdessen wird der Platz vor dem Kulturpalast zur Kinder-Welt, mit Karussell und mehr. 

Gleichzeitig wird der Platz auch zur Kulturinsel. Die Bibliotheken organisieren das Programm „Advent im Palast“ mit vielen kleinen Veranstaltungen an jedem Wochentag.

Was kommt ans Terrassenufer?

Am Terrassenufer findet zum ersten Mal ein Teil des Striezelmarktes statt. Dort wird es eine zweite Bühne geben, auf der Kurzauftritte geplant sind. Sie werden zeitlich versetzt zu denen auf dem Altmarkt und des anderen Kulturprogramms stattfinden, damit die Besucher flanieren und nicht lange an einem Ort bleiben.

Das historische Riesenrad und die Pyramide kommen ebenfalls ans Terrassenufer. Händler werden hier ausschließlich Gastronomen sein, es wird Essen und Getränke geben. „Das wird wie in Außenbereichen von Gaststätten aussehen“, so OB Hilbert. Auch hier wird alles eingezäunt und die Zäune bleiben zunächst offen. Die Öffnungszeiten weichen von denen am Altmarkt ab. Am Terrassenufer öffnen die Händler von 12 bis 22 Uhr, auf dem Altmarkt von 10 bis 21 Uhr.

Dafür muss das Terrassenufer für die gesamte Zeit komplett gesperrt werden. „Ab wann genau, können wir noch nicht sagen“, so Dresdens Wirtschaftsförderungs-Chef Robert Franke. Aber spätestens mit dem Beginn des Aufbaus. Das werde für Verkehrsprobleme sorgen. Der Aufbau geht am Altmarkt bereits Ende Oktober mit Aufstellen des Weihnachtsbaums los.

Welche weiteren Bereiche sind geplant?

„Wir haben Probleme mit der Ballung von Besuchern vor allem an Freitagabenden, samstags und an verkaufsoffenen Sonntagen“, so Hilbert. „Um das zu entzerren, schaffen wir zusätzliche Kulturangebote.“

So gibt es an den Wochenenden Auftritte auf dem Balkon des Kulturpalastes, die die Philharmonie organisiert. Im kleinen Schlosshof des Residenzschlosses wird es kurze Konzerte, organisiert von den Staatlichen Kunstsammlungen, geben. Im Hof sind unter anderem Auftritte der Operette, der Musikfestspiele, der Singakademie und des Landesgymnasiums für Musik geplant. 

Ein weiterer Ort kommt am vierten Advent hinzu. Weil zusätzliche Besucher in Dresden wegen des Ski-Weltcups und Einkaufssonntags erwartet werden, wird es ein Programm auf der Brühlschen Terrasse geben. Geplant sind Pagoden-Zelte unter dem Motto internationale Weihnacht mit speziellen Essensangeboten.

Was wird mit den großen Festen?

Stollenfest, Bergmannsparade, Pyramidenfest und Co. müssen in diesem Jahr ausfallen, weil mit zu großen Menschenansammlungen gerechnet werden müsste, sagt Franke. Stattdessen sind die vielen kleinen Veranstaltungen geplant. „Insgesamt sind es 32 Spieltage mit rund 400 Programmpunkten und 3.000 Akteuren“, so Kulturamtsleiter David Klein.

Die Auftritte sollen nicht länger als 20 Minuten dauern, damit die Besucher sich dann weiter bewegen. Auf dem Altmarkt gehe es auf der Bühne um Familie und Weihnachtstradition, am Terrassenufer um Spielmannszüge und musikalische Tradition, dazu kommen die Wochenend-Stationen. Die zusätzlichen Maßnahmen um den Markt zu betreiben, kosten laut Hilbert eine sechsstellige Summe.

Ab wann gilt eine Maskenpflicht?

Zunächst bleiben alle Bereiche, die eingezäunt sind, offen und es besteht zunächst auch keine Pflicht, eine Maske zu tragen. Übersteigen die Corona-Infektionen den Wert von 20 pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, kommen die ersten Einschnitte. Für Dresden bedeutet das, ab 118 Infektionen binnen sieben Tagen gibt es in den Gastro-Bereichen Einlasskontrollen – also Besucherbegrenzungen – und Nachverfolgungen. Dafür können Listen ausgefüllt werden, die Stadt empfiehlt aber die Sachsen-App, die demnächst präsentiert werden soll. Ab dann werde auch entschieden, ob Maskenpflicht verhängt wird.

Die nächste Stufe ist der Wert 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, das ist in Dresden ab 146 Infizierten erreicht. Dann dürfen keine Spirituosen mehr ausgeschenkt werden, quasi ein Alkoholverbot „light“, Glühwein darf also weiter gebechert werden. Es muss aber gesichert sein, dass pro Besucher vier Quadratmeter Platz ist, das bedeutet weitere Einlass-Beschränkungen in den Gastro-Bereichen. Ab 281 Neuinfektionen in Dresden wird der Striezelmarkt geschlossen.

Wie wird der Markt geschützt?

Das endgültige Konzept stehe noch nicht, sagt OB Hilbert. „Aber der Striezelmarkt wird wie in den vergangenen Jahren vor möglichen Terroranschlägen wie mit einem Laster geschützt werden.“

Da das Terrassenufer zusätzlich genutzt wird, werde auch dafür ein Konzept erstellt. Da dieses aber für den Verkehr gesperrt wird, sei es relativ einfach zu schützen. Allerdings muss der Stadtrat auch noch dem Marktkonzept zustimmen, die letzte Entscheidung liegt bei den Politikern, ob das Terrassenufer bespielt wird.

So berichten wir über die Corona-Krise:

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