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"Entgleisung" von Medizinern bei Demo?

Auch Ärzte trugen bei einer Demo in Berlin Plakate mit Prominenten in Sträflingskleidung. Der Ärztepräsident kündigt Konsequenzen an.

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Teilnehmer einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen halten am 29. August 2020 Schilder mit Fotomontagen von Politikern, Journalisten und Wissenschaftlern jeweils mit Namen, in Sträflingskleidung und dem Wort "Schuldig".
Teilnehmer einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen halten am 29. August 2020 Schilder mit Fotomontagen von Politikern, Journalisten und Wissenschaftlern jeweils mit Namen, in Sträflingskleidung und dem Wort "Schuldig". © Michael Kappeler/dpa

Gera/Berlin. Nach dem Zeigen von umstrittenen Plakaten auf einer Berliner Demonstration gegen Coronamaßnahmen hat Ärztepräsident Klaus Reinhardt berufsrechtliche Schritte gegen beteiligte Ärzte angekündigt. Es sei "eine unerträgliche Entgleisung, wenn Ärzte, noch dazu Bundestagsabgeordnete, Transparente tragen, auf denen sie ihre ärztlichen Kollegen in Sträflingskleidung darstellen und als Verbrecher verunglimpfen", sagte Reinhardt den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitag). Neben Politikern und Journalisten waren auf den Plakaten der Berliner Virologe Christian Drosten sowie der SPD-Gesundheitspolitiker und Arzt Karl Lauterbach abgebildet.

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Karsten Hilse hatte auf Facebook ein Foto gepostet, auf dem sein Fraktionskollege Robby Schlund mit einem solchen Plakat mit dem Konterfei Drostens posiert. Er habe das Plakat nicht selbst erstellt, es in Berlin aber zeitweise gehalten, sagte Schlund am Freitag. 

Schlund betreibt eine Privatpraxis in Gera. Er sehe die Darstellung als "politische Satire", die vom Grundgesetz gedeckt sei. Drosten stehe inzwischen dermaßen in der Öffentlichkeit, dass er mit solch einer "satirischen Kritik" leben müsse. Wenn Ärzte sich an diesen Protesten nicht beteiligen dürften, hätte die Ärztekammer darauf hinweisen müssen, erklärte Schlund. (dpa)

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