merken
PLUS Sachsen

Kretschmer sieht noch keine Chance für Lockerungen

Sachsen ist weiterhin Deutschlands Hotspot. Auch andere Bundesländer wollen den Lockdown verlängern.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer ist einer von vielen Politikern, die ein Ende des Lockdowns am 10. Januar in Frage stellen.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer ist einer von vielen Politikern, die ein Ende des Lockdowns am 10. Januar in Frage stellen. © Jan Woitas/dpa

Die Hoffnung auf baldige Lockerungen der Corona-Einschränkungen schwindet. „Von einer Entspannung kann in Sachsen noch keine Rede sein“, sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) mit Blick auf die Infektionszahlen am Dienstagabend nach der Kabinettssitzung. Am Dienstag wurden nach Angaben des Sozialministeriums 2.309 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden registriert. Außerdem starben in dem Zeitraum 152 Menschen an oder mit dem Virus, insgesamt sind es nun 2.963. In den Krankenhäusern werden 3.427 Infizierte behandelt, 603 davon auf der Intensivstation. „Das ist beunruhigend“, sagte Köpping.

Das Robert Koch-Institut wies die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen für Sachsen mit 364,7 aus. Damit ist Sachsen im Bundesvergleich nach wie vor der größte Hotspot. „Ich denke, dass wir zum 10. Januar noch keine Lockerungen verkünden können“, so Köpping. Entscheidungen seien dazu im Kabinett aber noch nicht gefallen.

Anzeige
Unschlagbare Schnäppchen bei NORMA
Unschlagbare Schnäppchen bei NORMA

Ab dem 25. Januar gibt es bei NORMA wieder zahlreiche Rabattaktionen. Hier finden Sie die besten Angebote und Aktionsprodukte aus dem aktuellen Prospekt.

Intensivbetten als Kriterium

Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat sich dafür ausgesprochen, den derzeitigen Lockdown zu verlängern. „Ich kann mir nach dem 10. Januar keine Lockerungen vorstellen“, auch nicht, dass dann die Schulen wieder öffnen, sagte der CDU-Politiker am Montag bei einem Besuch des Klinikums Oberlausitzer Bergland in Zittau. „Es spricht sehr viel dafür, dass die kommenden Wochen die Härtesten werden.“

Der verschärfte Lockdown mit strengen Kontaktbeschränkungen, der Schließung der meisten Geschäfte, Schulen und Kitas sowie der schon länger geltenden Schließung von Restaurants, Theatern, Museen und anderen Freizeiteinrichtungen gilt zunächst bis zum 10. Januar. Am 5. Januar wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder darüber beraten, wie es anschließend weiter geht. Dabei werden die Zahlen der Neuinfektionen und Sterbefälle sowie die Belegung von Intensivbetten in den Krankenhäusern wesentliche Entscheidungskriterien sein.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte, es werde nach dem 10. Januar "ohne Zweifel" noch Beschränkungen geben. Bei der Eindämmung der Pandemie sei Deutschland "bei weitem noch nicht da, wo wir hin müssen", sagte der CDU-Politiker am Dienstag in den ARD-"Tagesthemen" laut Vorabmeldung. Deshalb werde es nach dem 10. Januar noch Maßnahmen geben. In welchem Umfang, müssten dann Anfang Januar Bund und Länder entscheiden. Es sei aber absehbar, dass die Zahlen bis dahin nicht so niedrig seien, "dass wir einfach in den Vorlockdown-Modus zurück können", sagte er.

Beurteilung am 5. Januar möglich?

Auch aus anderen Bundesländern werden Stimmen für eine Verlängerung des geltenden Lockdowns laut. „Ich gehe davon aus, dass wir die Maßnahmen verlängern müssen“, sagte die mecklenburg-vorpommerische Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hält eine Fortsetzung der Beschränkungen für wahrscheinlich.

Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bundesweit am Dienstag nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei 149,2. In Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern lag er unter der Marke von 100. Ab einer Inzidenz über 50 können Gesundheitsämter Infektionsketten nicht mehr sicher nachverfolgen. Es sei „zu früh, Entwarnung zu geben“, so Ramelow. Er richte sich darauf ein, „dass wir bis März mit Einschränkungen leben müssen“.

Saarlands Regierungschef Tobias Hans (CDU) sprach sich ebenfalls für eine Verlängerung aus. Die aktuellen Infektionszahlen seien trügerisch, sagte er. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte am Dienstag, er gehe fest davon aus, „dass wir weiterhin mit Einschränkungen leben müssen“. Das Ausmaß müsse anhand der Zahlen bewertet werden.

Regelmäßige Tests für Grenzpendler

Es sei allerdings zu sehen, dass die Infektionszahlen auf einem sehr hohen Stand stagnierten oder bestenfalls leicht zurückgingen. Auch Kanzleramtschef Helge Braun hält eine Verlängerung des verschärften Lockdowns über den 10. Januar hinaus für wahrscheinlich. „Ich rechne damit, dass wir zunächst am 5. Januar, wenn wir uns das nächste Mal treffen, das Ganze noch nicht genau beurteilen können und deswegen den Lockdown noch fortsetzen müssen“, sagte der CDU-Politiker.

Um mehr Infektionen zu erkennen, hat Sachsen am Dienstag erneut die Quarantäne-Verordnung geändert. Ab dem 31. Dezember müssen sich Einreisende aus Risikogebieten im Ausland verpflichtend testen lassen. Entweder sie legen dem Gesundheitsamt unmittelbar nach der Einreise einen Test vor, der maximal 24 Stunden vor der Einreise gemacht wurde.

Weiterführende Artikel

Corona: Bundesweit wieder fast 1.000 Todesopfer

Corona: Bundesweit wieder fast 1.000 Todesopfer

Ab morgen neue Corona-Regeln in Sachsen, Freistaat plant Gesundheits-Notstandsgesetz, Brauer im Bier-Tief - unser Newsblog.

Spahn sieht noch kein Lockdown-Ende

Spahn sieht noch kein Lockdown-Ende

Ein schnelles Ende der Beschränkungen gibt es nicht - darauf bereitet die Regierung die Bürger nun vor. Zeitgleich gibt es Aufregung um die ersehnten Impfungen.

Falls das nicht möglich ist, können sie sich bis zu 48 Stunden nach der Einreise testen lassen – möglich sind Schnell- oder PCR-Tests. „Die Kosten müssen die Reisenden übernehmen“, sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping. Grenzpendler, die zur Arbeit; zum Studium oder zur Ausbildung nach Sachsen kommen, müssen sich zweimal in der Woche testen lassen – ebenfalls auf eigene Kosten. (mit dpa)

Mehr zum Thema Sachsen