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Mehrheit der Sachsen für Corona-Impfpflicht

Mehr als die Hälfte der Sachsen spricht sich laut einer repräsentativen Umfrage für die allgemeine Impfpflicht aus. Das Ergebnis einer weiteren Umfrage überrascht aber.

Von Tobias Winzer
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Noch ist die Impfung gegen Corona freiwillig. Anfang des kommenden Jahres könnte sich das ändern.
Noch ist die Impfung gegen Corona freiwillig. Anfang des kommenden Jahres könnte sich das ändern. © Eric Weser

Kommt sie oder kommt sie nicht? Über kaum ein Thema wird derzeit so hart gestritten wie über die allgemeine Impfpflicht. Voraussichtlich zum Jahresanfang 2022 soll der Bundestag ohne Fraktionszwang darüber abstimmen. Sie könnte dann frühestens im Februar in Kraft treten. Noch schneller geht es bei der Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen. Bereits am Freitag sollen Bundestag und Bundesrat über das neue Infektionsschutzgesetz abstimmen. Dieses sieht unter anderem erstmals eine Corona-Impfpflicht für Einrichtungen vor, in denen besonders gefährdete Menschen betreut, behandelt oder gepflegt werden. Dazu zählen etwa Krankenhäuser, Arztpraxen und Pflegeheime.

Wie umstritten das Thema ist, zeigt sich auch in einem Pro und Contra auf sächsische.de. Während der Sächsische Landesärztekammer Erik Bodendieck für eine generelle Impfpflicht plädiert, um die Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen, lehnt der FDP-Bundestagsabgeordnete Torsten Herbst diese ab. Im Podcast von sächsische.de diskutiert Bodendieck außerdem mit dem Kindermediziner Reinhard Berner, ob die Impfpflicht auch für Kinder kommen sollte.

Fest steht jedoch, dass eine Mehrheit der Sachsen eine allgemeine Impfpflicht befürworten würde. Das jedenfalls ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die sächsische.de gemeinsam mit den Meinungsforschern von Civey gestartet und nun ausgewertet hat. Demnach sagen 58 Prozent der Sachsen, dass es eine allgemeine Impfpflicht gegen das Coronavirus in Sachsen geben sollte. 37 Prozent sind dagegen. Fünf Prozent sind bei der Frage unentschieden.

Das Ergebnis ist nicht ganz überraschend. Zu vermuten ist, dass sich vor allem die bereits vollständig Geimpften für eine Impfpflicht aussprechen. Die Impfquote in Sachsen liegt derzeit bei rund 59 Prozent.

Überraschend ist hingegen das Ergebnis einer weiteren Umfrage, die sächsische.de ebenfalls gemeinsam mit den Meinungsforschern von Civey gestartet hat. Wir wollten wissen, wie die Sachsen zur Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen stehen.

Das Ergebnis: Während diese teilweise Impfpflicht zum Beispiel im Bundestag deutlich weniger umstritten ist als die allgemeine Impfpflicht, ist die Ablehnung in Sachsen ähnlich groß. 57 Prozent befürworten es, dass es in Deutschland eine Corona-Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen geben soll. 39 Prozent sind dagegen. Vier Prozent der Sachsen sind bei der Frage unentschieden.

In diesem Artikel wurden zwei Umfragen ausgewertet, die Sächsische.de in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsunternehmen Civey durchgeführt hat. Die Größe der Stichproben für die Sachsen-Zahlen in der Reihenfolge der genannte Umfragen: 308, 316. Details zu den Befragungszeiträumen und dem statistischen Fehler entnehmen Sie bitte den Grafiken.

Wie Umfragen mit Civey funktionieren, wird in diesem Artikel (mit Video) erklärt.