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Fast 50 Millionen Euro für Intensivbetten in Sachsen

Sachsens Krankenhäuser haben im Frühjahr Betten für Covid-Patienten freigehalten. Dafür werden sie nun entschädigt - und erhalten weitere Mittel.

Der Bund hat den Ausbau der Intensivmedizin in der Coronapandemie unterstützt. Foto:dpa/Christophe Gateau
Der Bund hat den Ausbau der Intensivmedizin in der Coronapandemie unterstützt. Foto:dpa/Christophe Gateau © Christophe Gateau/dpa

Sachsens Krankenhäuser haben im Zuge der Coronapandemie umfassende Hilfen des Bundes erhalten. Für den Ausbau der Intensivmedizin flossen bis Mitte April 47,35 Millionen Euro. Das geht aus der Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag hervor. Nach Angaben des sächsischen Sozialministeriums wurde das Geld für 947 „intensivmedizinische Behandlungskapazitäten mit maschineller Beatmungsmöglichkeit“ ausgezahlt.

Sachsen liegt damit bundesweit an sechster Stelle und damit etwa vor Berlin, Thüringen und Schleswig-Holstein. Im Freistaat war die zweite Welle der Pandemie besonders stark ausgeprägt. Das Gesundheitswesen geriet an seine Belastungsgrenzen. „Mit dieser Förderung wurden die Krankenhäuser in die Lage versetzt, kurzfristig ihre Intensivbettenkapazitäten zu erhöhen, soweit es die zur Verfügung stehenden personellen Ressourcen zuließen“, teilte Sachsens Sozialministerium auf Anfrage der Sächsischen Zeitung mit. Das habe „sicherlich dazu beigetragen, die sehr schwierige Entwicklung auf den Intensivstationen in den Krankenhäusern im Freistaat Sachsen um den Jahreswechsel 2020/2021 zu meistern“.

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Sachsens Krankenhäuser erhielten noch weitere Mittel

Für jedes geschaffene oder vorgehaltene Intensivbett mit maschineller Beatmungsmöglichkeit erhielten Krankenhäuser durch ein Ende März verabschiedetes Gesetz 50.000 Euro. Kriterien dafür wurden durch die Bundesländer festgelegt.

Sachsens Krankenhäuser erhielten aber noch weitere Mittel. Dazu zählen unter anderem Ausgleichszahlungen für Mindereinnahmen. Das ist der Fall, wenn aus Pandemiegründen geplante Eingriffe verschoben werden und die Einrichtungen dadurch weniger Einnahmen haben. Von Mitte März bis Ende September des vergangenen Jahres umfassten die Zahlungen an die Krankenhäuser im Freistaat knapp 388 Millionen Euro. Zwischen November 2020 und dem aktuellen Monat Mai waren es 289,5 Millionen Euro. Die Hilfen aus dem zentralen Gesundheitsfonds werden vom Bund erstattet.

Die Daten gehen aus einer Übersicht des Bundesamtes für Soziale Sicherung hervor. Die Ausfallzahlungen sowie das Geld für die Aufstockung der Intensivmedizin belaufen sich für sächsische Krankenhäuser damit auf knapp 725 Millionen Euro.

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