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Zu viele Infektionen: Dresden verschärft die Corona-Regeln

Nicht nur auf ungeimpfte Menschen kommen ab Samstag Hürden in Dresden zu. Das ist die Liste der neuen Corona-Regeln.

Ungeimpfte und ungenesene Dresdner müssen sich ab Samstag wieder testen lassen - nicht nur, wenn sie eine Gaststätte besuchen wollen.
Ungeimpfte und ungenesene Dresdner müssen sich ab Samstag wieder testen lassen - nicht nur, wenn sie eine Gaststätte besuchen wollen. ©  Sebastian Kahnert/dpa/Montage:SZ

Dresden. In nur zweieinhalb Monaten hat sich die Zahl der wöchentlichen Neuinfektionen in Dresden verzehnfacht. Am Donnerstag nun hat das Robert-Koch-Institut den fünften Tag in Folge eine Inzidenz von über 35 gemeldet. Damit tritt bereits am Samstag die sogenannte 3-G-Regel in Dresden in Kraft. In vielen Bereichen des öffentlichen Lebens ist es dann Pflicht nachzuweisen, dass man geimpft, genesen oder frisch getestet ist. Das sind aber nicht die einzigen Verschärfungen. Die neuen Corona-Regeln im Überblick.

Wo gelten die 3-G-Regeln ab Samstag?

Ab Samstag, 0 Uhr, gilt es: Wer dann in Dresden ein Restaurant, einen Friseursalon, ein Fitnessstudio, ein Hallenbad, eine Sauna, ein Theater, ein Kino, eine Diskothek oder eine Bar besuchen möchte, muss vor dem Betreten nachweisen können, dass er vollständig gegen das Coronavirus geimpft, von Corona genesen oder negativ auf das Coronavirus getestet ist. So sieht es die sächsische Corona-Schutzverordnung vor.

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Außerdem gilt die Testpflicht für ungeimpfte und ungenesene Beschäftigte und Selbständige mit direktem Kundenkontakt. Sie sind ab Samstag wieder verpflichtet, sich zweimal pro Woche zu testen oder testen zu lassen. Der Testnachweis muss vier Wochen aufbewahrt und jederzeit vorgezeigt werden können. Arbeitgeber sind verpflichtet, die Tests kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Es gibt jedoch auch Bereiche, die von der 3-G-Regel ausgeklammert wurden. Dazu zählen Geschäfte aller Art - vom Supermarkt über den Baumarkt bis zum Schuhladen. In den allermeisten Fällen sind außerdem die Außenbereiche von Restaurants und Bars, Sportstätten sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen von der Nachweispflicht ausgenommen. Im Gegensatz zu Hotels und Pensionen dürfen Gäste von Ferienwohnungen und Campingplätzen ebenfalls auf die G-Nachweise verzichten.

Ausnahmen gelten darüber hinaus für Besucher von Bädern, Fitnessstudios und körpernahen Dienstleistungen, sofern der Aufenthalt dort medizinisch notwendig ist. Zudem gilt die Testpflicht nicht für Kinder unter sechs Jahren sowie für Schüler, die in der Schule getestet werden.

Wie müssen die Nachweise konkret aussehen?

Geimpfte: Voraussetzung ist zunächst, dass seit der letzten erforderlichen Impfung mindestens 14 Tage vergangen sind. Erst danach gilt man als vollständig geimpft. Als Nachweis müssen Gastronomen, Kulturschaffende, Friseure, Kosmetiker und Co. sowohl den Impfausweis, die Impfersatzbescheinigung sowie digitale Nachweise wie die Covpass-App oder die Corona-Warnapp akzeptieren. Diese dürfen in deutscher, englischer, französischer, italienischer oder spanischer Sprache sein. Es empfiehlt sich, den Personalausweis dabei zu haben.

Genesene: Wer sich schon einmal mit dem Coronavirus angesteckt hat und inzwischen genesen ist, benötigt einen auf ihn ausgestellten Genesenennachweis. Diesen gibt es beim Arzt und in der Apotheke. Nötig ist dafür das schriftliche PCR-Testergebnis, das bestätigt, dass man infiziert war. Der PCR-Test muss mindestens 28 Tage alt sein, darf aber wiederum maximal sechs Monate zurückliegen. Nachweise sind sowohl per Papier als auch digital erlaubt. Es empfiehlt sich, den Personalausweis dabei zu haben.

Getestete: Anerkannt werden Coronatests, die in einem Testzentrum durchgeführt werden, das vom Gesundheitsamt beauftragt wurde. Auch Tests zählen, die im Rahmen des betrieblichen Arbeitsschutzes durch erfahrenes Personal vorgenommen werden. Selbsttests sind nur dann zulässig, sofern sie vor Ort - also vorm Restaurant oder Friseursalon - unter Aufsicht der dortigen Mitarbeiter stattfinden. Das Testergebnis darf in jedem Fall höchstens 24 Stunden alt sein. Tagesaktuell bedeutet also nicht, dass der Test vom selben Tag stammen muss. Eine Ausnahme gilt für PCR-Tests, deren Ergebnisse 48 Stunden gültig sind. Es empfiehlt sich, den Personalausweis dabei zu haben.

Was ist mit Maskenpflicht und Kontakterfassungen?

Die Maskenpflicht gilt unverändert weiter in Geschäften, bei Behörden, in Bussen, Bahnen und Taxis, bei Friseuren sowie Kosmetikern - und zwar für alle, unabhängig davon, ob sie geimpft oder genesen sind. Unter freiem Himmel rät die Corona-Schutzverordnung nur dazu, einen Mund- und Nasenschutz zu tragen, insbesondere dann, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Lockerungen sind nach geltenden Regeln erst wieder bei einer Inzidenz unter 10 möglich.

Auch die Kontakterfassung in Gaststätten, bei Friseuren, in Bädern, Saunen und Fitnessstudios oder Kultureinrichtungen gilt ab Samstag für alle Menschen in Dresden.

Wo kann ich mich testen lassen?

Aktuell haben noch mehr als 100 Testzentren in Dresden geöffnet, die kostenlose Bürgertests anbieten. Diese dürfen so oft in Anspruch genommen werden, wie man das möchte. Erst ab 11. Oktober sollen die Schnelltests wieder kostenpflichtig werden. Ausnahmen sind für Kinder unter zwölf Jahren sowie Menschen vorgesehen, für die es keine Impfempfehlung gibt.

Für Teenager und Jugendliche bis 17 Jahren soll es bis November eine Übergangsfrist geben, in der sie sich noch kostenlos testen lassen können. Noch gibt es die entsprechende Verordnung aber nicht.

Update, 9. September, 16 Uhr: In einer früheren Version dieses Beitrages hieß es, die Testpflicht für Beschäftigte und Selbständige mit direktem Kundenkontakt würde auch für Geimpfte und Genesene gelten. Das ist nicht richtig. Beide Gruppen sind von dieser Regel ausgenommen. Die entsprechende Passage im Beitrag ist korrigiert worden.

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