Weißwasser
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Dem Landschaftsmaler auf der Spur

Am Freitag beeindruckte das künstlerische Erbe Carl Georg Graebs die Teilnehmer einer ersten Themen-Führung im Fürst-Pückler-Park Bad Muskau.

Von Rolf Ullmann
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Betriebsleiter Holger Daetz veranschaulicht seine Erläuterungen mit großformatigen Ablichtungen der Werke von Carl Georg Graeb.
Betriebsleiter Holger Daetz veranschaulicht seine Erläuterungen mit großformatigen Ablichtungen der Werke von Carl Georg Graeb. © Rolf Ullmann

Bad Muskau. Zum ersten Mal in diesem Jahr scharten sich die Teilnehmer an einer thematischen Führung durch die Gefilde des Fürst-Pückler-Parks am Eingang zum Innenhof des Neuen Schlosses zusammen. 30 erwartungsvolle Damen und Herren waren nur zu gern bereit, sich mit Holger Daetz, dem Betriebsleiter der Stiftung Fürst-Pückler-Park, auf eine mehrstündige Entdeckungsreise zu begeben. 

Der Landschaftsmaler Carl Georg Graeb und seine Aquarelle, die er nicht nur im Park und Schloss schuf, standen dabei im Mittelpunkt. Die Führung begleitete als eine lebendige Anschauung seines Wirkens die Sonderausstellung, die noch bis zum 1. November im Neuen Schloss die Betrachter in ihren Bann zieht. Schon der Titel der Ausstellung „Die Leichtigkeit der Farben – Wiederentdeckte Muskauer Aquarelle des Landschaftsmalers Carl Graeb 1855 bis 1859“ – stimmt den Besucher auf die außergewöhnlichen Sichten eines Künstlers auf den Park, das Schloss, aber auch auf Besitzungen der Standesherrschaft Muskau ein. Holger Daetz bezeichnete die Wiederentdeckung der insgesamt 74 Aquarelle als „einen grandiosen Fund, der seinesgleichen sucht.“ Über fünf Jahre hielt der in Berlin geborene Künstler die Landschaft beiderseits der Neiße sowie im Bergpark fest.

Wiederfinden im Weitwinkelformat

Im Weitwinkelformat erfasste er die sich ihm bietenden Motive und arbeitete dabei noch die kleinsten Details mit hoher Akribie heraus. Besonders beeindruckend sind die Lichtstimmungen, die er am Morgen beziehungsweise in den Abendstunden einfing. Diese Genauigkeit im Detail erwies sich als ein außergewöhnlicher Glücksfall, insbesondere wenn es darum ging, die Ursprünglichkeit von Gehölzen, Anlagen und Wegen zu erfassen und bei der jetzigen Gestaltung zu berücksichtigen. 

Holger Daetz veranschaulichte diese Exaktheit in der Darstellung mittels großformatiger Ablichtungen von einigen der Aquarelle. Für die Teilnehmer entstand so die Abbildung einer Landschaft und von Gebäuden, wie sie sich vor etwa 160 Jahren dem Auge des Betrachters zeigten. Immer wieder verhielt der Fachmann auf dem Gebiet der Garten- und Landschaftsarchitektur am Freitagabend an einigen markanten Punkten und stellte die historischen Ansichten der Gegenwart gegenüber. Ein reizvoller Vergleich, der zeigte, wie der Park, das Schloss sowie die anderen Anlagen in ihrer ursprünglichen Anlage erhalten blieben, beziehungsweise durch das Wirken mehrerer Generationen Veränderungen unterworfen wurden. 

So registrierten die Neugierigen mit Erstaunen, das die bekannte farbliche Gestaltung des Neuen Schlosses in seinem dunklen Rot erst relativ spät, nämlich in den Jahren 1926 bis 1927, angebracht wurde. Vorher dominierten hier helle, gelbe Farbtöne. Auch am Beispiel der Fuchsienbrücke erläuterte Holger Daetz die unterschiedlichen Farbgebungen in den Zeitläufen. 

Die Fülle von Fakten und wissenswerten Details, weckte bei einigen Damen und Herren bereits schon jetzt die Neugier auf die noch folgenden zwei Führungen. So führt die zweite Tour am 28. August in den östlichen Teil des Parks jenseits der Neiße. Eine dritte Führung in den Bergpark rundet am 9. Oktober die Trilogie ab. Für beide Führungen ist eine rechtzeitige namentliche Voranmeldung notwendig: die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

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