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Bergbaufirma nimmt Zinnwald in den Fokus

Die Neuausrichtung der Zinnwald Lithium Aktiengesellschaft bringt Schwung in das Projekt und in die Börsenkurse.

Hier liegt das Bohrgestänge, das bei den Erkundungen in Zinnwald zum Einsatz gekommen ist.
Hier liegt das Bohrgestänge, das bei den Erkundungen in Zinnwald zum Einsatz gekommen ist. © Egbert Kamprath

Die neuen Nachrichten von dem Lithiumprojekt in Zinnwald ließen an der Börse die Aktienkurse steigen. Binnen einer Woche ist der Aktienkurs von Zinnwald Lithium plc an der Frankfurter Börse von 16 Cent auf 24 Cent gestiegen.

Hauptversammlung mit neuen Nachrichten

Hauptanlass dazu gab die Nachricht, dass Zinnwald Lithium plc jetzt den insolventen Solarworld-Konzern aus dem Unternehmen herausgekauft hat. Am Montag fand die Jahreshauptversammlung von Zinnwald Lithium statt. Dort hat Vorstandsmitglied Jeremy Martin weitere Informationen gegeben. Demnach sind Tests für die Herstellung von Lithium-Hydroxid erfolgreich verlaufen. Das ist eine Form, in der Lithium auf den Markt gebracht wird.

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Das Unternehmen teilt mit, dass es ein Produkt von hoher Qualität im Batteriestandard herstellen kann mit wenig Verunreinigungen. Es gibt auch schon Muster davon, die mögliche Abnehmer untersuchen können.

Bisher auch noch Projekte für Zink und Gold

Das Unternehmen richtet sich jetzt ganz auf das Vorhaben im Osterzgebirge aus. Zinnwald Lithium heißt ja erst seit vergangenem Jahr so. Früher nannte es sich Erris Ressources und hatte vier Projekte am Laufen: In Abbeytown in Irland ein Abbauvorhaben vorwiegend für Zink, aber auch für Blei, Kupfer und Silber, in Brännberg in Schweden, in Gautelis in Norwegen und in Perthshire in Schottland Erkundungsprojekte für Goldvorkommen.

Die anderen Vorhaben werden zurückgestellt

Schon die sofortige Umbenennung in Zinnwald Lithium zeigt, wo jetzt der Fokus der Aktiengesellschaft liegt. Ihre anderen Rechte und Vermögenswerte hat das Unternehmen ruhend gestellt. Das heißt, diese Projekte treibt es jetzt nicht mehr voran, sondern verwahrt sie in einem sicheren Zustand, sodass es sie gegebenenfalls wiederaufnehmen kann. Nur das Vorhaben in Abbeytown in Irland betreibt es aktiv weiter, weil sich die Zinkpreise momentan sehr gut entwickeln. Dort ist noch dieses Jahr eine Bohrkampagne geplant. Die Gold-Lizenz im schwedischen Brännberg will es aufgeben.

Deutsche Lithium macht die Arbeit vor Ort

Das Unternehmen ist jetzt klar ausgerichtet, was bisher so noch nicht so der Fall war. Das Projekt ist in zwei Stufen organisiert. In Freiberg ist die Deutsche Lithium GmbH ansässig, die die gesamte Arbeit vor Ort erledigt. Die Lizenzen beim Oberbergamt einholt, die nötigen Forschungsarbeiten für die Aufbereitung des Erzes betreibt und die Planung für Bergwerk und Aufbereitung ausarbeitet.

Zinnwald Lithium muss Anleger an der Börse überzeugen

Dieses Unternehmen gehörte bisher zur einen Hälfte dem Solarworld-Konzern, der aber in Insolvenz ist. Also konnte er nicht aktiv handeln und auch kein zusätzliches Kapital in das Projekt stecken. Das ist nun komplett Aufgabe von Zinnwald Lithium, die dafür aber das alleinige Sagen und komplette Handlungsfreiheit bei der Deutschen Lithium hat. Zinnwald Lithium ist die zweite Ebene, die jetzt vor allem eine Aufgabe hat: Anleger von dem Vorhaben überzeugen und das nötige Kapital einzusammeln, um ein Bergwerk in Zinnwald und eine Aufbereitung in Altenberg zu errichten.

Auch die Erkundungslizenzen der Deutschen Lithium in Falkenhain, Altenberg und jetzt auch Sadisdorf stützen das Zinnwald-Projekt zusätzlich. Wenn an diesen Orten ebenfalls Lithiumerz abgebaut werden kann, lastet das die Aufbereitungsanlage besser aus und verlängert die Betriebszeit der Anlage, macht sie unterm Strich also wirtschaftlicher.

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Dabei hoffen die Lithiumsucher in Zinnwald auf eine starke Zunahme von Elektroautos und damit auf einen wachsenden Markt für Akkus. Bei der heutigen Technik ist Lithium dafür ein wichtiger Bestandteil. Die EU schätzt, dass bis 2030 18-mal mehr Lithium benötigt wird, um die Wirtschaft klimaneutraler zu organisieren. Der Ausbau der Produktionskapazität für neue Lithium-Batterien soll sich bis 2028 verzwanzigfachen. Anton du Plessis, Vorstand von Zinnwald Lithium, sagt dazu: "Wir sind in der Position, um ein wichtiger Lieferant von Lithiumprodukten in Batteriequalität zu werden." Solche Geschichten wollen die Anleger an den Börsen hören. Daher haben sie mit steigenden Kursen reagiert.

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