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Dresden: Neue Gastronomie am Postplatz

Auf dem bisher eher unbelebten Platz öffnen neue Restaurants. Mit dem "Shiki" kommt nun ein exotisches Angebot dazu - in dem bald auch DJs Musik auflegen.

Der Postplatz wird gastronomisch internationaler: Das "Shiki" ist ein Mix aus Restaurant, Bar und Musikclub. Nebenan gibt es typisch tschechisches Essen in Wenzels Prager Bierstuben.
Der Postplatz wird gastronomisch internationaler: Das "Shiki" ist ein Mix aus Restaurant, Bar und Musikclub. Nebenan gibt es typisch tschechisches Essen in Wenzels Prager Bierstuben. © René Meinig

Dresden. Rund um den Postplatz im Dresdner Zentrum etabliert sich nach und nach eine recht exotische Gastro-Szene. Nachdem im Januar das zweite Restaurant von "Wenzels Prager Bierstuben" im Neubau mit der runden Ecke eröffnet hatte, geht nun am Postplatz 2 das "Shiki" an den Start. Während es bei Wenzels mit Gulasch, Knödel und Bier typisch Tschechisch zugeht, steht im "Shiki" gehobene asiatische Küche auf der Karte. 

Die Betreiber Giang Dannemann und Vu Anh Doan sind am Postplatz keine Unbekannten. Beide haben 2018 das "Codo" im Lebendigen Haus in der Brüdergasse aufgemacht. Schon ein Jahr später hatten sie den Mietvertrag für ihr neues Restaurant "Shiki" am Postplatz unterschrieben.

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Lecker und von hier
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Giang Dannemann (l.) und Vu Anh Doan sind die Betreiber des neuen Restaurants am Postplatz. In der Dresdner Gastro-Szene sind sie keine Unbekannten.
Giang Dannemann (l.) und Vu Anh Doan sind die Betreiber des neuen Restaurants am Postplatz. In der Dresdner Gastro-Szene sind sie keine Unbekannten. © René Meinig

Das war im September 2019 - nun beleben sie mit Stühlen, Tischen und Sonnenschirmen vor ihrem Restaurant den Postplatz, der in Dresden als lieblose Betonwüste einen eher zweifelhaften Ruf genießt. Zumindest architektonisch. Und doch muss sich die Gastro-Szene am Standort erst einmal behaupten - zu groß ist die Konkurrenz in der Dresdner Innenstadt. 

"Die ersten Tage waren ganz ok, aber es dauert immer, bis es richtig gut läuft." Abends würden die Tische inzwischen aber oft nicht für alle Gäste reichen. Deshalb ist Gian Dannemann optimistisch, immerhin ist das "Shiki" ihr sechstes Restaurant in Dresden. Neben den zwei Hot-Woks betreibt sie drei "Codo"-Restaurants, hatte sich dafür vor zwei Jahren unter anderem Vu Anh Doan ins Boot geholt - nun folgt Standort Nummer sechs. Und das mit einem komplett anderen Konzept.

Küchenchef Ngoc Ta Quang ist 29 Jahre alt und wie die beiden Chefs Kinder ehemaliger Gastarbeiter aus Vietnam. Gemeinsam mit Vu Anh Doan hat er seine Ausbildung im Hotel Bellevue gemacht.
Küchenchef Ngoc Ta Quang ist 29 Jahre alt und wie die beiden Chefs Kinder ehemaliger Gastarbeiter aus Vietnam. Gemeinsam mit Vu Anh Doan hat er seine Ausbildung im Hotel Bellevue gemacht. © René Meinig

Während sich das "Codo" mit traditionellen vietnamesischen Speisen eher in der einfachen Küche für jeden Tag bedient, geht es im "Shiki" nun etwas luxuriöser zu. Auch preislich. "Das Essen soll bei uns ein besonderes Erlebnis sein", sagt Vu Anh Doan. Der 28-Jährige setzt auf internationale Delikatessen: Lachs aus Schottland, Thunfisch aus Japan, ebenso wie Hummer und Langustenschwänze. Hauptgerichte kosten zwischen 16 und 30 Euro, das Vier-Gänge-Menü rund 70 Euro. Für Mitarbeiter aus umliegenden Büros und Geschäften gibt es auch Mittagsgerichte, die ab acht Euro zu haben sind.

"Shiki" heißt vier Jahreszeiten - und so gibt es im Restaurant  einen Mix aus vier verschiedenen Bereichen: eine Sushi-Bar mit offener Küche, daneben werden vom 29-jährigen Küchenchef Ngoc Ta Quang warme Speisen zubereitet. Außerdem gibt einen besonderen Grill für Gemüse und Meeresfrüchte. Das Herzstück des neuen Konzeptes ist der Barbereich mit einem Flaschenregal, das bis zur Decke reicht. Dort lagern japanischer Whiskey und Wodka, aus denen der Bar-Chef selbstkreierte Cocktails mixt. 

An der offenen Sushi-Bar können die Gäste den Köchen bei ihrer Arbeit zuschauen.
An der offenen Sushi-Bar können die Gäste den Köchen bei ihrer Arbeit zuschauen. © René Meinig

Noch befindet sich das Restaurant mit 70 Innen- und 50 Außenplätzen nur im Erdgeschoss. Ab Dezember kommen 70 weitere Plätze im Obergeschoss dazu, das derzeit noch umgebaut wird. Neben dem Restaurant- und Barbetrieb wird aus dem "Shiki" dann eine Art Musikclub, in dem auch DJs auflegen. Diese Art der Gastronomie ist in der Dresdner Innenstadt bislang nicht zu finden.

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Insgesamt zehn Köche und zehn Servicemitarbeiter haben im "Shiki" einen neuen Job gefunden. Was den beiden Chefs sehr wichtig ist: Bis auf vier deutsche Angestellte sind die Mitarbeiter alles junge Menschen,  deren Eltern einst zum Arbeiten in die DDR gekommen sind. Vor der politischen Wende lebten in der DDR rund 60 000 Vietnamesen, sie waren angeworbene Gastarbeiter oder Studenten. Gian Dannemann und Vu Anh Doan sind ebenfalls Kinder von früheren Gastarbeitern. Gian Dannemann kam 1993 als 15-Jährige aus Vietnam hierher, weil ihre Mutter hier gearbeitet hat. Heute ist die studierte Wirtschaftsmathematikerin erfolgreiche Gastronomin - und will jungen Gastronomen, Köchen und Kellnern mit demselben Migrationshintergrund einen guten Einstieg in die Branche möglich machen.

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