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Club "Eule" in Dresden: Aus dem Jugendhaus wird jetzt ein Begegnungszentrum

Im ehemaligen Kinder- und Jugendhaus "Eule" in Dresden-Johannstadt sollen sich künftig Kinder, Jugendliche und Erwachsene treffen und sich auch zu unterschiedlichen Kulturen und Religionen austauschen können.

Von Kay Haufe
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Ob die buntbemalte Fassade des früheren Jugendhauses in Dresden so bleibt, wird noch mit dem Stadtplanungsamt entschieden.
Ob die buntbemalte Fassade des früheren Jugendhauses in Dresden so bleibt, wird noch mit dem Stadtplanungsamt entschieden. © Matthias Rietschel

Dresden. Elf Monate stand der alte DDR-Flachbau leer, jetzt soll im ehemaligen Kinder- und Jugendhaus "Eule" wieder Leben einziehen. Das buntbemalte Haus auf der Marschnerstraße 33 in der Johannstadt wird ab dem 15. April das neue Begegnungszentrum des Vereins Deutsches-Interkulturelles-Muslimisches-Centrum für Integration und Bildung Dresden e. V. (DIMCIB Dresden e. V.) beherbergen. "Aber es geht nicht sofort mit Veranstaltungen los, der Zustand des Gebäudes ist ziemlich heruntergerockt. Es muss zunächst beräumt und gereinigt werden", sagt der Altstädter Stadtbezirksamtsleiter André Barth. Generell freue er sich sehr, dass die "Eule" wieder genutzt werde.

Der Kinderschutzbund ist 2023 ausgezogen, nachdem er in der alten Schokofabrik auf der Lili-Elbe-Straße ein Streetwork-Angebot eröffnet hatte. Geplant war zwischenzeitlich, dass das Jugendökohaus vom Großen Garten in die "Eule" umziehen könnte. Doch das hat inzwischen auf dem Trinitatisfriedhof ein neues Zuhause gefunden.

Vorurteile abbauen in der "Eule" in Dresden

Stück für Stück will der Verein DIMCIB nun in der "Eule" Angebote für Frauen und Männer mit und ohne Migrationsgeschichte sowie für Kinder und Jugendliche jeden Alters machen. Geplant sind offene Treffs, Ausstellungen, Workshops, Spielenachmittage, kulturelle Veranstaltungen, Sprachunterricht für Kinder in ihrer Muttersprache sowie Sport.

"Wir wollen mit unseren Veranstaltungen auch Vorurteile abbauen helfen, von Migranten untereinander, von Deutschen gegenüber Migranten und umgekehrt", sagt der Vorstandsvorsitzende des DIMCIB Magdi Khalil. So soll es ein wöchentliches offenes Angebot von etwa Stunden geben, zu dem Interessenten kommen und alle Fragen stellen können, die sie zu anderen Kulturen oder Religionen bewegen.

Geplant sind auch Andachts- und Gebetszeiten sowie interreligiöse Austauschformate. Bei einem "Tag der offenen Tür" können sich Interessierte und Nachbarn alles ansehen und mit den Vereinsmitgliedern ins Gespräch kommen. "Ein Termin steht aber noch nicht fest, das wird noch etwas dauern, bis wir uns eingerichtet haben", sagt Klalil.

Viele Jahre lang war die "Eule" Treffpunkt von Kindern und Jugendlichen im Stadtteil Johannstadt.
Viele Jahre lang war die "Eule" Treffpunkt von Kindern und Jugendlichen im Stadtteil Johannstadt. © Matthias Rietschel

Der Bedarf zum Austausch im Stadtteil Johannstadt ist hoch. Dort beträgt der Anteil von Menschen mit ausländischem Pass etwa 17 Prozent gegenüber dem städtischen Durchschnitt in Höhe von 12 Prozent (Stand 31.12.2023), sagt Dresdens Integrationsbeauftragte Kristina Winkler. Gleichzeitig gibt es in der Johannstadt und im Umfeld der "Eule" viele Arbeitgeber mit einem besonders hohen Anteil ausländischer Fachkräfte wie beispielsweise das Max-Planck-Institut, verschiedene Fraunhofer-Institute, GlaxoSmithKline, das Uniklinikum sowie die TU Dresden mit dem Center for Regenerative Therapies Dresden.

Ganz in der Nähe der "Eule", auf der Marschnerstraße 2, hat der Verein Marwa El Sherbiny Kultur- und Bildungszentrum Dresden e.V. seinen Sitz, der nach eigener Aussage ein Zuhause für Muslime in Dresden schaffen und eine Moschee bauen will. Dieser Verein wird vom Verfassungsschutz Sachsen als verfassungsfeindlich eingestuft. Vorstand und somit Entscheidungsträger ist Saad Elgazar, welcher der Muslimbruderschaft zuzuordnen sei, so das Landesamt Sachsen für Verfassungsschutz auf seiner Internetseite. Elgazar hatte dies bestritten. "Wir wollen mit dem Marwa El Sherbini Verein nichts zu tun haben", erklärte Magdi Khalil.

Viele Mitglieder aus arabischen Ländern

2015 in Dresden gegründet, hat der gemeinnützige Verein DIMCIB heute rund 40 Mitglieder, darunter Deutsche, Algerier, Marokkaner, Tunesier, Libyer, Chinesen und US-Amerikaner. Khalil stammt aus Ägypten und lebt seit 2009 in Deutschland.

DIMCIB hat bereits mehrere Veranstaltungen in Dresden organisiert wie 2022 Workshops über das Fasten in verschiedenen Religionen für Jugendliche im Ramadan und Seminare über die Bedeutung des Ramadans. Der Verein finanziert sich hauptsächlich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden.