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Semperoper: Letzter Akt im Champagnerzimmer

Die Arbeiten im Champagnerzimmer des Dresdner Opernhauses stehen kurz vor dem Abschluss. Der Freistaat plant eine weitere Modernisierung.

Erneuert wurde im vergangenen Jahr der Eingangsbereich der Semperoper. Im Untergeschoss wird aber noch gearbeitet.
Erneuert wurde im vergangenen Jahr der Eingangsbereich der Semperoper. Im Untergeschoss wird aber noch gearbeitet. © Peter Hilbert/SZ

Dresden. Die Semperoper wird immer wieder zur Baustelle. Schließlich investiert der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) viel, um das weltbekannte Gebäude zu erhalten. Im vergangenen Jahr waren umfangreiche Arbeiten am Eingangsbereich und an der Bühne ausgeführt worden. Sie wurden bis Ende August abgeschlossen. Doch im Untergeschoss sind noch immer Bauleute aktiv. Sie sanieren dort das Rundfoyer der einstigen Gaststätte, die seit der Jahrhundertflut 2002 nicht mehr genutzt wird. In dem Zuge wird auch das sogenannte Champagnerzimmer in Richtung Theaterplatz und das Rundfoyer davor instandgesetzt.

Für den Namen gibt es dem SIB zufolge zwei Erklärungen. Einerseits soll dort früher Champagner gelagert worden sein. Zum anderen werde erzählt, dass bei der Eröffnung 1985 Staats- und Parteichef Erich Honecker mit anderen Promis in diesem Raum mit dem edlen Tropfen angestoßen hat.

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Ein Blick ins instandgesetzte Champagnerzimmer. Dort soll Erich Honecker zur Eröffnung der Semperoper den edlen Tropfen getrunken haben.
Ein Blick ins instandgesetzte Champagnerzimmer. Dort soll Erich Honecker zur Eröffnung der Semperoper den edlen Tropfen getrunken haben. © Sven Ellger

Die Außenwände des Champagnerzimmers und des benachbarten Rundfoyers sind fachgerecht geschlossen und abgedichtet worden, teilt SIB-Sprecher Alwin-Rainer Zipfl mit. Derzeit werden sie von innen getrocknet. Zudem installieren Handwerker Heizungs- und Lüftungsanlagen sowie die Beleuchtung. Im November haben die Innenwände noch einen speziellen Putz erhalten, der etwa nach zwei Jahren ausgetauscht wird, erläutert Zipfl. Dieser sogenannte Opferputz zieht Salz aus den Wänden, der mit der Feuchtigkeit in sie eingedrungen war. Die letzten Stuck- und Malerarbeiten sollen im Januar abgeschlossen werden. Für diese Arbeiten im Untergeschoss der Semperoper investiert der SIB rund 46.000 Euro.

Das ist das Rundfoyer vor dem Champagnerzimmer während der Sanierung im Oktober. Mittlerweile sind die Arbeiten dort weitgehend abgeschlossen.
Das ist das Rundfoyer vor dem Champagnerzimmer während der Sanierung im Oktober. Mittlerweile sind die Arbeiten dort weitgehend abgeschlossen. © Sven Ellger

Hinter dem Champagnerzimmer befindet sich ein Stück eines Tunnels in Richtung Schloss. Der Zugang wurde mit einer Mauer verschlossen, sodass keine Feuchtigkeit mehr in die Semperoper eindringen kann. Nach Abstimmung mit der Stadt sei das Tunnelstück dann mit Kies verfüllt worden. So bleibt es späteren Generationen noch möglich, die historische Baukonstruktion zu erkunden.

Seit dem Frühjahr 2020 war der Bereich des Haupteingangs der Semperoper saniert worden. Im Inneren der Semperoper wurde in dem Zuge der insgesamt 2.400 Quadratmeter große Bühnenboden komplett erneuert. Die Unterkonstruktion war bis 1985 eingebaut worden. Der Bühnenboden hatte 2006 letztmalig einen neuen Belag erhalten. Aber nicht nur aus diesem Grund wurde er erneuert. Auf Grund der höheren Belastungen durch die Bühnentechnik hätte das alte Material nicht mehr den Anforderungen entsprochen.

Bühnenbauer Dirk Lattermann hatte im August vergangenen Jahrs den neu verlegten Belag auf der Hauptbühne abgeschliffen. Dieses Jahr soll die Bühnendrehscheibe ausgetauscht werden.
Bühnenbauer Dirk Lattermann hatte im August vergangenen Jahrs den neu verlegten Belag auf der Hauptbühne abgeschliffen. Dieses Jahr soll die Bühnendrehscheibe ausgetauscht werden. © Sven Ellger

Die Nebenbühnen im hinteren Bereich hatten neues Parkett bekommen. Der Großteil der Bühne hat jedoch einen besonders tragfähigen Belag aus dreischichtigen Schwarzkiefern-Platten erhalten. Schließlich fordert die Semperoper, dass er einer Belastung von 1.000 Kilogramm pro Quadratmeter problemlos standhalten muss. In Österreich wird diese einheimische Holzart schon lange beim Bühnenbau verwendet.

„In diesem Jahr soll die Bühnendrehscheibe und deren Belag getauscht werden“, kündigt der SIB-Sprecher die nächste Aktion an.

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