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Sechs Sirenen möglicherweise defekt: Dresdner Feuerwehr zieht Warntag-Bilanz

Nicht alle Sirenen heulten am Donnerstag in Dresden. Das größte Problem bleiben die schwer verständlichen Durchsagen.

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In Dresden ertönen am Donnerstag um 11 Uhr 210 Sirenen.
In Dresden ertönen am Donnerstag um 11 Uhr 210 Sirenen. © René Meinig

Dresden. Am Donnerstag hat der bundesweite Warntag für die Bevölkerung am stattgefunden. Der Bund hat das Alarmsystem für Mowas getestet, mit dem im Katastrophenfall unter anderem die öffentlich-rechtlichen Fernseh- und Radiostationen informiert werden. Auch Warnmeldungen an alle Mobiltelefone in Deutschland sollten rausgehen.

Um Punkt 11 Uhr berichteten Sächsische.de-Reporter aus verschiedenen Stadtteilen, dass die Sirenen gut zu hören waren - beispielsweise in der Altstadt, der Südvorstadt oder in Altcotta. Doch die Ansagen waren teilweise unverständlich, berichteten Reporter aus der Friedrichstadt, Mickten und der Neustadt. In Altcotta hingegen war die Ansage gut zu hören.

Die Warnmeldungen, die an alle Mobiltelefone in Deutschland gesendet wurden, kamen auf zahlreichen Telefonen an, aber nicht auf allen. Mitunter vibrierte das Smartphone sogar schon um 10.59 Uhr.

Sechs Sirenen möglicherweise defekt

Geheult haben am Donnerstag mindestens 192 der insgesamt 210 Dresdner Sirenen, die im Stadtgebiet verteilt sind. Zwölf Sirenen seien derzeit planmäßig nicht am Netz, darunter jene auf der 85. Grundschule in der Radeburger Straße. Grund sind Baumaßnahmen am Gebäude beziehungsweise Wartungsarbeiten. "Aus diesem Grund gab es im Stadtgebiet einige Bereiche, in denen die Sirenen nicht oder nur sehr leise wahrgenommen werden konnten", teilte das Amt am Donnerstag mit. Bei den übrigen sechs Sirenen habe keine technische Rückmeldung gegeben, ob die Anlagen auslösten. Da kein Mensch vor Ort gewesen sei, müsse bei Wartungseinsätzen geklärt werden, ob die Sirenen möglicherweise defekt sind.

Neben dem regulären Übertragungsweg hat die Feuerwehr heute auch ein Reservekanal getestet, mit welchem jedoch keine Sprachdurchsage übertragen werden kann. Deshalb erfolgte zur Entwarnung um 11.45 Uhr auch keine Sprachdurchsage.

Durchsagen bleiben das größte Problem

Die Feuerwehr hat ihrem Sirenen- und Durchsagetest zahlreiche Rückmeldungen von Einwohnern erhalten, vor allem über die sozialen Kanäle. "Nach wie vor bleibt die Verständlichkeit der Sprachdurchsagen die größte Herausforderung, da die Tonfrequenzen durch externe Einflüsse wie Wind, Straßenverkehr, Umgebungsgeräusche etc. stark beeinflusst werden", so das Katastrophenschutzamt. Eine Verständlichkeit an jedem Ort könne deshalb nicht garantiert werden. Grundsätzlich seit ein Warnsignal immer besser zu hören als das gesprochene Wort. Insgesamt zieht die Stadt aber eine positive Bilanz.

Ertönt ist am Donnerstag zunächst das landeseinheitliche Sirenensignal "Warnung vor einer Gefahr". Dieses Signal besteht aus einem Heulton von insgesamt einer Minute. Das heißt, sechs Töne von je fünf Sekunden Dauer und mit je fünf Sekunden Pause. Danach folgte eine Durchsage. Um 11.45 Uhr ertönten die Sirenen im Stadtgebiet erneut. Der 60 Sekunden lange Dauerton war die Entwarnung und markierte damit das Ende des Warntags in Dresden.

Die Stadt hat im Vorfeld darum gebeten, andere Menschen über den Alarm zu informieren und darüber, dass es sich um einen Test handelt, insbesondere Leute, die aus Kriegsgebieten nach Dresden geflüchtet sind.

Letzter Warntag in Dresden mit Defiziten

In Dresden ist das Brand- und Katastrophenschutzamt mit der Integrierten Regionalleitstelle für die flächendeckende Warnung und Information der Bevölkerung zuständig. Das gilt nicht nur für Katastrophen, sondern auch bei Großschadenslagen, einem flächendeckenden Stromausfall und anderen Ereignissen wie Gefahrstoffaustritten oder starken Rauchentwicklungen bei Bränden, die Auswirkungen auf die Bevölkerung haben könnten.

Dresden hat eines der modernsten Sirenenwarnsysteme der Bundesrepublik. 210 Sirenen sind im gesamten Stadtgebiet verteilt. Die Funktionsfähigkeit der Warnsysteme wird viermal im Jahr, jeweils am zweiten Mittwoch des Quartals, mit einem Probealarm überprüft.

Die Stadt hat bereits am bundesweiten Warntag 2020 teilgenommen. Großflächig seien die Sirenen in ganz Dresden gut zu hören gewesen, teilt die Stadt damals mit. Einige Sirenen wurden nacheinander angesteuert. Dies führte dazu, dass an einigen Stellen das Signal nicht beziehungsweise nur sehr leise zu hören war. Bei der Entwarnung mit Durchsage konnte der Text in einigen Bereichen gar nicht oder nur sehr verzerrt gehört werden. Dies lag laut Feuerwehr daran, dass ein alternativer Übertragungsweg getestet wurde.