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Laubegaster Flutschutz kann kommen

Die Stadt rechnet mit einer baldigen Genehmigung des Mammutprojekts im Dresdner Osten. Nächstes Jahr soll der Bau beginnen.

Beim Hochwasser im Juni 2013 war auch die Bundeswehr im Einsatz, um den Laubegastern zu helfen.
Beim Hochwasser im Juni 2013 war auch die Bundeswehr im Einsatz, um den Laubegastern zu helfen. © Archiv: Ronald Bonß

Dresden. Viele Jahre ist um einen Hochwasserschutz für den Dresdner Stadtteil Laubegast gerungen worden. Nun hat die Landesdirektion Sachsen angekündigt, das Planfeststellungsverfahren zum Bau einer Flutschutzanlage zu Ende bringen zu wollen.

Geplant ist eine Schutzanlage, die sich auf einer Länge von 540 Meter entlang des Altelbarms von der Marburger Straße bis zur Straße Am Fuchsbau erstreckt. Sie soll einem hundertjährlichen Hochwasser standhalten. Die Flut 2002 war solch ein Ereignis. Dann steigt die Elbe am Dresdner Pegel auf 9,24 Meter und höher.

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Mit der Zustimmung stehe dem Projekt nichts mehr entgegen, teilte die Stadtverwaltung am Donnerstag mit. Denn parallel prüfe die Landesdirektion einen Fördermittelantrag der Stadt, damit das Vorhaben bezahlt werden kann. Mit einer Absage rechnet die Verwaltung nicht. Anfang 2022 sollen die Bauleistungen ausgeschrieben werden, scharfer Baustart wäre dann im Herbst 2022.

Erddamm wird bis zu 1,30 Meter hoch

Die Schutzanlage besteht östlich der Leubener Straße aus einer bis zu 1,20 Meter hohen Hochwasserschutzmauer. Westlich der Leubener Straße wird ein bis zu 1,30 Meter hoher Erddamm errichtet. Durch begrünte Anschüttungen füge sich der Damm in das Stadt- und Landschaftsbild ein, so die Verwaltung. Die Leubener Straße selbst soll mit Dammbalken mobil verschlossen werden können. "Da sich die neue Anlage am Rand des Landschaftsschutzgebietes Dresdner Elbwiesen und -altarme befindet, sind für die im Altelbarm lebenden geschützten Tierarten, wie Zauneidechse und Wechselkröte, umfangreiche Schutzmaßnahmen eingeplant", heißt es.

Der Planfeststellungsbeschluss wird - sobald er vorliegt - für eine Dauer von zwei Wochen im Umweltamt öffentlich ausgelegt sowie im Internet-Auftritt der Landesdirektion Sachsen veröffentlicht. Das Umweltamt beantwortet Fragen zu dem Vorhaben per E-Mail.

Kosten: rund 1,2 Millionen Euro

Bereits 2013 hatte der Stadtrat einstimmig den Hochwasserschutz für diesen Teil von Laubegast beschlossen. In diesem Jahr ereilte das nächste Elbehochwasser den Stadtteil. 2014 reichte die Stadt mit der sogenannten Planfeststellung den Antrag auf eine Genehmigung bei der Landesdirektion ein. Die Verzögerungen beim Planfeststellungsverfahren begründete Landesdirektion-Sprecher Ingolf Ullrich im vergangenen Jahr mit mehreren Ursachen. Die Pläne konnten erst 2016 öffentlich ausgelegt werden, da die Stadt noch verschiedene rechtliche Fragen klären musste.

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Beim Erörterungstermin 2017 hatte die Stadt angekündigt, ein weiteres Gutachten zu Wasserspiegellagen zu erstellen, da die Wirksamkeit des geplanten Hochwasserschutzes angezweifelt wurde. Weitere Abstimmungen hätten sich bis November 2018 hingezogen. Da wurde eine Planänderung eingereicht. Der Flutschutz soll rund 1,2 Millionen Euro kosten.

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