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Dresden

Dresdens OB ruft gegen Rassismus auf

Im März 2021 sollen auch in Dresden die Internationalen Wochen gegen Rassismus stattfinden. OB Dirk Hilbert ruft nun dazu auf, sich aktiv zu beteiligen.

Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert lädt die Dresdner Bürger dazu ein, sich an den Wochen gegen Rassismus im kommenden Jahr zu beteiligen.
Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert lädt die Dresdner Bürger dazu ein, sich an den Wochen gegen Rassismus im kommenden Jahr zu beteiligen. © Archiv: Sven Ellger

Dresden. Vom 15. bis 28. März 2021 finden bundesweit die Wochen der Vereinten Nationen gegen Rassismus statt. Unter dem Motto "Solidarität. Grenzenlos" sollen deutschlandweit über 3.000 Veranstaltungen stattfinden.

Auch die Landeshauptstadt Dresden wird sich wie in den vergangenen Jahren mit einem eigenen Programm an den Internationalen Wochen gegen Rassismus beteiligen. Am Donnerstag ruft Oberbürgermeister Dirk Hilbert die Bürger auf, sich aktiv zu beteiligen.

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Der Aufruf von Oberbürgermeister Dirk Hilbert im Wortlaut:

Liebe Dresdnerinnen und Dresdner,

auch im kommenden Jahr sollen die Internationalen Wochen gegen Rassismus in der Landeshauptstadt Dresden durchgeführt werden. Ungleichbehandlung, Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Gewalt machen auch in Zeiten der Corona-Pandemie keine Pause. Gerade in Dresden haben wir wiederholt erleben müssen, wohin Intoleranz, die Abwertung und Verachtung von anders aussehenden, anders gläubigen oder anders lebenden Menschen führen können. Der fremdenfeindlich motivierte Mord an Jorge Gomondai, der sich 2021 zum dreißigsten Mal jährt, das kaltblütige Verbrechen an Marwa El-Sherbini 2009 aus antimuslimischem Hass, aber auch die Tötung eines Mannes in der Dresdner Altstadt – mutmaßlich aus Abneigung gegenüber homosexuellen Menschen – im Oktober dieses Jahres: Das sind die wohl traurigsten Beispiele für die Folgen von fehlender Toleranz, von Menschenverachtung und Hass.

All das verpflichtet uns, in Gesellschaft, Politik und Verwaltung Verantwortung zu übernehmen und menschenfeindliche Ideologien und Taten konsequent zu ächten. Sie sind eine Bedrohung für unseren sozialen Frieden und unsere freiheitliche Demokratie. Lassen Sie uns daher, auch unter Corona-Bedingungen, gemeinsam zeigen, dass Dresden eine weltoffene und tolerante Stadt ist, in der Respekt, Vielfalt und eine Kultur des Miteinanders für alle und von allen gelebt werden!

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus bieten vom 15. März bis zum 6. April 2021 ideale Möglichkeiten, sich für eine plurale und friedliche Gesellschaft einzusetzen und das vielfältige Engagement, das es in Dresden für Demokratie und Menschenrechte gibt, zu zeigen. Nutzen wir diese Wochen, um uns zu informieren, Begegnungen zu schaffen, auch eigene Einstellungen kritisch zu hinterfragen und uns bewusst gegen Ausgrenzung und Diskriminierung zu positionieren.

Ich rufe Sie, liebe Dresdnerinnen und Dresdner, Vereine, Initiativen, demokratische Parteien und Organisationen dazu auf, sich mit eigenen Beiträgen an der Veranstaltungsreihe zu beteiligen und das diesjährige Motto „Rassismus zur Sprache bringen – solidarisch handeln!“ mit Leben zu füllen. Ob Vorträge, Themenabende und Diskussionen, kulturelle, sportliche, oder andere gesellschaftliche Aktivitäten: Alle Beiträge, die Rassismus sichtbar machen und zum solidarischen Handeln mit Betroffenen motivieren, sind willkommen.

Unter den Bedingungen der Pandemie werden gegebenenfalls neue und digitale Formate vonnöten sein. Falls Sie hierzu Beratung brauchen, bitte ich Sie, dies bis zum Montag, 7. Dezember 2020, der koordinierenden Abteilung per E-Mail an [email protected] mitzuteilen.

Die Anmeldung Ihrer Beiträge können Sie ab sofort bis zum Montag, 11. Januar 2021, mit einem Online-Formular unter www.dresden.de/iwgr vornehmen. Fragen hierzu und zu den Veranstaltungswochen können Sie gern stellen – telefonisch unter 0351-4882085 oder per E-Mail an [email protected]

Ich danke Ihnen für Ihr Engagement für ein friedliches und demokratisches Miteinander und Ihr solidarisches Handeln!

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