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Schmerzen und Schlafstörungen: Hier finden Ukraine-Geflüchtete in Dresden Hilfe

Traurigkeit, Schlafstörungen und körperliche Leiden gehören zu den häufigsten Folgen von Kriegsflüchtlingen. Im Psychosozialen Zentrum auf der Maxstraße in Dresden beraten Experten und Ehrenamtler aus der Ukraine Flüchtlingsfamilien.

Von Julia Vollmer
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Ukrainische Geflüchtete erhalten psychosoziale Betreuung in Dresden. Zum Team des PSZ Dresden gehören Katja Eisenkolb, Olena Pylypenko und Anna Hryshcheko (v.l.).
Ukrainische Geflüchtete erhalten psychosoziale Betreuung in Dresden. Zum Team des PSZ Dresden gehören Katja Eisenkolb, Olena Pylypenko und Anna Hryshcheko (v.l.). © Sven Ellger

Dresden. Olena Pylypenko stammt aus Charkiw, einer Millionenmetropole in der Ukraine. Im Februar griff Russland die Ukraine an und zwang damit Millionen von Ukrainerinnen und Ukrainer zur Flucht. Auch die junge Psychologin. "Seit April bin ich in Dresden und möchte gerne anderen Menschen helfen", sagt sie. Nun arbeitet sie ehrenamtlich beim Psychosozialen Zentrums Sachsen (PSZ ) auf der Dresdner Maxstraße.

"Ob ich irgendwann wieder zurück in meine Heimat gehen möchte, kann ich noch nicht sagen zurzeit. Noch dauert der Krieg an und all die Kinder, mit denen ich in der Ukraine gearbeitet habe, mussten fliehen und sind jetzt überall in der Welt verstreut", sagt sie.

Wer sein Heimatland verlassen musste wie aktuell die Geflüchteten aus der Ukraine, hat oft extreme Situationen im Krieg und auf der Flucht erlebt. Die Folgen davon sind häufig seelische und körperliche Leiden wie Schmerzen, aber auch Traurigkeit, leichte Reizbarkeit, Schlafstörungen, Albträume oder Konzentrationsprobleme.

Zielgruppe um Familien mit Kindern erweitert

Für die rund 7.000 Menschen aus der Ukraine, die aktuell in Dresden leben, und Probleme haben, gibt es mit dem Psychosozialen Zentrum Sachsen (PSZ) ein Angebot auf der Maxstraße im Stadtzentrum.

"Das PSZ berät seelisch belastete Familien, Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene", erklärt Teamleiterin Katja Eisenkolb. Im Zuge des Krieges in der Ukraine wurde die Zielgruppe des PSZ auf eben diese Familien mit Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 18 Jahren, die aus der Ukraine flüchten mussten, erweitert.

Die neu angemieteten Räume des Dresdner PSZ in der Maxstrasse 5 ermöglichen dem Träger, dem hohen Bedarf in dieser Gruppe nachzukommen. Sozialministerin Petra Köpping (SPD) besichtigte am Mittwoch das Zentrum. "Gerade die Begleitung von traumatisierten Geflüchteten und die Konfrontation mit den belastenden Lebensschicksalen erfordert eine kompetente Unterstützung durch Fachleute", so Köpping. Es sei wichtig, Arbeit wie die des PSZ mit den Mitteln aus dem Landeshaushalt zu fördern.

Seit 2016 fördert das Sächsische Sozialministerium die psychosoziale Betreuung von Menschen mit Fluchterfahrung. Der Träger in Dresden, die "Das Boot gGmbH", erhält dieses Jahr 1,28 Millionen Euro für seine Arbeit.