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Familienkompass 2020: Wo Dresden einfach spitze ist

Die Ergebnisse des Familienkompasses Sachsen liegen vor. Womit Dresden im großen Sachsen-Vergleich punkten kann.

Jaqueline Lehmann, Paul Matthes und Tochter Nayla genießen die Vorzüge des Dresdner Großstadtlebens.
Jaqueline Lehmann, Paul Matthes und Tochter Nayla genießen die Vorzüge des Dresdner Großstadtlebens. © Sven Ellger

Dresden. Das Leben in einer Großstadt hat seine Vorzüge. Jaqueline Lehmann ist jedenfalls glücklich in Dresden. Nachdem sie einige Zeit in Berlin lebte, kehrte sie in ihre Heimatstadt zurück, gründete eine Familie und sagt heute: „Ich liebe Dresden.“

Die Bus- und Bahn-Anbindung, die vielen Museen, das Großstadt-Flair – alles passt. Das finden auch die meisten der rund 2.500 Dresdner, die ihre Wohngegend für den Familienkompass Sachsen bewertet haben. Womit die Landeshauptstadt im Sachsen-Vergleich heraussticht – das sind die drei Stärken, mit denen Dresden punktet.

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Jobs: Dresdner schätzen ihre Arbeitsplätze als sicher ein

Die Pluspunkte: „Wann zieht man um? Wenn jemand einen Arbeitsplatz hier bekommt“, sagt Georg Hirte, Professor für Verkehrspolitik und Raumwirtschaft an der Technischen Universität Dresden. Der Job sei ausschlaggebend für einen Umzug. Mit neu geschaffenen Arbeitsplätzen konnte die Arbeitslosenquote in den Jahren auf einen Tiefststand seit der Wende gesenkt werden. 

Ende 2019 galten in der Landeshauptstadt 5,3 Prozent der Menschen, die arbeiten könnten, als arbeitslos (2011: 8,9 Prozent). Das spiegelt sich in der Zufriedenheit wider. So finden 66 Prozent der Befragten, ihr Arbeitsplatz sei sicher. Die Hälfte ist der Meinung, es sei leicht, in Dresden einen Arbeitsplatz zu finden.

Die Kritik: Unglücklicher zeigen sich die Familien mit der Bezahlung. Während 44 Prozent sagen, sie seien mit ihrem Lohn durchaus zufrieden, und 22 Prozent angeben, die Höhe sei gerade noch befriedigend, drücken 34 Prozent ihr Missfallen darüber aus, was auf dem Gehaltszettel steht. 

Tatsächlich wird in Dresden im Schnitt weniger bezahlt als in ähnlich großen Städten Deutschlands. Facharbeiter verdienten 2019 in Dresden ein mittleres monatliches Bruttoentgelt von 2.852 Euro. Dieser sogenannte Medianlohn ist sachsenweit zwar der höchste Wert. Doch in Hannover zum Beispiel gehen Facharbeiter mit 3.458 Euro nach Hause, in Nürnberg mit 3.503 Euro, in Stuttgart mit 4.612 Euro.

Das wird getan: In der Hand haben es die Unternehmen, wie viel sie zahlen. Der Staat gibt nur den Mindestlohn vor. Die Stadt kann dafür werben, dass sich weitere Firmen ansiedeln, etwa Bosch im Dresdner Norden. Darüber hinaus greift die Stadt Start-ups finanziell unter die Arme, die innovative Ideen haben. 

Ein Paradebeispiel ist das Unternehmen Wandelbots, das mit städtischem Geld Robotertechnik weiterentwickelt hat. „Heute beschäftigt das Unternehmen 80 Mitarbeiter“, sagt Wirtschaftsförderer Robert Franke. Die Innovationsförderung trage zum Verbleib in der Stadt oder gar zur Ansiedlung bei.

ÖPNV: Fast alle Dresdner sind mit dem Angebot zufrieden

Die Pluspunkte: Kann man zufriedener sein? Rund 92 Prozent der befragten Dresdner finden die Anbindung ihrer Wohngegend an Bus und Bahn gut bis sehr gut. Das macht die Landeshauptstadt zum Sieger unter den sächsischen Landkreisen und kreisfreien Städten. 

Und je bequemer es ist, sich zur Arbeit oder zum Supermarkt fahren zu lassen, umso mehr Menschen lassen das Auto stehen. Das ist gut für eine Stadt, denn der Verkehr sinkt auch in Wohngebieten.

Die Kritik: „Es gibt bestimmte Stadtteile und Randgebiete, die ziemlich schlecht erschlossen sind“, sagt Hirte. Er nennt den Dresdner Westen als Beispiel. Tatsächlich ist der Wunsch nach mehr Investitionen in den Öffentlichen Personennahverkehr dort überdurchschnittlich oft geäußert worden. So sehen etwa die Befragten in Cossebaude, Oberwartha und Mobschatz dringenden Nachholbedarf.

Das wird getan: DVB und Stadtverwaltung sind sich der Unzulänglichkeiten bewusst. Das ist aus dem neuen Strategiekonzept herauszulesen, mit dem mehr Menschen in Busse und Bahnen gebracht werden sollen.

Der Plan: Zwischen Niederwartha, dem Zentrum und Goppeln soll der Takt verdichtet werden. Im Busnetz Nord sollen neue Buslinien Wohn- und Industriegebiete sowie Unternehmen wie Bosch auf direktem Weg verbinden. Dafür wollen die DVB die neue Linie 78 in Richtung Radeberg und Ottendorf-Okrilla verlängern. Im Südwesten ist die Linie 67 zwischen Strehlen, Löbtau, Cotta und Pieschen geplant. 

Medizinische Versorgung: Hausärzte reichen aus

Die Pluspunkte: Mit der Hausärzte-Versorgung sind die befragten Dresdner ziemlich zufrieden. Zweidrittel finden, es gebe genug.

Die Kritik: Anders wird das Angebot an Kinder- und Fachärzten beurteilt. Weniger als die Hälfte findet, dass die Praxen, die es gibt, ausreichen. Nur ein Viertel gibt an, einen schnellen Arzttermin zu bekommen. 

Das wird getan: In Dresden gibt es kein Ärztemangel, stellen die Kassenärztliche Vereinigung (KVS) und die Krankenkassen fest. Neue Hausärzte und Kinderärzte dürfen damit nicht öffnen, wenn sie von den Kassen bezahlt werden wollen. Allerdings hat die KVS ihre Bereitschaftsdienste nun in Dresden ausgeweitet

So sind Allgemeinärzte ab sofort auch am Friedrichstädter Krankenhaus für Patienten da, die außerhalb der üblichen Sprechzeiten Hilfe brauchen. Darüber hinaus sind am Uniklinikum Allgemein- und Kinderärzte nun auch mittwochs und freitags von 15 bis 22 Uhr ohne Termin erreichbar.

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Die weiteren Ergebnisse für Dresden - unter anderem in den Kategorien Wohnkosten, Wohngegend, Kita- und Schulqualität - werden bis zum 7. November immer mittwochs und sonnabends auf Sächsische.de und in der Sächsischen Zeitung veröffentlicht.

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