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Wann am Wolfshügelturm in der Dresdner Heide erste Arbeiten starten

Seit 2018 plant ein Verein den Wiederaufbau des Wolfshügelturmes in der Dresdner Heide. Nach Verzögerungen können jetzt erste Arbeiten starten. Was geplant ist.

Von Dirk Hein
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Der Wolfshügelturm in der Dresdner Heide wird zur Baustelle.
Der Wolfshügelturm in der Dresdner Heide wird zur Baustelle. © Marion Doering

Dresden. Der Wiederaufbau des Wolfshügelturms in der Heide kann beginnen. Vertreter des Wolfshügelturm-Vereins und der Landeshauptstadt haben jetzt den wichtigen "Gestattungsvertrag" unterschrieben. Der erlaubt dem Verein, den auf städtischen Grund und Boden gelegenen Turm zuerst zu beräumen und das Gelände im Umfeld neu zu gestalten. Danach soll der Wiederaufbau angegangen werden.

Welche Arbeiten am Wolfshügelturm in Dresden anstehenn

"Für uns als Verein ist das ein extrem wichtiger Zwischenschritt. Nach Jahren der Planung kommen wir endlich zu dem Punkt, dass es vor Ort etwas zu sehen gibt, dass dort gearbeitet wird", sagt Kristin Sturm. Die SPD-Stadträtin ist zusammen mit Ex-Bürgermeister Peter Lames (SPD) im Vorstand des Wolfshügelturm-Vereins.

Der mit der Stadt geschlossene Gestattungsvertrag erlaubt dem Verein jetzt die sogenannte Enttrümmerung des Sockels und die Wiederherstellung des Geländes um den Wolfshügelturm. Exakte Vorgaben regeln, wo während der Bauarbeiten Zäune aufgestellt werden dürfen, welche Wanderwege in dieser Zeit temporär gesperrt werden und welche Bäume unbedingt geschützt werden müssen.

Wann die Arbeiten beginnen sollen und was sie kosten

Der Verein strebt an, mit diesen Arbeiten im ersten Quartal 2024 zu beginnen und sie vor dem Sommer noch abzuschließen. Die Kosten dafür werden bei ungefähr 30.000 Euro liegen. Weil ehrenamtlich gearbeitet wird und keine Zuschüsse durch die Stadt erfolgen, ist der Verein auf Spenden angewiesen. Infos dazu stehen unter www.wolfshuegelturm-verein.de/spenden/

Mit Abschluss der Arbeiten hätte der Verein Phase 1 (digitale Rekonstruktion des Turmes) und Phase 2 (Freilegen der Fundamente, Wiederherstellen des Areals) abgeschlossen. Folgen soll in den Jahren 2025 und 2026 die denkmalgerechte Sanierung des Sockels, immerhin ein Erlwein-Bau, als Phase 3. Im Anschluss daran soll der eigentliche Turmbau starten, der ebenfalls durch Spenden finanziert werden soll. Diese Arbeiten könnten 2027 oder 2028 beginnen. Schätzungen gehen von zwei Millionen Euro Baukosten aus.

Wie der Turm dann aussehen soll

Noch ist unklar, wie der Turm aufgebaut werden soll. Denkbar ist eine exakte Rekonstruktion des Erlwein-Baus oder eine moderne Variante. "Ich persönlich glaube, wir sind Erlwein verpflichtet. Der Turm in seiner ursprünglichen Form ist ein Traum. Am Ende werden das aber die Vereinsmitglieder entscheiden", sagt Kristin Sturm. Nach Abschluss der Arbeiten soll der neu gebaute Turm in Form einer Sachspende wieder an die Stadt übergeben werden.

Was den Wolfshügelturm besonders macht

Der Wolfshügelturm befindet sich in der Dresdner Heide unweit der Bautzner Straße. 1886 stand der Turm noch als Holzgerüst. Das wurde aber 1900 abgerissen, weil es baufällig war. Der Hügel, der 211 Meter über dem Meeresspiegel liegt, hat den Namen vom bereits im 16. Jahrhundert erwähnten Wolfsgarten. Dort wurden Wölfe für Hetzjagden gehalten.

Die Erlwein-Variante wurde 1911 gebaut. Sie war aus Stein, mit zwei Wendeltreppen, die sich gegenüber lagen. Oben, etwa 20 Meter über dem Hügel, hatten Besucher dann einen Panoramablick über Dresden. Die Wehrmacht hatte den Turm in den letzten Kriegstagen gesprengt, um ihn nicht als Beobachtungsposten an die sowjetische Armee abgeben zu müssen. Seither ist der Turm eine Ruine.

Warum es Verzögerungen beim Wiederaufbau gab

Ursprünglich wollte der Verein schon 2022 mit den Aufräumarbeiten am Turm starten. Eine entsprechende Baugenehmigung lag vor. "Es kam in Zuge der Abstimmung des Baubeginns jedoch zu weiteren noch zu klärenden rechtlichen Fragen zwischen der Stadt Dresden und dem Verein", sagt Kristin Sturm. Daher wurde der Gestattungsvertrag verhandelt, in dem Fragen zur Haftung, Baustellensicherheit und Verantwortlichkeiten geregelt wurden.