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Prozess in Dresden: Brüderpaar verbreitet Angst und Schrecken

Nach einer Gewaltserie hat die Polizei im Oktober 2022 zwei Brüder eingesperrt, die über Monate Jugendlichen aufgelauert und sie dann überfallen hat. Jetzt stehen sie vor dem Amtsgericht Dresden.

Von Alexander Schneider
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Zwei Brüder haben mit ihren Taten immer wieder bei der Polizei arbeiten lassen. Seit Oktober 2022 sitzen sie hinter Schloss und Riegel. Nun hat ihr Prozess vor dem Amtsgericht Dresden begonnen.
Zwei Brüder haben mit ihren Taten immer wieder bei der Polizei arbeiten lassen. Seit Oktober 2022 sitzen sie hinter Schloss und Riegel. Nun hat ihr Prozess vor dem Amtsgericht Dresden begonnen. © SZ/Archiv

Dresden. Zwei Brüder im Alter von 17 und 19 Jahren sollen über Monate Angst und Schrecken verbreitet haben. Jeweils verstärkt von wechselnden Mittätern haben sie immer wieder anderen Jugendlichen aufgelauert, um sie "abzuziehen". Nun müssen sie sich unter anderem wegen schwerer räuberischer Erpressung, gefährlicher Körperverletzung und dergleichen vor dem Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Dresden verantworten. Sie haben die ersten Vorwürfe bereits eingeräumt.

Laut Anklage haben die Brüder gemeinsam mit weiteren Komplizen zwischen April und September 2022 regelmäßig anderen Gruppen aufgelauert. Unter anderem erbeuteten sie an der Haltestelle Waldschlösschen von einem jungen Mann eine Musikbox, warfen das gute Stück den Elbhang hinunter und stießen den Besitzer in eine Dornenhecke.

Am Rosengarten traf es eine Gruppe, von der die Brüder zwei Umhängetaschen, Ladekabel und eine Powerbank abzogen. In Klotzsche lauerten sie einem Opfer auf, das die Brüder zuvor bei der Polizei angezeigt hatte.

Racheaktion nach Drogensicherstellung?

Angeblich hatten die Beamten tags zuvor bei den Angeklagten Cannabis für 250 Euro sichergestellt – und nun forderten die Brüder ihren "Schaden" zurück. Am Wilden Mann sollen die Brüder von ihren Opfern "Alles, was ihr habt" verlangt und ihnen damit gedroht haben, sie "abzustechen".

Im April 2022 sollen die Brüder auch aufeinander losgegangen sein. So habe der ältere dem jüngeren eine Bierflasche auf den Kopf geschlagen, auch ein Messer soll eine Rolle gespielt haben. Der Grund für diesen Streit war offenbar ein Mädchen, das erst mit dem einen und dann mit den anderen zusammen war.

Die Serie endete, als die Brüder hinter Schloss und Riegel kamen. Der 19-Jährige sitzt seit dem in Untersuchungshaft, sein jüngerer Bruder als Jugendlicher in einer Einrichtung zur U-Haft-Vermeidung. Der Prozess wird fortgesetzt.