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Mit Abschiedsfahrten: Dresdner Tatra-Straßenbahnen rollen in den Ruhestand

Jetzt steht der Tag fest, an dem die Dresdner Tatra-Straßenbahnen in den Ruhestand geschickt werden. Dazu sind sie noch einmal mit Fahrgästen unterwegs.

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Ende der 80er-Jahre gab es in der Johannstadt noch einen Straßenbahn-Endpunkt, diese zwei Tatras halten gerade dort. Den Endpunkt gibt es nicht mehr und die Bahnen bald auch nicht.
Ende der 80er-Jahre gab es in der Johannstadt noch einen Straßenbahn-Endpunkt, diese zwei Tatras halten gerade dort. Den Endpunkt gibt es nicht mehr und die Bahnen bald auch nicht. © PR/DVB/Archiv

Dresden. Auf der Seite des Straßenbahnmuseums steht nur "Sonderfahrtag". Es seien historische Fahrzeuge im Einsatz. Auf der Seite der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) ist noch gar nichts zu finden. Und doch wird der 3. Juni ein ganz besonderer Straßenbahn-Tag in der Stadt. "Endstation" steht als Überschrift auf einer Ankündigung, die jetzt aufgetaucht ist.

Die Verantwortlichen des Straßenbahnmuseums haben sie in einen Schaukasten gehängt. "Der Tatra verabschiedet sich, eine Ära geht zu Ende" steht auf dem gelben Plakat. Es kündigt einen Sonderfahrtag an, an dem noch einmal alle die Dresdner Tatra-Straßenbahnen fahren sollen, die derzeit noch die Zulassung für den Linienbetrieb haben. Laut den DVB sind das sechs Triebwagen und fünf Beiwagen.

Sie alle sind am 3. Juni noch einmal unterwegs und werden ein letztes Mal für Fotos präsentiert. Um 14 Uhr stehen sie am Straßenbahnmuseum in Trachenberge in einer Reihe.

Für acht Euro den ganzen Tag mit der Tatra fahren

Ab 16 Uhr sind dann Sternfahrten ab dem Postplatz geplant, etwa eine Stunde sind die Bahnen dabei unterwegs. Letzte Abfahrt: 22 Uhr. Drei Euro kostet die Fahrt für einen Erwachsenen, für acht Euro kann man den ganzen Tag fahren. Auch ermäßigte Preise und Familientickets bietet das Straßenbahnmuseum an.

Danach ist dann wirklich Schluss. Die gelben tschechischen Bahnen sollen dann nicht mehr im Linienbetrieb fahren, sie werden durch neue Straßenbahnen ersetzt. Zwar plädieren viele Fans der alten Bahnen für deren Verkauf, doch das planen die Verkehrsbetriebe nicht. Voraussichtlich werden die Straßenbahnen verschrottet, wenigstens aber noch Ersatzteile ausgebaut. Denn Tatra-Straßenbahnen gibt es auch danach immer noch in Dresden, nur nicht im Linienbetrieb - die Kinderstraßenbahn Lottchen und eine umgebaute Bahn, die Schienen schleift, Oberleitungen "fettet" und einen Schneepflug schieben kann.

Mit diesem Termin Anfang Juni endet in Dresden eine 56-jährige Straßenbahngeschichte. Mehr als 800 Tatra-Triebwagen und -beiwagen hatten die Verkehrsbetriebe in der DDR-Zeit. Rot und beige lackiert und mit Kunststoff-Schalensitzen prägten sie viele Jahre das Bild der Stadt, nach der Wende wurden viele aufgearbeitet, bekamen gepolsterte Stoffsitze, neue Technik und waren schließlich noch gelb lackiert lange für die DVB im Einsatz.