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Wie die TU Dresden den Deutschen Bundestag berät

Die Bundestagsabgeordneten in Berlin beauftragen immer wieder Wissenschaftler zur Unterstützung für ihre Entscheidungen. In mehreren Fällen half auch die Technische Universität Dresden.

Von Andreas Weller
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Mehrere Gutachten wurden bereits in der TU Dresden erstellt, um Bundespolitikern bei Entscheidungen zu helfen.
Mehrere Gutachten wurden bereits in der TU Dresden erstellt, um Bundespolitikern bei Entscheidungen zu helfen. ©  Rene Meinig

Dresden/Berlin. Auch Profipolitiker sind manchmal ratlos. In Berlin heißt es dann, dass der Ausschuss für Bildung und Forschung über ein gesondertes Büro Wissenschaftler beauftragt, sie zu unterstützen.

Mehrere dieser Aufträge aus der Bundespolitik landeten bereits in Dresden, weil es hier für mehrere Bereiche Experten gibt, die für die Bundespolitiker besonders wertvoll sind.

Vermutlich kennen nicht sehr viele das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB). Dies ist eine selbstständige wissenschaftliche Einrichtung des Bundes zur Beratung im wissenschaftlichen-technischen Wandel.

Das Büro wird von Armin Grunwald geleitet, der Professor für Technikphilosophie ist. Haben die Politiker Fragen, wenden sie sich an Grunwald. "Wir beraten den Ausschuss, wägen Risiken ab - aber immer wissenschaftlich und politisch neutral", erzählt Grunwald bei einem Besuch in Dresden Sächsische.de. "Unser Büro wird wenig wahrgenommen, dabei ist es wichtig, offen über die Risiken zu sprechen. Dieser Anspruch ist an der TU Dresden sehr gut ausgeprägt", so Grunwald.

Früher hätten Politiker häufig suggeriert, man habe alles im Griff. Heute müsse sehr genau darauf geachtet werden, eben die Risiken zu benennen. Für eine vor kurzem abgeschlossenen Untersuchung zu digitalen Agrartechnologien hat ein Gutachten der TU Dresden dazu beigetragen, Chancen und Risiken der vernetzten Landwirtschaft zu beleuchten.

Untersuchung zu Blackouts geplant

Grunwald war nun erneut in Dresden, hat gemeinsam mit dem Dresdner Bundestagsabgeordneten Lars Rohwer (CDU), unter anderem die TU Dresden besucht. "Insbesondere in der Energieforschung, Digitalisierung und Informatik ist Dresden exzellent", so Grunwalds Einschätzung zur TU.

Die Aufträge des Büros werden ausgeschrieben und dann auch nach der Tiefe und Vielfalt der angebotenen Untersuchung vergeben. "Wir haben in Deutschland eine sehr dichte Forschungslandschaft und die Aufträge werden breit darüber verteilt", erklärt Grunwald. So bekomme die TU Dresden rund alle zwei bis drei Jahre einen Zuschlag.

Rohwer, der in dem Ausschuss sitzt, in dem Grunwald und seine Kollegen berichten, ist begeistert von der Möglichkeit, so gut beraten zu werden. "Wir haben auch entschieden, dass es eine Untersuchung geben soll, welche Risiken Blackouts konkret bedeuten."

Es gehe dabei nicht um die Wahrscheinlichkeit, sondern, was wäre, wenn der Fall eintritt. "Die Gesellschaft und wir Politiker müssen darüber informiert sein, nur so können wir einen Vorschlag machen, was konkret getan werden sollte, um darauf vorbereitet zu sein", sagt Rohwer. Dafür erhoffe er sich wesentliche Hinweise aus dem Bericht des Büros.