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Dynamos Spiel in Hannover fällt aus

Bei Hannover gibt einen zweiten infizierten Profi. Die Mannschaft steht unter Quarantäne. Die Absage ist jetzt offiziell bestätigt.

Leere Ränge gibt es derzeit vielerorts. Dynamos Spiel am Sonntag in Hannover fällt gänzlich aus.
Leere Ränge gibt es derzeit vielerorts. Dynamos Spiel am Sonntag in Hannover fällt gänzlich aus. © Robert Michael/dpa (Archiv)

Hannover/Dresden. Beim Fußball-Zweitligisten Hannover 96 gibt es einen zweiten Corona-Fall, weshalb der Verein die Absage der Partie am Sonntag gegen Dynamo bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) beantragt hat. Am Freitagvormittag bestätigte die DFL die Absage, alle weiteren Erst- und Zweitligaspiele sollen an diesem Wochenende jedoch wie geplant ohne Zuschauer stattfinden. Erst danach soll es eine Spielpause bis 2. April geben.

„Die Lage rund um die ursprünglich für Sonntag angesetzte Partie hat sich durch die Erkrankung der Spieler von Hannover 96 nochmals zugespitzt. Wir tragen Verantwortung für all unsere Angestellten und nehmen das Thema rund um die fortschreitende Ausbreitung des Coronavirus sehr ernst. Daher ist es nur konsequent, das Spiel abzusagen“, erklärte Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Michael Born.

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Nachdem am Mittwoch schon Klarheit bestand, dass Hannovers Innenverteidiger Timo Hübers positiv auf das Virus getestet wurde, wurde vorsorglich bei der gesamten Profimannschaft sowie beim Trainerteam und Stab ein Abstrich gemacht. Mit Jannes Horn ist dabei ein weiterer Spieler positiv auf das Virus getestet worden. Alle anderen Testergebnisse waren negativ.

„Wir können davon ausgehen, dass die DFL diesem Antrag zeitnah folgen wird", sagt Dynamos Sportgeschäftsführer Ralf Minge am Donnerstagnachmittag. "Unter diesen Umständen werden wir im Hinblick auf die Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter keinesfalls irgendein Risiko eingehen und deshalb auch nicht wie geplant am Samstag nach Hannover reisen. Alles andere wäre in der jetzigen Situation total verantwortungslos.“

Spieler und Physiotherapeuten unter Quarantäne

Sehr wahrscheinlich handelt es sich bei Hübers und Horn um zwei voneinander unabhängige Einzelfälle. Beide Spieler sind bislang ohne jegliche Symptome. Das Gesundheitsamt der Region Hannover beschloss am Donnerstagmittag dennoch, aus Präventionsgründen die gesamte Profimannschaft von Hannover 96 sowie die Physiotherapeuten für 14 Tage unter häusliche Quarantäne zu stellen, teilte der Verein auf seiner Homepage mit. 

Sie werden als sogenannte Kontaktpersonen ersten Grades eingestuft, anders als das Trainerteam, der restliche Staff und der Sportliche Leiter Gerhard Zuber. Die Risikoeinschätzung ist abhängig von der Art des Kontaktes und wird deshalb vom Gesundheitsamt individuell bewertet. "Die Situation ist für alle Beteiligten nicht leicht, trotzdem ist für alle völlig unstrittig, dass die Gesundheit in dieser Stelle Vorrang hat", sagt Zuber.

Das bedeutet, dass der Trainingsbetrieb ab Donnerstag für 14 Tage ausgesetzt ist. Hannover 96 wird mit den entsprechenden Attesten vom Gesundheitsamt die Absetzung der nächsten beiden Zweitligaspiele gegen Dynamo Dresden und den VfL Osnabrück beantragen. "Ein direkter persönlicher Kontakt mit den Spielern in Quarantäne ist natürlich nicht möglich – dennoch werden wir alle anderen Möglichkeiten nutzen, unsere Profis bestmöglich zu versorgen und zu unterstützen", betonte Zuber. 

Dynamo beschließt umfassende Maßnahmen

Auch Dynamo hat - unabhängig von den Entwicklungen in Hannover - ebenfalls reagiert und bei in einem außerordentlichen Bereichsleitermeeting in der Geschäftsstelle umfassende Maßnahmen beschlossen. Das teilte der Verein in einer Pressemitteilung mit. Die Zweitliga-Profis sind demnach angehalten, keine Selfie- und Autogrammwünsche mehr zu erfüllen. Alle vereinseigenen Veranstaltungen wie Autogrammstunden und Sponsorenabende wurden bis zum 9. April gestrichen.

„Jeder muss in unserer Gesellschaft in dieser Ausnahmesituation seinen Teil dazu beitragen, damit wir das Tempo der Ausbreitung der Krankheit mit sinnvollen Maßnahmen entschleunigen. Der Fußball ist groß und atmosphärisch ganz sicher auch systemrelevant für unser Land, weil die Menschen diesen Sport lieben. Aber jetzt ist eine Situation eingetreten, in der konsequent gehandelt werden muss und auch der Fußball im Sinne aller einen Schritt zurückmachen muss“, erklärte Sportgeschäftsführer Ralf Minge.

Zudem wird die Medienarbeit auf ein notwendiges Minimum reduziert. Es werden ab sofort keine Pressekonferenzen mehr vor dem Spiel angeboten und die Zweitliga-Profis geben nach den Spielen auch keine O-Töne mehr in der Mixed Zone. Dynamos Verantwortliche, Trainer und Spieler stehen vorerst nicht mehr für Interviews im direkten Austausch zur Verfügung.

"Wir haben als einer der größten Fußballvereine im Osten auch eine gesellschaftliche Verantwortung für die Menschen, die in unserer Region leben", sagte Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Michael Born, und er betonte: "Wir können es in dieser angespannten Lage nicht verantworten, insbesondere Menschen, die zur sogenannten Risikogruppe bei einer Erkrankung mit dem Coronavirus gehören, leichtsinnig in Gefahr zu bringen."

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