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Großenhain

Vor zehn Jahren fegte der Tornado über Großenhain

Durch Corona kann das Gedenken an dieses verheerende Naturereignis nicht wie geplant stattfinden. Doch die Stadtverwaltung hat etwas vorbereitet.

Das Tornado-Denkmal im Stadtpark wurde vom Meißner Künstler Matthias Lehmann geschaffen. Es wurde 2012 eingeweiht. Am 24. Mai formt sich aus den innen angeordneten Bestandteilen deutlich sichtbar das Datum des Tornados auf dem Boden.
Das Tornado-Denkmal im Stadtpark wurde vom Meißner Künstler Matthias Lehmann geschaffen. Es wurde 2012 eingeweiht. Am 24. Mai formt sich aus den innen angeordneten Bestandteilen deutlich sichtbar das Datum des Tornados auf dem Boden. © Stadtverwaltung Großenhain

Großenhain. Am 24. Mai 2010 erlebte Großenhain den verheerenden Pfingsttornado. In knapp einem Monat jährt sich dieses Ereignis also zum zehnten Mal. Ins kollektive Gedächtnis der Stadt hat sich eingeprägt, wie damals der Sturm mit Windgeschwindigkeiten von 180 bis 250 km/h über Großenhain und der Umgebung wütete. Ein kleines Mädchen verlor dabei unter einem umgestürzten Baum sein Leben. Rund 50 Verletzte mussten stationär oder ambulant behandelt werden. 61 Personen wurden aus ihren zerstörten Wohnungen evakuiert. 

Besonders traf die verheerende Naturgewalt damals die Orts- und Stadtteile Colmnitz, Bauda, Walda, Kleinthiemig, Mülbitz und Rostig. Der Tornado hinterließ Schäden in Millionenhöhe an privaten und öffentlichen Gebäuden, bei Gewerbebetrieben, an der städtischen Infrastruktur und vor allem in den Grünanlagen. Zahlreiche Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren, der Rettungsdienste, des THW, des Landkreises, umliegender Städte und Gemeinden und der Stadtverwaltung waren unermüdlich im Einsatz, um Hilfe zu leisten und Schäden zu beheben.

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Dem Naturereignis folgte eine große Welle der Hilfsbereitschaft und Solidarität. 300 Freiwillige meldeten sich bei der Stadt, um zu helfen. Auf dem städtischen Spendenkonto gingen in den darauffolgenden Monaten rund 467.000 Euro ein. Betroffene des Tornados konnten mit Spenden in Höhe von 131.000 Euro unterstützt und Spenden für Kindereinrichtungen und Handwerker von diesen direkt für Reparaturen und den Wiederaufbau eingesetzt werden. Dank der Unterstützung und umfangreicher Fördermittel des Freistaates Sachsen gelang es, auch die enormen Schäden in den Parks und Wäldern zu beheben und die Grünanlagen nach und nach wieder herzustellen.

"Leider kann das von der Stadt gemeinsam mit dem Kirchspiel Großenhainer Land für den 24. Mai geplante öffentliche Gedenken am Tornado-Denkmal im Stadtpark nicht stattfinden", teilt Stadtsprecherin Diana Schulze mit. Um 15.30 Uhr, dem Zeitpunkt des Tornados, werden jedoch an diesem Tag die Sirenen im Stadtgebiet in einem 60-sekündigen Signal ertönen.

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In Vorbereitung des zehnten Jahrestages ist außerdem eine Tornado-Ausstellung entstanden. Ab Montag, 25. Mai, wird sie im Rathaus ausgestellt. Diese Schau wird dann öffentlich, wenn der allgemeine Besucherverkehr im Rathaus wieder aufgenommen werden kann. Konzipiert von Stadtarchivarin Anke Brekow und gestaltet vom activ Verlag Großenhain lässt sie auf über 30 Ausstellungstafeln die Ereignisse von damals noch einmal aufleben. (SZ)

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