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Freie Fahrt auf dem Elberadweg

In Heidenau rollt es wieder. Dank des Großprojekts, bei dem es nicht um Radler ging.

Über die Müglitzbrücke an der Elbe entlang radeln – nach über drei Jahren in Heidenau wieder möglich. © Daniel Schäfer

Eine Freigabe im Dezember ist weniger spektakulär als eine Sperrung im April. Als im April 2015 der offizielle Startschuss für den Bau der Heidenauer Hochwasserschutzmauer fiel, setzte sich kurz darauf sogar der Minister in den Bagger. Jetzt, dreieinhalb Jahre später, kam einfach der Radlader und räumte die Betonsperren vom Elberadweg weg. So aufregend die vergangenen Monate waren, so unaufgeregt ist das Ende einer in mehrerlei Hinsicht besonderen Baustelle.

Nach dem Hochwasser 2002 war klar: So ein Ereignis wird es wieder geben, aber es soll nicht mehr diese Schäden anrichten. Die ersten Überlegungen für eine Flutschutzmauer für die Elbe in Heidenau gab es 2004. Daraus entstanden bis 2006 die Pläne für die Anlagen. Die Änderungen und Genehmigungen dauerten schließlich länger als später der Bau. Die Mauer sollte eine der größten und wichtigsten Hochwasserschutzmaßnahmen nach 2002 im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge werden. Sie soll Heidenau bei künftigen Elbe-Jahrhunderthochwassern schützen.

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Die ersten Bauarbeiten für die Heidenauer Flutwand waren an der Elbe gar nicht zu sehen. 2012 und 2013 wurden Obstbäume in Großsedlitz gepflanzt und es wurden in Pratzschwitz Fledermaus- und Brutkästen entlang der Müglitz angebracht. Das waren vorgezogenen Ausgleichsmaßnahmen für die Baumfällungen 2014 und 2015 im Bereich der Pirnaer Straße. Seit April 2015 wurde dann für die Flutwand gebaggert. Immer wieder wurde schweres Gerät eingesetzt. Schließlich mussten die Fundamente metertief in den Boden.

Später erzitterte die Erde beim Rammen der Spundwände. Entlang der Papiertechnischen Stiftung war besondere Vorsicht notwendig, denn hier wird mit hochsensiblen Geräten geforscht. Die Mauerbauer mussten immer wieder Schwingungen und Setzungen messen, um die Forschungen und Gebäude nicht zu gefährden. Andere Herausforderungen lagen in der Erde. Alte Kanäle, Schächte und Brunnen mussten entfernt werden. Das kostete Zeit. Auf über einem Kilometer musste der steinige Untergrund mit Spezialbohrern gelockert und entfernt werden.

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Die Großbaustelle funktionierte nicht ohne Sperrung, das war klar. Die Radfahrer litten wohl am meisten, da sie drei Sommer lang den Elberadweg nicht nutzen konnten. Entweder sie nahmen den vorgeschlagenen Umweg über die andere Elbseite oder quälten sich an den Autos auf Heidenaus Straßen vorbei. Hinzu kam noch die Sperrung der Brücke über die Gottleuba in Pirna. Die Umleitungen für Radler waren verwirrend beschildert, immer wieder standen Ortsunkundige vor Sperrschildern und wussten nicht weiter.

Nun haben die Radfahrer wieder freie Fahrt. Auch wenn der Winter nicht gerade ihre Zeit ist, sie erobern sich dank des fehlenden Schnees den Elberadweg schon wieder zurück. Von den Restarbeiten für den Hochwasserschutz im Bereich der Malzfabrik und entlang der Müglitz merken sie nichts.