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Der Bär ist los! - beim Kultursommer Bärenstein

Ein vielfältiges Programm mit Konzerten, Mitmachangeboten, Gesprächsrunden und Wunschbaum lockt drei Wochen lang ins Osterzgebirge.

Von Gunnar Klehm
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Engagiert für den Kultursommer: Alexandra Wegbahn, Michael Merlerski im Kostüm des Bären und Hartmut Dorschner (v.l.) vor der Skulptur "Kunst Tausch Zentrale" von Reinhard Zabka und Klaus Liebscher auf dem Bärensteiner Markt.
Engagiert für den Kultursommer: Alexandra Wegbahn, Michael Merlerski im Kostüm des Bären und Hartmut Dorschner (v.l.) vor der Skulptur "Kunst Tausch Zentrale" von Reinhard Zabka und Klaus Liebscher auf dem Bärensteiner Markt. © Egbert Kamprath

Von Lilly Vostry

Eine kleine Bühne auf dem Marktplatz in Bärenstein ist im Aufbau. Ins Rathaus zieht die Bärensteinschänke „Zum Goldenen Bären“ ein, eine Begegnungsstätte und Treffpunkt für ein gutes Miteinander. Hier werden Gesprächsrunden und Workshops stattfinden.

Dies ist auch der Ort, an dem der „Wunschbaum“ wächst. Er wird sich füllen mit Apfelformen aus Papier, beschriftet mit eigenen Anregungen, Wünschen und Ideen für Bärenstein und für alle sichtbar. Zur Abschlussveranstaltung wird der Gemeinde aus den Früchten des Wunschbaumes ein gebundenes Buch überreicht.

Bär treibt Schabernack

Manch ein Einheimischer wird sich überdies verwundert die Augen reiben, wenn in den nächsten Tagen immer wieder ein frei umher laufender Bär im Ort auftaucht. „Er ist als Zentralfigur des Kultursommers täglich präsent, provoziert, kommuniziert und treibt Schabernack“, erzählt Hartmut Dorschner, der Initiator des ersten „Kultursommer Bärenstein“.

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Drei Wochen lang, vom 6. bis 27. August, lockt ein vielfältiges Programm mit Konzerten, Filmen, Puppentheater und vielen kreativen Mitmach-Angeboten für einheimische und Besucher von weiter her in dem beschaulichen Ort im Osterzgebirge. Eröffnet wird der Kultursommer Bärenstein am 6. August, um 16 Uhr, auf dem Markt mit Begrüßung auf deutsch und bärisch, Programmvorstellung und einem Konzert mit Hartmut Dorschner, Saxofon, Matthias Macht, Schlagzeug und Andrea Hofmann, Violine (Beginn: 17 Uhr).

“Die Idee entstand letztes Jahr im Herbst beim Moritzburger Kultursommer.
So etwas wollten wir auch in Bärenstein machen“, sagt Hartmut Dorschner. Er ist Jazzmusiker und Komponist, wohnt in Bärenstein und hat schon Erfahrung mit Landart-Kunstprojekten, bei denen Musik und Kunst in Wald und Feld Einzug halten.

Unterstützung der Stadt Altenberg

Den ersten Bärensteiner Kultursommer hat Hartmut Dorschner zusammen mit dem „kult-ur-art“ Kunstverein zu Bärenstein und den Dresdner Künstlern Michael Melerski, dem Bären und Alexandra Wegbahn organisiert. Ein Jahr dauerte die Vorbereitung, schrieben sie ein halbes Dutzend Förderanträge, die fast alle abgelehnt wurden. „Bei der Bundeskulturstiftung bekamen wir zu hören, dass nur größere Projekte von berühmten Künstlern gefördert werden“, so Dorschner. Bei der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen wurde ihnen schließlich geraten, es über eine kommunale Förderung zu versuchen.

Der Bürgermeister von Altenberg, Thomas Kirsten (parteilos), war angetan von der Idee eines Kulturfestes. So beantragten die Künstler für die Stadt Altenberg als Veranstalter eine 100-prozentige Förderung. Der Stadtrat stimmte mehrheitlich für den Kultursommer Bärenstein, so Dorschner. Da dieser in einer besonderen Region auf dem Land stattfindet, wird das Projekt nun voll gefördert mit über 60.000 Euro von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Anfang Juli kam die Förderzusage. „Wir hätten unabhängig davon eine kleine Version des Kultursommers Bärenstein veranstaltet“, so Dorschner.

Zu allen Veranstaltungen ist der Eintritt frei, das ist ihm wichtig. Spenden zur Unterstützung der Arbeit des Kult-ur-art-Vereins sind natürlich willkommen.

Neues Orchester gegründet

An drei Sonntagen, von 10 bis 12 Uhr, sind Anwohner und Gäste zum gemeinsamen Frühstücken an einer langen Tafel eingeladen, die kulinarisch durch mitgebrachte Speisen ergänzt werden kann. Dazu spielt Andrea Dorschner Harfe. Außerdem wird Kinderreiten angeboten.

Den ersten Auftritt des frisch gegründeten Bärensteinorchesters wird es am 27. August geben. In dem spielen rund zehn Hobbymusiker, der jüngste neun und der älteste 60 Jahre alt, zusammen klassische, moderne und eigene Stücke.

Zu Besuch bei den Machern des Kultursommer Bärenstein ist am 3. August vormittags Barbara Klepsch, die sächsische Kulturministerin und wird dabei den Fördermittelbescheid in Höhe von 67 300 Euro im Rahmen des Programms „Kulturland 2022. Sachsen als Bühne“ an den Altenberger Bürgermeister überreichen.

Eine Wertschätzung für die Künstler, die dabei auch von ihren Erfahrungen mit der Kulturförderung und manch Hindernissen auf dem Weg erzählen können, ohne sich entmutigen zu lassen. „Wir hoffen auf viele neugierige und interessierte Besucher. Nächstes Jahr wollen wir den Kultursommer Bärenstein fortsetzen“, sagt Initiator Hartmut Dorschner in freudiger Erwartung.

Weitere Programmhöhepunkte

10. und 17. August: Um Möglichkeiten zur Mitgestaltung und Mitbestimmung in Gemeinden geht es in einem Demokratie-Vortrag mit Gesprächsrunde mit dem Bürgermeister von Nebelschütz am 10. und 17. August, um 17 Uhr, in der Bärensteinschänke.

13. August: Kunst-, Handwerker- und Trödelmarkt, bei dem die Anwohner an eigenen Ständen ihre Produkte anbieten können, am 13.8., 10 – 18 Uhr auf dem Bärensteiner Marktplatz.

26. August: Konzert mit Heribert Dorschner & den Crazy Germans, 20 Uhr, auf der Großen Bühne in Bärenstein

27. August: Höhepunkt zum Abschluss soll neben einem Konzert der tschechischen Gruppe Muzika Jara der erste Auftritt des frisch gegründeten Bärensteinorchesters.

Weitere Infos zum Kultursommer Bärenstein unter www.kult-ur-art.eu

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