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Hilfe bei überschwemmtem Gartenboden

Was tun bei zu viel Wasser im Garten? Nach Starkregen empfiehlt sich auch heute noch die gute alte Opa-Methode.

Große Regenmengen wühlen den Gartenboden auf – mit langwierigen Folgen.
Große Regenmengen wühlen den Gartenboden auf – mit langwierigen Folgen. © Karl J. Hildenbrand/dpa

Nach starken Regenfällen sollten sich Hobbygärtner ihren Gartenboden anschauen. Ist er triefend mit Wasser vollgesogen, braucht er Ihre Hilfe. Denn die Böden werden von Stark- oder Gewitterregen auf besondere Weise beansprucht. „Die Regentropfen wühlen die Oberfläche mechanisch um“, erklärt Marianne Scheu-Helgert, Leiterin der Bayerischen Gartenakademie. Und dort, wo eine Überschwemmung stattgefunden hat, selbst mit langsamer Strömung, werde „der Boden immer wieder reichlich umgerührt“.

In der Folge wird der Boden zu einer glatten Schicht trocknen, die betonhart werden kann. „Wie zementiert“, beschreibt es Scheu-Helgert. „Je ton- und lehmhaltiger der Boden ist, desto stärker passiert das.“ So weit aber darf man es nicht kommen lassen. Denn die feste Oberfläche wirkt wie eine Sperre. Sie ist nun undurchlässiger für Wasser als vorher. Das schadet den bald wieder durstigen Pflanzen im Beet. Weiterer Niederschlag wird wegfließen, gegebenenfalls neuerliche Überschwemmungen begünstigen.

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So funktioniert die Opa-Methode

Die Lösung: Man hackt den Boden, aber auch nur seine Kruste und die oberen zwei, drei Zentimeter, auf und das im Idealfall innerhalb einer bestimmten, recht kurzen Zeitspanne. „Ist der Gartenboden noch teigig, sollte man ihn nicht anrühren“, rät die Gartenexpertin. Man kann dieses Trockenstadium auch am Gartengerät sehen, der Boden bleibt in Schlieren daran kleben. Zu diesem Zeitpunkt würde es dem Boden schaden, wenn man ihn betritt. Denn das Körpergewicht verdichtet die nasse Erde. Wurzeln können sich schlechter ausbreiten, es gibt weniger Raum für Luft und Nährstoffe.

Man sollte daher warten, bis der Boden eine leicht krümelige Beschaffenheit erreicht und nicht mehr klebt. „Zwischen dem Pudding- und Betonzustand“, so Scheu-Helgert. Das kann bei mancher Bodenbeschaffenheit übrigens auch mal schnell gehen. „In der Landwirtschaft spricht man von Stundenböden oder sogar von Minutenböden.“ Diese lassen sich bei hoher Verdunstung in diesem Stadium nur für einige wenige Stunden bearbeiten. „Je sandiger der Boden ist, desto länger dauert der Zustand.“

Das Hacken ist auch eine Lösung für ein anderes großes Gartenproblem. Scheu-Helgerts Alltagstipp: Es öffnet den Boden nicht nur wieder und lässt Wasser rein, sondern ermöglicht ihm auch, die Feuchtigkeit etwa in Hitzeperioden besser zu halten. „Das ist die altbewährte Opa-Methode: Früher wurde immer nach einem Regen oder dem Gießen der Boden aufgehackt.“

Im Zweifel selbst für Regen sorgen

Scheu-Helgert rät, den frisch aufgehackten Boden anschließend zu bedecken. „Ich bin in den letzten Jahren ein Fan des Mulchens geworden.“ Diese Schicht auf dem Boden hält dessen Poren eher offen und kann obendrein die Verdunstung von Wasser in Trockenzeiten verhindern. „Man kann dafür nehmen, was man gerade zur Hand hat. Bei vielen dürfte das Rasenschnitt sein, der auch optisch was hermacht. Oder man nimmt die Blätter von Möhren, die man gerade geerntet hat“, so die Expertin. „Man sollte Rasenschnitt aber nicht dick wie eine Matratze auf den Boden geben. Ein kurzer Regenschauer kommt dann nicht mehr am Boden an.“ Und nicht zu vergessen: Schnecken bewegen sich darauf oft leichter fort.

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Wer verpasst hat, seinen Gartenboden nach einem Starkregen aufzuhacken, sollte trotzdem versuchen, die Bodenkruste aufzubrechen. Im Idealfall wartet man dafür einen leichten Regen ab, der einen besseren Bodenzustand herbeiführen könnte. „Aber nicht wild reinhacken, am besten im Abstand von zwei, drei Zentimetern vorsichtig in den Boden reingehen“, rät Scheu-Helgert. „Ist das nicht mehr möglich, muss man selbst für Regen sorgen: sehr intensiv gießen, aber nicht so sehr, dass der Boden wieder aufgeschwemmt wird.“ (dpa)

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