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Mein Garten bewässert sich automatisch

Zur richtigen Zeit die richtige Menge gießen – das geht dank smarter Technik.

Entspannt im
Garten liegen, während sich der Rasensprenger
automatisch um die Bewässerung kümmert.
Entspannt im Garten liegen, während sich der Rasensprenger automatisch um die Bewässerung kümmert. © Christin Klose/dpa

Die beste Zeit, den Garten zu wässern, ist morgens zwischen vier und sechs Uhr. Dann ist der Boden nach der Nacht gut ausgekühlt und das Wasser verdunstet kaum. Aber wer will schon jeden Tag so früh aufstehen?

Abhilfe schafft ein automatisches Gartenbewässerungssystem, mit dem sich Regner und Sprüher selbst an- und ausschalten. Dank smarter Technik kann es sogar erkennen, ob in den nächsten Stunden Regen zu erwarten ist. Wenn ja, dann bleibt der Wasserhahn natürlich zu.

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Ab welcher Gartengröße lohnt sich ein Bewässerungssystem?

Ein Bewässerungssystem kann ab 200 Quadratmetern Gartenfläche Sinn machen. Je größer der Garten und die Rasenfläche sind und je mehr Beete, Hecken und Nutzpflanzen darauf stehen, umso empfehlenswerter ist eine automatische Lösung. Sonst müsste man stundenlang im Garten stehen, um ihn ausreichend zu wässern, so Michael Henze vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau. Denn es gilt der Grundsatz: „Lieber seltener, aber ergiebiger wässern. Dann erreicht das Wasser auch tief liegende Wurzeln.“

Wie installieren Gartenbesitzer das Bewässerungssystem?

Zunächst einmal müssen sich Gartenbesitzer klar machen, welche Pflanzen sie an welchen Stellen bewässern wollen. „Das Wichtigste ist ein Bewässerungsplan. Den kann man oft online auf den Websites der Hersteller erstellen“, so der Tipp von Henze. Aber auch Gartenprofis können weiterhelfen. Wichtige Fragen sind zum Beispiel vorab: Wie lang sind die Wege von der Wasserstelle zu den Pflanzen? Wo kann kräftig gewässert werden, wo ist eine Tröpfchenberegnung sinnvoller? Schafft das ein zentrales Steuerungssystem oder braucht man eine dezentrale Lösung?

Welche Basisinformationen sind vor einem Kauf wichtig?

„Ich muss wissen, wie stark Pumpe und Gartenwasserleitung sind, wie viel Liter pro Stunde durchlaufen“, sagt Jürgen Herrmannsdörfer vom Bundesverband Einzelhandelsgärtner im Zentralverband Gartenbau. An Hand dieses Wertes lässt sich berechnen, wie viele Regner und Ventile man an die Leitung anschließen kann. Das gilt für alle Systeme. Dabei ist es egal, ob die Bewässerung durch eine Zeitschaltuhr oder eine App gesteuert wird.

Lohnt es sich, die Schläuche unterirdisch zu verlegen?

Nicht in jedem Fall. Tropfschläuche oder Tropfrohre verlegt man besser oberirdisch und deckt sie dann mit Mulch ab, rät Herrmannsdörfer. Das schützt sie vor Sonnenlicht und reduziert die Verdunstung. Wollen Gartenbesitzer Stolperfallen vermeiden, hat Herrmannsdörfer einen Tipp: „Die Verteilerleitungen werden in der Regel in 20 bis 40 Zentimetern Bodentiefe verlegt. Dann sind sie nicht im Weg.“

Was benötigt man zusätzlich zu den Gartenschläuchen?

Das kommt darauf an, wie anspruchsvoll das Bewässerungssystem sein soll. „Bei der einfachsten Variante reicht eine Zeitschaltuhr, die zwischen dem Wasseranschluss und dem Gartenschlauch montiert wird“, sagt Michael Henze. Die Zeitschaltuhr regelt den Durchfluss durch ein Ventil. Dadurch kann man einstellen, wann und wie lange gewässert wird, zum Beispiel alle zwölf Stunden für 30 Minuten. Oder eine Stunde alle drei Tage. Ein einfacher Bewässerungscomputer mit mehreren Programmen funktioniert ähnlich. Einstellbar sind da etwa Wochentage und Wochenenden, oder mehrere Durchgänge in verschiedenen Bereichen des Grundstücks.

Ein Sensor kann helfen, gezielter auf die Pflanzen einzugehen. Man baut ihn an einer Referenzstelle im Garten ein. „Er misst die Bodenfeuchte und gibt entsprechende Signale an die Zentrale weiter“, erklärt Jürgen Herrmannsdörfer. „Nach einem ausgiebigen Regen geht das Wasser erst dann wieder an, wenn der eingestellte Wert erreicht ist.“

Wann spricht man von einem smarten Bewässerungssystem?

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Smarte Systeme agieren weitgehend selbstständig. „Direkt an den Wasserhahn ist eine Bewässerungssteuerung angeschlossen, die das Ventil öffnet und schließt“, erklärt Sebastian Klöß, Bereichsleiter beim Digitalverband Bitkom. Die Steuerung erhält dafür Anweisungen von der Zentrale, die Informationen von verschiedenen Quellen verarbeitet – zum Beispiel von einem Feuchtigkeitssensor, Temperatursensor und Lichtsensor. „Aus all diesen Daten errechnet sie, wann und wie stark gewässert werden muss“, erklärt Klöß. Auch der Mähroboter lässt sich einbinden. Das Gerät startet dann nur, wenn der Rasen nicht zu nass ist. Das alles lässt sich über das Handy oder ein Tablet bedienen.

Wer die Bewässerung im Garten aus der Ferne steuern will, muss die Steuerungszentrale statt über Wlan über einen Router mit dem Internet verbinden. Klöß sagt, in dieser Ausbaustufe sei es auch möglich, externe Wetterdaten einzubeziehen. (dpa)

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