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Arbeit und Bildung

Fit im Kopf mit knackiger Kost?

Wie die passende Ernährung dem Gehirn auch im Job auf die Sprünge helfen ist Thema zweier neuer Bücher.

Was gehört in die Lunchbox fürs Büro und warum kann man einer Tüte Chips so schwer widerstehen? Unter dem Thema Neurotrition“ beschäftigen sich Wissenschaftler und Buchautoren mit Fragen wie diesen.
Was gehört in die Lunchbox fürs Büro und warum kann man einer Tüte Chips so schwer widerstehen? Unter dem Thema Neurotrition“ beschäftigen sich Wissenschaftler und Buchautoren mit Fragen wie diesen. © AdobeStock

Ein kräftiges Frühstück am Morgen, mittags lieber etwas Leichtes und am Abend am besten keine Kohlenhydrate. Es gibt viele Ernährungskonzepte, die mehr Fitness und höhere Leistungsfähigkeit im Job versprechen. Eine Neu-Erscheinung auf dem diesbezüglich ohnehin üppig bestückten Buchmarkt geht jetzt noch weiter. Die These: Mit gezielter Ernährung und Gehirntraining könne jeder seine Intelligenz steigern.

Wie das funktioniert, wird in einem neuen zweibändigen Werk beschrieben, das in diesem Jahr auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt wurde. Während „Neurotrition“ die wissenschaftlichen Grundlagen des Konzeptes beleuchten soll, beinhaltet das Praxisbuch „5 IQ-Punkte mehr in 7 Tagen“ ein kompaktes Programm mit konkreten Übungen für das Gehirntraining, Rezepten und motivierenden Bewegungseinheiten zur Umsetzung des so genannten ABDD-Modells zur Steigerung des IQ. Dieses Modell wurde von dem Ernährungswissenschaftler Günter Wagner und dem Intelligenzforscher Dr. Siegfried Lehrl entwickelt. Der Buchstabe A steht dabei für Abwechslung in der Ernährung, B für die Blutzuckerstabilisierung, D für die Durstvermeidung und das zweite D für die nutritive Dopaminoptimierung in Kombination mit Gehirnjogging und positiv motivierender Bewegung. Ergänzt wird der Band durch verschiedene Tipps des elffachen Rechenweltmeisters Dr. Dr. Gert Mittring und ein Interview mit der erfolgreichsten de

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Interdisziplinäre Forschung

Dabei ist das Thema der Neurotrition keineswegs neu. In der molekularen Ernährungsphysiologie beschäftigen sich Lebensmittelchemiker und andere Forscher schon seit Jahren mit der Frage, welche Wirkungen Lebensmittelinhaltsstoffe auf spezifische Körperfunktionen ausüben. Macht es also einen Unterschied, ob in der Lunchbox fürs Büro Tomatensalat oder Nussriegel stecken oder gilt die Faustregel, nach der Obst und Gemüse immer die richtige Wahl sind? Fragen wie diese sind auch deswegen so aktuell, weil Ernährung – nicht zuletzt auch durch die Corona-Pandemie – einen immer höheren Stellenwert einnimmt.

Gesund bleiben, leistungsfähig sein, Stress aushalten – das möchte jeder. Warum bestimmte Lebensmittel dabei helfen, wird interdisziplinär untersucht. So arbeiteten im Forschungsverbund Neurotrition Wissenschaftler aus den Bereichen Lebensmittelchemie und Lebensmittelanalytik, Sensorik, Computerchemie, Physiologie, klinische Pharmazie, Medizinische Chemie, Neurobiologie, präklinische Bildgebung sowie aus klinischen Disziplinen wie der Psychiatrie, Endokrinologie und Neuroradiologie zusammen. Sie eint das Ziel, die Wechselwirkungen zwischen Lebensmittelinhaltsstoffen und der Gehirnfunktion zu untersuchen. Dass es diese Zusammenhänge gibt, steht inzwischen außer Frage. 

Und jeder, der schon einmal eine ganze Tafel Marzipan-Schokolade gegessen hat, obwohl er doch eigentlich nur einen ganz kleinen Riegel knabbern wollte, weiß, dass Lebensmittel dem Kopf nicht nur auf die Sprünge, sondern manchmal auch auf Abwege helfen. Und ohne Kaffee – das dürfte vielen Büro-Menschen bekannt vorkommen – geht im Job morgens eigentlich gar nichts.

Was macht Chips so unwiderstehlich?

Die Wissenschaftlerinnen Sümeyye Sahin, Andrea Büttner und Monika Pischetsrieder haben in „Neurotrition – wie Lebensmittel auf die Gehirnfunktion wirken“ unter anderem zusammengefasst, dass bestimmte Lebensmittel, wie zum Beispiel Kartoffelchips oder eben Schokolade, auch bei gesunden Konsumenten einen Kontrollverlust beim Essen verursachen können.

Dies sei vermutlich darauf zurückzuführen, dass Inhaltsstoffe, vor allem ein bestimmtes Verhältnis von Kohlenhydraten und Fett, das Gehirnaktivitätsmuster deutlich verändern.

Aber auch ein ausgewogenes Verhältnis den so genannten sensorisch-aktiven Komponenten aus Geruch und Geschmack und anderen Reizen steuert die Lebensmittelauswahl und dementsprechend das Essverhalten. Solche sensorischen Eindrücke werden im Lauf des Lebens für bestimmte Lebensmittel gelernt und positiv oder negativ assoziiert. Dass Nuss-Schokolade bei den meisten Menschen höher im Kurs steht als Rohkost-Salat lässt sich also auch ganz wissenschaftlich erklären. Warum Letzterer öfter in der Lunchbox stecken sollte, allerdings auch. (djd, aks)

Neurotrition“ (Eubiotika Verlag, 176 Seiten) „5 IQ-Punkte mehr in 7 Tagen“ (Eubiotika Verlag, 148 Seiten; „Neurotrition – wie Lebensmittel auf die Gehirnfunktion wirken“, WILEY-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim

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