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Lieferdienste: Kann ich schlechte Pizza reklamieren?

Zu kalt, versalzen oder halb roh: Auch Essens-Lieferdienste haben mal einen schlechten Tag. Doch wie bekomme ich mein Geld zurück?

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Ein Pizzabäcker holt mit einem Schieber eine frisch zubereitete typische Pizza Margherita.
Ein Pizzabäcker holt mit einem Schieber eine frisch zubereitete typische Pizza Margherita. © Arno Burgi/dpa

„Wir haben bei unserem Lieblingsitaliener Essen bestellt. Es hat uns nicht geschmeckt und das bei einem höheren Preis. Später stellten wir fest, dass der Inhaber gewechselt hatte. Dieser hat auf die Reklamation pampig reagiert und wollte uns weder unser Geld zurückgeben noch einen Gutschein ausstellen. Müssen wir das hinnehmen?“

Dazu Rechtsexpertin Sabine Kraus von der Verbraucherzentrale Sachsen: Für Lieferdienste gilt: Speisen und Getränke müssen von einwandfreier Qualität und Zubereitung sein. Verdorbene Lebensmittel wie schimmliger Käse oder Salat mit ranzigem Öl dürfen und sollten Kunden reklamieren. Beanstanden können sie auch alles, was unüblich ist, etwa noch fast rohe Nudeln oder eine kalte Suppe. Auch wenn etwas anderes geliefert wird, als bestellt wurde, brauchen Kunden das nicht hinnehmen.

Über die Geschmacksfrage lässt sich streiten, doch wenn keine objektiven Anhaltspunkte für einen Mangel gegeben sind, hat der Kunde in der Regel das Nachsehen. Auch muss er jegliche Mängel nachweisen. Daher empfiehlt es sich, zumindest die Temperatur und die korrekte Lieferung der Speise zu checken, solange der Bote noch da ist.

Frist setzen ist möglich

Eine falsche Lieferung oder eine verbrannte Pizza können Kunden zurückweisen und eine Neulieferung in einer angemessenen Zeit verlangen. Kommen Bringdienste dem nicht nach, können die Besteller vom Vertrag zurücktreten oder den Preis mindern. Sollte eine Mahlzeit verdorben oder versalzen sein, kann nachträglich reklamiert werden.

Dazu sollten Kunden zumindest einen Teil des schlechten Essens dem Restaurant zwecks Geschmacksprobe oder ein Handyfoto vorzeigen und einen nachträglichen Preisnachlass fordern. War die Lieferung völlig ungenießbar, kann das Geld vollständig zurückverlangt werden.

War schriftlich eine Lieferzeit oder ein -zeitraum vereinbart, kann bei Verspätung der Preis gemindert oder gar zurückgefordert werden. Wurde bloß ein Zeitraum angegeben, kann der Hungrige beim Lieferservice nachhaken und ihm eine Frist setzen, am besten unter Zeugen. Kommt die Lieferung dann immer noch zu spät, darf der Kunde vom Vertrag zurücktreten.

  • Haben auch Sie eine Frage zu einer Bestellung? Am Donnerstag dem 2. Dezember von 9 bis 11 Uhr bekommen Sie kostenlos Rat. Rechtsexpertin Sabine Kraus beantwortet Ihre Fragen unter der Nummer: 0351 28 70 86 33