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"Fabian"-Filmteam: "Görlitz war fantastisch"

Die Premiere des hier gedrehten Kästner-Films lockte zahlreiche Zuschauer ins Palast-Theater. Schauspieler Tom Schilling erzählt, was ihm an der Stadt so gut gefällt.

Tom Schilling spielt die Hauptrolle in "Fabian". Am Sonnabend war er bei der Görlitzer Kinopremiere zu Gast.
Tom Schilling spielt die Hauptrolle in "Fabian". Am Sonnabend war er bei der Görlitzer Kinopremiere zu Gast. © Paul Glaser/glaserfotografie.de

Der Görlitzer Filmpalast musste am Sonnabend sogar zwei Säle öffnen, damit alle an der Premiere von "Fabian" teilnehmen konnten, die sich dafür angemeldet hatten. Schließlich wurde der Kinofilm nach dem Roman von Erich Kästner im Sommer 2019 vorwiegend in Görlitzer Straßen gedreht, die man in sehr vielen Szenen wiedererkennen kann.

Vor allem aber waren Hauptdarsteller Tom Schilling und Filmproduzent Felix von Boehm persönlich zur Görlitz-Premiere anwesend. Bewusst war der Film hier noch nicht zum Bundesstart am 5. August angelaufen, sondern wurde im Rahmen der "Fabian"-Kinotour am Sonnabend erstmals in Görlitz gezeigt.

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Der Film "Fabian" spielt 1931. 2019 wurde dafür unter anderem am Görlitzer Kaufhaus gedreht.
Der Film "Fabian" spielt 1931. 2019 wurde dafür unter anderem am Görlitzer Kaufhaus gedreht. © Nikolai Schmidt

Er handelt im Jahr 1931, am Vorabend der Machtergreifung Hitlers, als die Demokratie im Untergang begriffen und das Gold der 1920er schon längst verblichen war. Tom Schilling spielt den Werbetexter Jakob Fabian, der in dieser Zeit versucht, trotz persönlicher Niederlagen seine Würde zu bewahren.

Schauspieler können sich in Görlitz erholen

Der 1982 in Ost-Berlin geborene Schauspieler sagte, er erinnere sich gern an die Dreharbeiten vor zwei Jahren in Görlitz. Die Ruhe der Kleinstadt, die kurzen Wege vom Hotel zum Dreh, das alles habe ihm sehr gefallen.

"Ich mag es, wenn ich es nahe zur Arbeit habe und alles überschaubar ist. Mir kann es eigentlich gar nicht klein genug sein", sagte er. Vor den Dreharbeiten habe er mit Kollegen öfter im Uferpark an der Neiße Tischtennis gespielt. "Und dann sind wir zur Arbeit geradelt, das war fantastisch." Gerade wenn ihm viel durch den Kopf gehe, finde er in Städten wie Görlitz leichter wieder zu sich.

Auch die Görlitzer Augustastraße ist eine Straße, in der Meret Becker und Tom Schilling im Film zu sehen sind.
Auch die Görlitzer Augustastraße ist eine Straße, in der Meret Becker und Tom Schilling im Film zu sehen sind. © Matthias Wehnert

Auch Felix von Boehm, der Produzent des von Dominik Graf gedrehten Films, sagte, er habe die gut sechs Wochen Drehzeit in Görlitz sehr genossen. "Die Stadt ist für uns ideal mit ihrer Vielzahl von Straßenzügen, die aussehen wie Berlin, nur dass sie ein Stockwerk weniger haben." Er freue sich, bald wieder einen Film produzieren zu können, der im kommenden Jahr in Görlitz gedreht wird. Näheres dazu verriet er aber noch nicht.

Dankbar für immer herzliches Willkommen

Auch zu den Görlitzern äußerten sich beide positiv. "Wir sind hier immer mit offenen Armen empfangen worden und haben supernette Leute getroffen, die sehr taktvoll waren", sagte Tom Schilling.

Mit manchen habe er sich gern fotografieren lassen. Und einmal, nach einem längeren Dreh in der Innenstadt, seien er und seine Filmpartnerin Saskia Rosendahl von jemandem zum Kaffee eingeladen worden. Beide hatten schon in "Werk ohne Autor" mitgewirkt, in "Fabian" spielen sie ein Liebespaar.

Filmproduzent Felix von Boehm, Schauspieler Tom Schilling, der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu und Stefan Kretschmer vom Görlitzer Filmpalast (v. l. n. r.) vor der Görlitzer Filmpremiere von "Fabian".
Filmproduzent Felix von Boehm, Schauspieler Tom Schilling, der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu und Stefan Kretschmer vom Görlitzer Filmpalast (v. l. n. r.) vor der Görlitzer Filmpremiere von "Fabian". © Paul Glaser/glaserfotografie.de

Felix von Boehm sagte im großen Saal des Filmpalasts, er freue sich, in dem so wunderschön sanierten Kino einige der vielen Komparsen wiederzusehen. Ebenso lobte er die Zusammenarbeit mit der Stadt Görlitz, das Filmbüro und die Pläne zur Eröffnung einer Filmakademie, die gerade in Zeiten des Strukturwandels Menschen eine Zukunft geben könne.

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"Außerdem hoffe ich, dass sich unsere Branche in Görlitz weiterhin gut aufführt, sich nicht daneben benimmt und keine verbrannte Erde hinterlässt." Das sei manchmal ein Problem bei den Kolleginnen und Kollegen vom Film. Umso dankbarer sei er dafür, sagte er gegenüber Oberbürgermeister Octavian Ursu, dass die Filmteams in Görlitz immer so herzlich willkommen seien.

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