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"Weiberwirtschaft" wartet auf Lockdown-Ende

Während viele Wirte zur Untätigkeit verdammt sind, arbeiten andere an neuen Vorhaben im Hintergrund - wie die Akteure der Görlitzer "Bierblume".

Franka und Johanna Metzner sowie ihre Mutter Diana Klaus-Metzner bereiten eine neue Weinstube in der Neißstraße vor.
Franka und Johanna Metzner sowie ihre Mutter Diana Klaus-Metzner bereiten eine neue Weinstube in der Neißstraße vor. © Paul Glaser/glaserfotografie.de

Ein Gegenstück zur Görlitzer Brauerei "Bierblume" soll sie werden, die neue Weinstube am Ende oder - je nach Betrachtungsweise - auch am Anfang der Neißstraße, schräg gegenüber der Görlitzer Altstadtbrücke. "Weiberwirtschaft" soll sie heißen.

Und das hat einen guten Grund: Diana Klaus-Metzner und ihre beiden Töchter Franka (19) und Johanna (22) Metzner werden die "Weiberwirtschaft" führen. Später sollen auch die 15-jährigen Zwillingstöchter der Familie einmal mitmachen. Bislang war für die Mutter die Brauerei "Bierblume" - die sie mit ihrem Ehemann Alexander Klaus betreibt - nur wenige Meter weiter oben in der Neißstraße das Hauptbetätigungsfeld. Auch die Töchter halfen hier bislang aus.

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Eröffnungsdatum legt die Pandemie fest

Bis zur Eröffnung der Weinstube ist es ein weiter Weg. Vorerst wissen die Frauen noch nicht einmal, wann sie eröffnen können, denn wie lange der Corona bedingte Lockdown für die Gastronomie gilt, weiß derzeit niemand. Diana Klaus-Metzner ahnt, dass der Frühling wohl herankommen wird, bis größere Lockerungen möglich sind.

Eigentlich war die Eröffnung schon für kurz vor dem Lockdown geplant. Aber dann entschieden sich die Frauen und Alexander Klaus - er fühlt sich als Hausmeister für die "Weiberwirtschaft" zuständig - noch einmal anders und nahmen Malerutensilien, Handwerkszeug, Dekorationen und mehr in die Hand und gestalteten das Objekt um. Vormals beherbergten die Räume das "Café 13".

Länderweine aus Europa

Das Café wurde seit geraumer Zeit nicht mehr bewirtschaftet. Diana Klaus-Metzner griff zu und einigte sich schnell mit der Vermieterin des Gebäudes. "Sie kommt uns jetzt wegen des Lockdowns auch sehr entgegen", betont die gerade noch 47-Jährige. Ihren Geburtstag nächste Woche wird sie aber nicht in der neuen Weinstube feiern können.

Denn noch ist nicht alles fertig, ein Großteil aber schon. Europa ist das große Thema für die Weinstube. "Weine von unserem Kontinent wollen wir anbieten", erklärt Diana Metzner-Klaus. Dementsprechend gibt es auch verschiedene Gasträume: Die werden in französischem, italienischem und spanischem Ambiente gestaltet. Aber nicht nur Weine aus Anbaugebieten in diesen drei Ländern sind im Repertoire, sondern auch Rebsäfte aus Ungarn, Griechenland und Georgien zum Beispiel. Weine aus Übersee sind vorerst nicht auf der Karte zu finden.

Ausbildung zur Sommeliére für Wein und Bier

Die "Weiberwirtschaft" soll als Weinstube ein Begegnungsort für alle Menschen werden. "Da spielen Geldbeutel, Alter, Beruf oder Konfession überhaupt keine Rolle", betont Diana Klaus-Metzner. Im Sommer sollen die Gäste auch draußen sitzen können - mit Blick über die Neiße ins benachbarte Zgorzelec. Die Öffnungszeiten stehen derzeit noch nicht fest. Sicher ist dagegen, dass die "Weiberwirtschaft" am Nachmittag ein breites Café-Angebot unterbreiten wird. Am Abend gibt es zum Wein passende Snacks, aber keine großen Menüs.

Etwas ganz Neues wird es in der Weinstube geben: selbst gebrannten Schnaps. Seit etwa einem halben Jahr brennt Diana Klaus-Metzner Schnaps, darunter Absinth und Gin, auch für die "Weiberwirtschaft".

Diana Klaus-Metzner liebäugelt schon lange mit einer Weinstube. Kein Wunder, ist sie doch seit etlichen Jahren auch ausgebildete Wein-Sommeliére. Das heißt, sie hat nicht nur Wissen über die verschiedenen Weine, Anbaugebiete, Rebsorten und alles, was zur Weinproduktion gehört, sondern sie hat auch Kenntnisse in Logistik, Lagerhaltung und Qualitätsmanagement. Außerdem kennt sie sich mit der Zusammensetzung von Speisen und den unterschiedlichen Aromen der Zutaten aus.

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Derzeit qualifiziert sie sich in München zur Bier-Sommeliére. Auf beide Ausbildungen ist die 47-Jährige sehr stolz. Zum Einen, weil die Ausbildung ein hartes Brot sei, zum Anderen, weil sie sich als Frau in einer Männerwelt behaupten müsse, erklärt sie. Für dieses Jahr nimmt sie sich vor, dass sie keinem Mann mehr den Vortritt lassen wird, wenn es um die Erklärung eines Biergeschmacks geht. Überhaupt kann sie nicht verstehen, warum es heutzutage in manchen Lokalen noch immer als unschick gilt, wenn Frauen Bier trinken. Auch deswegen wird es in der "Weiberwirtschaft" Wein und daraus hergestellte Produkte wie Sekt sowie Bier geben - aus der "Bierblume".

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