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Endlich haben auch die Letzten Jugendweihe

Im April hat es nicht geklappt, im Juni auch nicht. Am Sonnabend können 110 Görlitzer nun endlich im Wichernhaus feiern.

So wie diese Jugendlichen im vergangenen Jahr in Zittau stehen am Wochenende auch in Görlitz noch einmal 110 Jugendliche auf der großen Bühne, um ihre Jugendweihe zu empfangen. Für den ungewöhnlichen Zeitpunkt ist Corona verantwortlich.
So wie diese Jugendlichen im vergangenen Jahr in Zittau stehen am Wochenende auch in Görlitz noch einmal 110 Jugendliche auf der großen Bühne, um ihre Jugendweihe zu empfangen. Für den ungewöhnlichen Zeitpunkt ist Corona verantwortlich. © Matthias Weber/photoweber.de

Der ersten Durchgang von dreien wird am Sonnabend vom Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu persönlich ins Erwachsenenleben geschickt. 108 Jugendliche aus Görlitz und zwei aus der Region haben nach mehreren Verschiebungen nun endlich auch ihren großen Tag - Monate nachdem vielleicht ihre Freunde schon dran waren. Denn bereits im Juli konnten Hunderte im Kreis feiern.

Diejenigen, die noch übrig sind, wären im April eigentlich die Ersten gewesen - wegen Corona verschoben. Auch der Ersatztermin einige Wochen später musste verschoben werden. Erst am 19. Juni konnte der Görlitzer Jugendweiheverein um Anja Mai mit den Feiern starten. Da war es aber nicht mehr zu schaffen, noch alle Feiern vor den Sommerferien durchzuführen. Als das erste Corona-Jahr 2020 zu Ende ging, glaubte Anja Mai, so ein verrücktes Jahr kann nicht noch einmal kommen.

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Doch es kam noch schlimmer. „2021 war noch verrückter und mühsamer.“ Es ging schief, was schiefgehen konnte. Erst die vielen Verschiebungen, und wenn es dann doch soweit war, sagten Festredner reihenweise ab - darunter selbst einige Bürgermeister. Tanzgruppen waren erschrocken, als vor der Veranstaltung nochmal die Frage kam, ob alles klar geht. „Obwohl lange abgesprochen, hatten viele überhaupt nicht damit gerechnet, dass tatsächlich die Jugendweihen stattfinden“, sagt Anja Mai. „Es herrschte regelrechter Corona-Schlaf.“

3-G-Regel auch im Wichernhaus

Doch mit ihrem kleinen Team ehrenamtlicher Helfer, die sie liebevoll „meine Mädels“ nennt, gab es am Ende immer eine Feier mit festlicher Atmosphäre, emotionalen Momenten und vielen feuchten Augen.

Das war bei der vorletzten Feier am 18. September im Zittauer Westparkcenter so - und wird am Sonnabend im Wichernhaus nicht anders sein. Auch wenn hier im Vorfeld wieder vieles zu organisieren und zu beachten war - vor allem, was die 3-G-Regel betrifft. So hat Anja Mai in den vergangenen Tagen von allen angemeldeten Gästen überprüfen müssen, ob sie geimpft oder genesen sind. Wenn nicht, müssen diese Gäste am Sonnabend einen tagesaktuellen Test mitbringen - auch wenn darüber nicht jeder begeistert ist, wie Anja Mai feststellen musste. Für die Jugendweihe-Teilnehmer gilt das übrigens nicht, denn sie werden nach wie vor zweimal pro Woche in der Schule getestet.

„Hoffentlich wird nächstes Jahr alles wieder normal“, wünscht sich Anja Mai, die in ihr elftes Jugendweihe-Wochenende geht und nach der Feier am Sonnabend mit ihren Mädels auf den Abschluss auf jeden Fall anstoßen will. Und am Sonntag ausschlafen.

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