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Fahrraddiebstähle im Bahnhof Görlitz: Bahn plant keine Videoüberwachung

Im Bahnhof soll es künftig mehr Kontrollen geben. Am Dienstag unterschreibt die Bahn eine Vereinbarung mit einem Partner.

Von Ingo Kramer
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Heiko Klaffenbach, Leiter Bahnhofsmanagement Dresden bei der Deutschen Bahn (links), und der Görlitzer OB Octavian Ursu stehen an der Fahrradstation im Bahnhof Görlitz. Dort werden sie sich am Dienstag wiedersehen.
Heiko Klaffenbach, Leiter Bahnhofsmanagement Dresden bei der Deutschen Bahn (links), und der Görlitzer OB Octavian Ursu stehen an der Fahrradstation im Bahnhof Görlitz. Dort werden sie sich am Dienstag wiedersehen. © Martin Schneider

Videoüberwachung an der Fahrradstation in der Görlitzer Bahnhofsunterführung? Heiko Klaffenbach, Leiter Bahnhofsmanagement Dresden bei der Deutschen Bahn und somit auch Bahnhofsmanager für den Bahnhof Görlitz, winkt ab: „Wir können dort nicht einfach eine Kamera aufhängen.“ Stattdessen müsste so etwas datenschutzrechtlich sauber gelöst sein, sagt er. Dafür brauche es eine gründliche Prüfung. Doch eine solche plant die Bahn derzeit nicht. Allerdings solle irgendwann eine Planung für das Empfangsgebäude aufgestellt werden: „Dort ist das Thema Videoüberwachung enthalten.“ Zu einem Zeitpunkt dafür macht er keine Angaben.

Kurzfristig setze die Bahn hingegen auf einen anderen Weg. Am Dienstag soll eine Vereinbarung zur Sicherheits- und Ordnungspartnerschaft für den Bahnhof zwischen der Deutschen Bahn und der Stadt unterzeichnet werden. Dafür werden Heiko Klaffenbach und der Görlitzer OB Octavian Ursu vor Ort zusammenkommen.

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Diese Partnerschaft, erklärt Bahn-Sprecher Jörg Bönisch, sei dazu da, dem Fahrraddiebstahl an der Fahrradstation kurzfristig zu begegnen. Im Wesentlichen wird festgeschrieben, dass Kollegen von DB Sicherheit und städtische Ordnungsbehörden die Fahrradstation mehr überwachen. „Durch mehr Präsenz wird es ein Mehr an Sicherheit geben“, sagt Bönisch. Eine solche Sicherheits- und Ordnungspartnerschaft sei ein gutes Projekt, das in anderen Städten bereits sehr erfolgreich laufe: „Dort wurde die Kriminalität deutlich reduziert.“ Eigentlich sollte die Vereinbarung in Görlitz bereits am 16. November unterschrieben werden, aber weil an dem Tag die Lokführer streikten, konnte Klaffenbach nicht nach Görlitz kommen.

Hintergrund des Ganzen: Sowohl der Fahrradclub ADFC in Görlitz als auch die Bundespolizeiinspektion Ludwigsdorf beklagen, dass in der Fahrradstation im Bahnhof regelmäßig Fahrräder gestohlen oder demoliert werden. Michael Engler von der Bundespolizeiinspektion Ludwigsdorf erklärte dazu kürzlich auf SZ-Nachfrage: „Bei Gesprächen, die regelmäßig mit Vertretern der DB Sicherheit stattfinden, werden auch die Fahrraddiebstähle sowie Überlegungen, diese zu vermeiden, thematisiert.“

Dabei habe die Bundespolizei mehrfach die Videoüberwachung, die an vergleichbaren Bahnhöfen offensichtlich für eine gewisse Abschreckung sorgt und die späteren Ermittlungen begünstigt, angesprochen oder auf die Installation der notwendigen Technik gedrängt. Doch auch Engler musste erfahren, dass die Bahn aktuell keine Videoüberwachung plant.